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Wermelskirchen
Fassade wird auch im Dunkeln saniert

Wermelskirchen: Fassade wird auch im Dunkeln saniert
Die Baugerüste um das Rathaus herum werden ausgeleuchtet, damit bis in die Abendstunden - in der Regel etwa bis 20 Uhr - gearbeitet werden kann. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Wermelskirchen. Die Betonsanierung des Rathauses schreitet voran. Ein Abschnitt ist komplett fertig, dort könnte die neue Fassade samt Dämmung bereits montiert werden. Problem: Die beauftragte Fachfirma muss zurzeit noch andere Aufträge beenden. Von Sebastian Radermacher

Wer zurzeit am frühen Abend über den Brückenweg fährt, dem wird der große beleuchtete "Kasten" deutlich auffallen: das Rathaus. Es ist aber nicht so, dass die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nach Feierabend einfach mal das Licht in ihren Büros angeschaltet lassen. Die Beleuchtung hat einen anderen Grund: Die Fachfirma, die mit der Betonsanierung des Rathauses beauftragt wurde, arbeitet bis in die Abendstunden hinein. Da die Sanierung - an der Außenwand müssen verrostete Eisenstangen freigestemmt und etliche poröse Betonstellen neu verspachtelt werden - sehr lärmintensiv ist, beginnen diese Arbeiten immer erst am Nachmittag. Damit die Bauarbeiter trotzdem zügig vorankommen, werden die Gerüste komplett ausgeleuchtet. "So können sie auch im Dunkeln arbeiten", sagt Frank Kieseler vom städtischen Gebäudemanagement. "Bis etwa 20 Uhr am Abend wird gearbeitet."

An etlichen Stellen ist der Beton der Rathaus-Außenwand porös, diese "Kiesnester" müssen zwingend entfernt und neu verspachtelt werden, bevor die neue Fassade montiert werden kann. FOTO: Moll

Die Rathauswand musste bereits an mehr als 20.000 Stellen freigestemmt werden, weil der Beton dort teilweise bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern porös ist. Die Beseitigung dieser "Kiesnester" - das sind Stellen, in denen die Außenwand fast nur aus Kies und nur einem äußerst geringen Zement-Anteil besteht - bedeutet einen erheblichen Mehraufwand. Erst wenn die Betonsanierung beendet ist, kann die neue Fassade samt Dämmung montiert werden.

Die Betonsanierung wird in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Zunächst werden die rostigen Eisenstangen und die "Kiesnester" freigestemmt. Anschließend werden die Flächen gesandstrahlt und die Löcher mit einem bestimmten Zementmaterial neu verfüllt. Dann wird die Fläche mit einer speziellen Spachtelmasse (zwei Schichten) überzogen. Die Fachfirma arbeitet sich um das Gebäude herum. Im ersten Abschnitt - über dem Eingang zum Bürgerzentrum/Bürgerbüro - ist die Betonsanierung bereits komplett abgeschlossen, sagt Kieseler. Bedeutet: Dort könnte bereits die neue Aluminiumfassade samt Wärmedämmung montiert werden.

Das Problem: Weil die Stadt die Fassadensanierung wegen der Betonschäden auf unbestimmte Zeit verschieben musste, kann die entsprechende Firma nun nicht Gewehr bei Fuß stehen. "Die Firma hat andere Aufträge angenommen, die sie jetzt erst einmal beenden muss", erklärt Kieseler. Er ist aber optimistisch: "Das Unternehmen hat versichert, dass die Fassadensanierung am Rathaus so schnell wie möglich beginnen soll. Eventuell klappt es noch in diesem Jahr." Das wäre auch wichtig für die Mitarbeiter. Da das Rathaus nämlich von außen zurzeit überhaupt nicht gedämmt ist, kühlen die Büros sehr schnell aus. "Die Heizung muss Tag und Nacht durchlaufen. So können wir aber eine Raumtemperatur von mindestens 20 Grad gewährleisten", sagt Kieseler.

Während im ersten Abschnitt die Fassade angebracht werden kann, müssen die anderen Flächen rund um das Gebäude noch freigestemmt, gesandstrahlt oder verspachtelt werden. Kieseler hat in diesem Zusammenhang auch immer einen Blick auf die Wetterlage. Denn das Spachteln kann nur erfolgen, wenn die Außentemperatur dauerhaft mehr als acht Grad beträgt, zudem darf es nicht in Strömen regnen. Er hofft, dass so schnell wie möglich die restlichen Flächen freigestemmt werden können. "Dann ist wenigstens schon einmal der Lärm weg." Am Zeitplan hat sich nichts geändert. Ziel sei, die komplette Sanierung des Bürgerzentrums im August 2016 abzuschließen. Kieseler: "Wenn alles optimal läuft, können zu Ostern die ersten Gerüste abgebaut werden."

Quelle: RP
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