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Wermelskirchen
Fahrer hängen auf vereisten Straßen fest

Wermelskirchen: Fahrer hängen auf vereisten Straßen fest
In Wermelskirchen waren auf der L409 dicke Eispolster, was einen Lkw nicht von einem Überholmanöver abhielt. Auch die L101 ab Dreibäumenwar Richtung Westen schlecht geräumt. FOTO: Stephan Büllesbach
Wermelskirchen. Tückisches Wetter stellte den Winterdienst vor große Herausforderungen. Nach Schneefall vereisten die frisch geräumten Straßen. Busse fuhren mit erheblicher Verspätung. Gymnasium verschob Klausuren, weil Schüler fehlten. Von Solveig Pudelski

Ein Wintereinbruch mit Schneefall, Regen und gefrierender Nässe sorgte gestern Morgen für zum Teil erhebliche Behinderungen auf den Straßen, Verspätungen im Busverkehr und gelichtete Reihen in den Klassenzimmern.

Wer gestern Morgen von Hückeswagen nach Wermelskirchen fuhr, stutzte: Bei Dreibäumen war die L 101 bis zur Stadtgrenze Hückeswagen vorbildlich geräumt, auf Wermelskirchener Terrain lag festgefahrener Schnee, der spiegelglatt war, auf der Fahrbahn. Auch auf der B 51 und auf der Dellmannstraße sorgten dicke Eispolster dafür, dass der Verkehr teilwiese nur sehr langsam rollte. Weil es auch Probleme auf der Autobahn gab, waren viele Fahrer auf die Bundesstraße ausgewichen.

Die städtischen Räumfahrzeuge waren gestern Morgen ab 3.30 Uhr auf den Hauptstrecken unterwegs. Schwere Lastwagen hatten die Schneedecke auf vielen Straßen festgefahren. FOTO: hd (Archiv)

"Es waren Plusgrade angekündigte, deshalb ist die Bereitschaft später rausgefahren, um 6.30 Uhr", räumte Betriebsdienstleiter Sascha Mertens von der Straßenmeisterei Burscheid auf Nachfrage dieser Zeitung eine Fehleinschätzung ein. Diese sorgt für den Winterdienst in einem großeren Bereich für endlose Staus. Als die Räum- und Streufahrzeuge unterwegs waren, hatten sich bereits Eisschollen auf den Fahrbahnen gebildet, die B51 war durch den Berufsverkehr bereits zugestaut, so Mertens, die Räumfahrzeuge kamen einfach nicht durch. Bis 11.30 Uhr waren die Strecken mit oberster Priorität abgefahren. Nach den Erkenntnissen von gestern habe er den Bereitschaftsdienst bis 27. Dezember bereits eingeteilt: Ab 3 Uhr morgens seien die Winterdienstkontrolleure im Einsatz.

Auf den innerstädtischen Straßen waren die Fahrzeuge des Wermelskirchener Betriebshofs schon ab 3.30 Uhr unterwegs, um die Fahrbahnen mit Schneepflug zu räumen und mit Salz ab zu streuen. "Das Problem ist, dass es weiter schneite und später Regen einsetzte, so dass sich eine Eisschicht bildete", erklärte Straßenmeister Julian von Heimburg. Schwere Lastwagen, die früh starteten, sorgten dafür, dass der Schnee festgefahren wurde, sagte Betriebshofleiter Volker Niemz. Das sei dann mit Salz kaum aufzutauen. Vier städtische Fahrzeuge und zwei weitere Fahrzeuge der Firma Sieg und Partner fuhren zunächst die Straßenabschnitte mit oberste Priorität ab, im zweiten Durchgang waren dann die Nebenstraßen an der Reihe. Nicht jeder Bürger habe dafür Verständnis, "hier klingelte laufend das Telefon. Teilweise fragten die Anrufer, warum ihre Anliegerstraße um 8 Uhr noch nicht geräumt sei", berichtete von Heimburg. Er hoffe, dass die Nebenstraße am Nachmittag noch breiter geschoben und Parkbuchten frei gemacht werden können, sagte er gestern Mittag. Vor nur halb gefüllten Klassenräumen standen gestern die Lehrer des Gymnasiums. "Rund die Hälfe der Schüler fehlte, weil sie einfach nicht aus den entfernteren Stadtteilen wegkamen", sagte Schulleiterin Marita Bahr. Busse fuhren nicht, Eltern verzichteten wegen zugeschneiter oder vereister Straßen auf den "Fahrdienst". Auch Lehrer fehlten, weil auf den Straßen kein Durchkommen war.

"Solch eine Ausnahmesituation haben wir je einmal im Jahr", meinte Bahr mit bergischer Gelassenheit. Die ursprünglich geplanten Klausuren fielen aus, sie sollen noch in dieser Woche nachgeholt werden. Die Informationen wurde um 8.30 Uhr auf die Homepage der Schule gestellt, so dass sich die Schüler nicht unter Druck gesetzt fühlten. Von zum Teil erheblichen Verspätungen im Busverkehr sprach der RVK. "Der Wintereinbruch bereitet vor allem auf den Linien 260 bis 271 Probleme", sagte RVK-Sprecherin Diana Jerchel. Bis 4.51 Uhr fuhr kein Bus. Die Linie 260 zwischen Remscheid, Wermelskirchen und Hilgen hatte bis zu einer Stunde Verspätung, die 261 bis 271 bis zu einer halben Stunde. Auch gegen 13 Uhr waren sie noch nicht im Takt, sondern rollten bis 15 Minuten verspätet an die Haltestellen. Die Feuerwehr war ausgerückt, weil ein umgestürzter Baum in Bechhausen einen Weg versperrte, eine Fachfirma entfernte ihn daraufhin, so ein Sprecher der Feuerwehr. Auf der Rückfahrt zur Wache sahen die Einsatzkräfte, dass ein Lkw auf der L 101 zwischen und Sonne und Habenichts in den Graben gerutscht war, nachdem der Fahrer versucht hatte, einen anderen Lkw zu überholen.

Quelle: RP
 
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