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Wermelskirchen
Experte: Wohnen und Arbeiten auf Ziegeleigelände in Hilgen

Wermelskirchen. Die beiden Nachbarstädte Wermelskirchen und Burscheid werden in den nächsten Jahren enger zusammenarbeiten. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr bestätigte jetzt diese Absichtserklärung einstimmig. Beide Städte haben den Plan, ein interkommunales Entwicklungs- und Handlungskonzept aufzustellen. Dass die Zusammenarbeit viel Sinn macht und beiden Städten Vorteile bringt, machte Experte Hans-Joachim Hamerla vom Büro ASS aus Düsseldorf deutlich. Durch eine intensivere Zusammenarbeit lassen sich die Zukunftsfragen der Stadtentwicklung in beiden Städten miteinander verknüpfen und nachhaltiger lösen, meinte er. Von Sebastian Radermacher

Wermelskirchen und Burscheid haben Ähnlichkeiten bei der Altersstruktur und der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung. Laut Hamerla nehme die Bevölkerungszahl ab, weil vor allem mehr Einwohner in andere Städte wegziehen als Neubürger nach Wermelskirchen kommen. "Dieser Trend ist gravierend beeinflussbar - und zwar viel besser, wenn zwei Städte kooperieren. Der Bevölkerungsschwund lässt sich stoppen, wenn man es will", betonte der Experte. Wermelskirchen habe zum Beispiel viele hoch qualifizierte Berufstätige, allerdings wohnen viele nicht hier, sondern pendeln täglich zur Arbeit nach Wermelskirchen. Wichtig sei laut Hamerla eine gesunde Mischung.

Durch eine verstärkte Kooperation hätten beide Städte die Chance, ihre Zentren attraktiver zu gestalten, sprich Handel und Gastronomie zu stärken. Außerdem gebe es viele Synergien im Bereich Tourismus und Kultur. "Und auch das Wohnraumangebot lässt sich verbessern", meinte Hamerla. Als bestes Beispiel nannte er das Gelände der alten Ziegelei in Hilgen an der Stadtgrenze. Ohne Zusammenarbeit lasse sich dieser Bereich überhaupt nicht entwickeln, stellte der Experte klar.

An der alten Ziegelei könnte er sich bei der Neugestaltung einen Schwerpunkt aus Wohnen und Arbeiten vorstellen. Es wäre Platz für Einfamilienhäuser oder auch Geschosswohnungsbau. "Eventuell könnte man auch einen Teil der Gebäude erhalten", sagte Hamerla. Hilgen brauche vor allem ein Lebensmittelangebot (SB-Markt). Womöglich könnte man einen solchen Markt auch in das Gelände der alten Ziegelei integrieren. Insgesamt können die Städte durch eine engere Kooperation viele Synergien nutzen. "Wir sehen eine Vielzahl von Chancen. Die Zusammenarbeit wird sich definitiv lohnen", betonte Hamerla. In beiden Städten werden die Räte im Dezember die Absichtserklärung beschließen.

Quelle: RP
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