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Wermelskirchen
Fäkalien und Papiertücher im Regenbecken

Wermelskirchen: Fäkalien und Papiertücher im Regenbecken
In der Kläranlage Unterburg werden auch Abwässer aus Wermelskirchen gereinigt. FOTO: Wupperverband/Stadt Wuppertal
Wermelskirchen. Stadt überprüft 144 Gebäude, deren Regenwasser in das Becken in Lüffringhausen eingeleitet wird. Von Udo Teifel

Im Einzugsbereich des Regenrückhaltebeckens Lüffringhausen gibt es Gebäude, die Schmutzwasser-Rückstände in den Regenkanal ableiten. Das hat die Untere Wasserbehörde des Kreises bei einem Ortstermin im April festgestellt. Dort wurden unter anderem Fäkalien und Papiertücher entdeckt. Die Konsequenz: Der Städtische Abwasserbetrieb macht sich jetzt auf die Spurensuche. 144 Gebäude werden überprüft, außerdem 2,9 Kilometer Schmutzwasserkanal und 2,6 Kilometer Regenwasserkanal.

Die Stadt Wermelskirchen wird jetzt eine Untersuchung des Trennsystems anordnen, um die Fehlanschlüsse zu finden. Hier geht es einmal um Regenwasser, das in den Schmutzwasserkanal eingeleitet wird. Dies darf heute nicht mehr sein, weil die Schmutzwasserkanäle nicht mehr dafür ausgerichtet sind. Es gibt weniger Abwasser als Regenwasser, so dass die Schmutzwasserkanäle in ihrer Dimensionierung deutlich verkleinert wurden. Damit wurden Kosten gespart; aber auch die Abwasserbehandlung würde mehr kosten. Passieren könnte auch, dass bei stärkeren Regenereignissen das Volumen des Schmutzwasserkanals nicht ausreicht und Mischwasser dann unkontrolliert austritt.

Zum anderen ist natürlich auch möglich, dass das Schmutzwasser in den Regenwasserkanal eingeleitet wurde. Dann laufen zum Beispiel die Abwässer der Toiletten in öffentliche Gewässer. Hier muss die Stadt aktiv werden. Mit einer Signalnebelanlage werden die Schmutzwasserkanäle überprüft. Sobald dieser Nebel oberirdisch - zum Beispiel über Dachrinnen oder Einläufe - austritt, belegt dies einen Fehlanschluss. Laut Stadt hat diese Untersuchung keine Auswirkungen auf die Anwohner.

Der Regenwasserkanal wird mit Hilfe von Farbproben auf Fehleinleitungen überprüft. Ein Kontrastmittel wird in die Toilette gegeben und nach der Wasserspülung ins öffentliche Kanalnetz eingeleitet. Ein Fehlanschluss wäre belegt, wenn das gefärbte Wasser nicht in den Schmutzwasser-, sondern in den Regenwasserkanal gelangt.

Über diese Aktion werden die Eigentümer im Vorfeld schriftlich informiert. Mit dem Schreiben erhalten sie auch einen direkten Ansprechpartner.

Überprüft werden 144 Gebäude in Lüffringhausen, Hülsenbusch und Wüstenhof.

Quelle: RP
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