| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
Familienberatung bis Ende 2017 gesichert

Wermelskirchen: Familienberatung bis Ende 2017 gesichert
Simona Sieglar unterstützt Familien beim Beantragen von Fördermitteln. "Der Bedarf ist hoch", sagt sie. FOTO: J. Moll
Wermelskirchen. Sozialarbeiterin Simona Sieglar hilft Familien mit geringem Einkommen. Mehr als 800 Kinder profitieren davon. Von Walter Schubert

Über mangelnde Arbeit kann sich Sozialarbeiterin Simona Sieglar nicht beklagen. Immer wieder klingelt das Telefon im Büro der Katholischen Jugendhilfe an der Eich, und auch ihr Terminkalender ist gut gefüllt. Seit März 2013 betreut sie Wermelskirchener Familien mit geringem Einkommen. Sie hilft bei der Beantragung von Fördermitteln.

Basis war das Bundesprojekt "BuT" (Bildung und Teilhabe). Das Projekt unterstützt Kinder und Jugendliche im Alter bis 25 Jahre. Gefördert werden zum Beispiel die Teilnahme an Sportveranstaltungen, Schulfreizeiten, Nachhilfe und auch die Teilnahme am Mittagessen in den Schulen. Das Projekt war zeitlich befristet und lief Ende Juni 2015 offiziell aus.

"Das ändert aber nichts am Bedarf", sagt Simona Sieglar. Und der ist definitiv weiterhin vorhanden. "Nach wie vor brauchen viele Menschen diese Unterstützung. Und es kommen auch immer wieder neue hinzu", betont Sieglar. Die gute Nachricht: Für Wermelskirchen ist die Betreuung dieser bedürftigen Familien bis Ende 2017 geregelt. 60 Prozent der Kosten trägt das Land NRW, 40 übernimmt die Stadt Wermelskirchen. "Was danach passiert, müssen wir sehen", sagt Sieglar. Sie denkt auch an die Landtagswahl im kommenden Jahr. "Vielleicht gibt es mit einer neuen Regierung auch neue Entscheidungen."

Die Sozialarbeiterin betreut etwa 465 Familien in Wermelskirchen mit 842 Kindern. "Es gibt immer noch Menschen, die von den Fördermöglichkeiten nichts wissen. Und viele scheuen sich auch nachzufragen", sagt sie. Um Hilfe zu bitten, ist vielen Familien peinlich. Dabei ist es gerade für Kinder aus einkommensschwachen Familien ganz wichtig, integriert zu sein.

Die Schul- oder Kita-Ausflüge werden unterstützt, die Kosten teilweise sogar ganz übernommen. Auch die Bereiche Sport, Musik oder Nachhilfe können gefördert werden. "Für die Betroffenen ist es sehr schwierig, die Anträge zu stellen. Es ist kompliziert, immer wieder muss auch ein neuer Antrag gestellt werden", erläutert Sieglar. Manchmal stoßen die Antragsteller auch auf Widerstand, da sie sich im "Vorschriften-Dschungel" nicht so gut auskennen. "Da hat ein Sachbearbeiter mal einen schlechten Tag und er lehnt einen Antrag ab. Dann schalte ich mich ein, muss vermitteln und die Ansprüche durchsetzten."

Grundsätzlich sei die Zusammenarbeit mit den Schulen und der Verwaltung gut, betont Sieglar. Das Arbeitsfeld der Sozialarbeiterin ist weit gefasst und geht auch in die Bereiche Wohngeld, Arbeits- oder Ausbildungsplatz. "Vielen Familien bin ich ja namentlich und persönlich bekannt und so suchen sie für alle möglichen Dinge Hilfe bei mir", erzählt sie. Damit sie ihre Arbeit gut organisieren kann, bittet Simona Sieglar darum, einen Termin zu vereinbaren. Es mache keinen Sinn, wenn alle in das Jugendbüro an der Eich kommen. "Dann ist das Büro voll und ich kann mich nicht richtig um jeden kümmern."

Die Sozialarbeiterin hofft, dass es auch über 2017 hinaus eine Weiterführung der Unterstützungsprogramme gibt. "Ich sehe den Bedarf jeden Tag. Und daran wird sich sicher auch in den nächsten Jahren nichts ändern." Als wichtige Anlaufstelle nennt Sieglar die Ausbildungsmesse der Katholischen Jugendagentur am 29. Oktober, 10 bis 14 Uhr, im "Megafon" in Burscheid. "Das haben wir auf einen Samstag gelegt, damit Jugendliche und auch die Eltern kommen können."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Familienberatung bis Ende 2017 gesichert


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.