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Wermelskirchen
FDP ist gegen Freizeitpark hinter Lidl

Wermelskirchen. Die Liberalen befürworten eine Fläche an der Beltener Straße. Der Verkauf des Grundstücks hinter Lidl würde einen sechsstelligen Betrag bringen. Die FDP vermisst den Willen zum Sparen - bei vielen Projekten sei die Finanzierung unklar. Von Sebastian Radermacher

Die FDP Wermelskirchener kritisiert die Pläne der Stadtverwaltung, die Fläche an der B 51 hinter dem Lidl-Markt für einen Jugend- und Freizeitpark mit integrierter Skateranlage zu nutzen. "Wir lehnen den Skaterpark nicht gänzlich ab. Bürgermeister Rainer Bleek forciert den Standort hinter Lidl - das ist für unsere Fraktion aber ein ,No-Go'", sagt Fraktionsvorsitzender Jürgen Manderla. Zur Begründung sagt der stellvertretende Ortsvorsitzende Stephan Theil: "Der Verkauf dieser Fläche an gewerbliche Interessenten würde die Einnahmesituation der Stadt um einen hohen sechsstelligen Betrag verbessern." Zudem würde der Standort der beiden gewerblichen Anlieger (die Autohäuser Messink und Hildebrandt) perspektivisch verbessert. Nach BM-Informationen gibt es im Rathaus Pläne für einen Freizeitpark hinter Lidl, dessen Bau in etwa so viel kosten soll wie die Summe, die die Stadt durch den Verkauf des Grundstücks einnehmen könnte.

Die FDP schlägt zwei alternative Standorte für eine Freizeitanlage vor: den Tenter Sportplatz und die Brachfläche im Bereich Belten, zwischen der Beltener Straße und der Dellmannstraße. Letzteres Areal wäre laut FDP viel besser geeignet. "Dort ist auch ein Bolzplatz verfügbar", sagt Manderla. Zudem meinen die Liberalen, dass ein Freizeitpark nicht zwingend einen "Rastplatz" für Radfahrer der Balkantrasse haben müsse. Theil: "Warum sollen Radfahrer nicht ein paar hundert Meter weiter im Bereich der Telegrafenstraße Pause machen und dort ihr Geld lassen?"

Bürgermeister Rainer Bleek teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass die Grundstücksfrage hinter Lidl noch nicht geklärt ist. "Es gibt unterschiedliche Vorstellung, was die Realisierung angeht." Die Autohäuser möchten die Fläche gerne haben, um zu expandieren. Auf der anderen Seite bräuchte die Stadt für die geplante Trassen-Radweg-Führung über Zenshäuschen Flächen, die noch im Besitz der Anlieger sind. Auch das Thema Lärmschutz sei noch nicht abschließend geklärt. Letztlich sei entscheidend, an welcher Stelle zu welchen Kosten der Bau einer Freizeitanlage möglich sei. Dabei fokussiert sich die Verwaltung nicht ausschließlich auf das favorisierte Areal hinter Lidl. "Es gibt auch eine Alternativplanung", sagt Bleek, ohne Details zu nennen.

Unabhängig von den Plänen für den Freizeitpark geht die FDP mit dem Bürgermeister und den übrigen Fraktionen hart ins Gericht. Sie vermisst in Zeiten des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) den unbedingten Willen zum Sparen. Manderla betont, dass die FDP nicht den Sinn der Projekte infrage stellt, sondern lediglich den Zeitpunkt. Drei Beispiele:

Kunstrasen Ein zweiter Platz sei nötig, aber erst nach dem Haushaltsausgleich 2021.

Hallenbad Die FDP sei für ein neues Hallenbad im Rahmen der im Haushalt angedachten Mittel von etwa 4,5 Millionen Euro, weil sich in diesem Ansatz der Betrieb durch die Einsparungen rechnet. "Allerdings geht der Flurfunk im Rathaus von inzwischen etwa acht Millionen Euro aus - wie soll das funktionieren, ohne den Haushalt künftig in komplette Schieflage zu bringen?", fragt Manderla.

Brandschutz Die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplans in der vorliegenden Form treibe die Stadt langfristig in die finanzielle Handlungsunfähigkeit. "Wollen wir das wirklich?", fragt Theil.

Quelle: RP
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