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Wermelskirchen
Fahrradbus - ein Modell für die Region

Wermelskirchen: Fahrradbus - ein Modell für die Region
Der Fahrradbus der Region Aachen-Eifel - er bringt die Radfahrer zu den Radstrecken oder holt sie am Ziel ab. Unterwegs ist er, wie der bergische Wanderbus, nur am Wochenende. Ein Angebot, das sicher auch entlang der Balkantrasse ziehen würde. FOTO: Roland Schultheis
Wermelskirchen. Morgens hin, nachmittags zurück: Diese Idee aus der Eifel könnte für einen noch größeren Rad-Tourismusboom sorgen. Doch noch traut sich niemand daran: Es geht ums Geld. Dabei ist der Wanderbus erfolgreich und lockt Touristen. Von Udo Teifel

Die Balkantrasse von Lennep bis Opladen lockt immer mehr Radfreunde ins Bergische, denn nicht nur auf dieser Ost-West-Trasse rollt der Radverkehr. Wermelskirchen ist auch Knotenpunkt der Radregion Rheinland, von wo aus viele Touren möglich sind. Doch viele, weniger ambitionierte Radfahrer, die es gern genießerisch rollen lassen, aber sich scheuen, zum Beispiel nach einem Ausflug an den Rhein oder bis zur Feste Zons die 22 Kilometer von Opladen bei leichter Dauersteigung wieder zurück zu radeln, vermissen eine Transportmöglichkeit. Quasi ein Pendant zum Wanderbus: einen Fahrradbus.

Das ist nichts Neues. In der Voreifel- und Eifelregion zum Beispiel sind solche Fahrradbusse längst erfolgreich im Einsatz. Sie fahren, wie der bergische Wanderbus, an Sonn- und Feiertagen von Ostern bis zum Ende der Herbstferien. Dort wird auf ehemaligen Bahntrassen geradelt, und wer zu müde Beine für den Rückweg hat, setzt sich in den Fahrradbus, stellt sein Rad auf einen Hänger und genießt dann auf der Rückfahrt die Landschaft.

Morgens hin, nachmittags zurück - das wäre sicher auch ein Angebot für Bergische oder Radfahrer aus dem Umland. Florian Leßke, Amtsleiter im Rathaus und zuständig für Wirtschaftsförderung und Tourismus, hat das Thema noch nicht ins Gespräch gebracht, fand die Anregung aber gut. Da müsste man aber erst einmal mit den acht Anliegerstädten sprechen, ob Interesse herrsche.

Die RVK-Köln ist da schon weiter. hat solche Gedanken bereits in Mobilitätskonzepten vorgestellt, leider jenseits des Rheins. Dabei ist Udo Wasserfuhr, als Prokurist in der RVK-Geschäftsführung tätig, einer der Väter des bergischen Wanderbusses. "Der Gedanke ist uns auch schon gekommen. Das schlummert seit zwei Jahren." Doch es sei nicht nachverfolgt worden, "wir sind da nicht autark, damit müssen uns die Aufgabenträger des Öffentlichen Personennahverkehrs, also der Rheinisch-Bergische Kreis und Leverkusen, beauftragen."

Mobilität und Freizeitverkehr rückten immer mehr in den Focus und gewönnen damit an Bedeutung, meinte Wasserfuhr. Deshalb komme der Fahrradbus auf die Tagesordnung. Er sehe sich als Fürsprecher einer solchen Idee und würde sich gern an der Ideenentwicklung beteiligen: "Wir fahren alles, womit wir Geld verdienen können", sagte er.

Auch im Verband "Region Köln/Bonn" sind Radbusse ein Thema. Vor allem in der Rheinschiene. Markus Utzerath, Handlungsbevollmächtigter und beratendes Vorstandsmitglied Radregion Rheinland, sieht in einem Einsatz eines Fahrradbusses entlang der Balkantrasse eine "sinnvolle, qualitative Ergänzung" für die Radregion: "So etwas macht einfach Sinn", sagte er im BM-Gespräch. Man sei gern bereit, Konzepte zu erarbeiten und Fördermittel für so ein Projekt in die Region zu holen. Aber jetzt müssten sich erst einmal die Kommunen erklären, ab sie so ein Projekt mittragen würden.

Quelle: RP
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