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Wermelskirchen
Fehler im Jahresbescheid sorgt für Unmut

Wermelskirchen: Fehler im Jahresbescheid sorgt für Unmut
FOTO: Teifel, Udo (tei)
Wermelskirchen. Jahrelang haben "einige" Grundbesitzer halbjährlich eine zweite Biotonne im Einsatz gehabt und dafür anteilig bezahlt. Der Fehler wurde korrigiert. Guido Lange schimpft über ständige Gebührenerhöhungen und weniger Leistungen. Von Udo Teifel

Der jetzt bei einer internen Prüfung aufgedeckte Fehler im Gebührenbescheid einiger Bezieher von Biotonnen hat nun den ebenfalls betroffenen Dabringhausener Guido Lange auf den Palme gebracht. Seit Jahren bestellt er halbjährig eine zweite Biotonne hinzu, um den zusätzlichen Rasenschnitt ordnungsgemäß zu entsorgen. Dies geht plötzlich nicht mehr. Er muss fortan ganzjährig eine zweite Biotonne anmelden und bezahlen - die damit verbundene "Gebührenerhöhung" empfindet der Eigentümer als "dreist und unerklärlich".

Der Mittelständler hadert mit den "ständig steigenden Belastungen" und formuliert seinen Unmut in einem Schreiben an den Bürgermeister und den Stadtkämmerer. In den vergangenen Jahren hatte er eine 120-Liter-Biotonne von April bis Oktober zusätzlich bestellt und dafür zunächst 43,40 Euro bezahlt, später dann bis zu 59,50 Euro. Jetzt muss er den vollen Preis von 104,40 Euro entrichten. Dass eine begrenzte Abrechnung nicht funktioniere, bezeichnete er als reinen Unfug- "hier soll einfach mehr abkassiert werden". Lange benötigt die zusätzliche Tonne, um eine 300 Quadratmeter große Rasenfläche gegenüber dem Dorfpark gepflegt zu halten. Er wird nun aber keine zweite Biotonne mehr nehmen, denn er will die Fläche nicht mehr mähen. Er plant eine wilde Blumenwiese, und sollte ihm der Anblick nicht mehr gefallen, werde er einen Sichtschutzzaun ziehen. "Sollten Spaziergänger dann die Altenberger Straße als ungepflegt ansehen, werde ich die Beschwerden der Dorfbewohner gern an Sie weiterleiten", schreibt er.

Die an die Altenberger Straße angrenzende Rasenfläche wird fortan nicht mehr gemäht. Dort entsteht eine wilde Blumenwiese. FOTO: Moll

Ihm habe immer viel daran gelegen an einem schönen Dorfkern. "Ich wollte immer etwas zurückgeben, damit das Dorfbild schön bleibt." Aber diese neue Entscheidung der Stadtverwaltung, keine zusätzlichen halbjährlichen Biotonnen zu ermöglichen, setze für ihn den Schlusspunkt unter einer Entwicklung, die er so nicht mittrage. Damit meint er die "Serie" von Gebührenerhöhung, zum Beispiel der Grundbesitzerabgaben ("völlig unbegründet"), und der stetig wegfallenden Leistungen. Wie die Straßenreinigung, die nur nach Bedarf erfolge oder die Kosten für die neue Freibadtechnik, die privat organisiert wurde. "Eltern und Lehrer reinigen schon Klassenräume, und der schöne, hochwertige Spielplatz im Dorfpark wurde durch billige Plastikgeräte ersetzt." Die Straßen im Dorf würden nur noch geflickt. Dazu kämen keine sinnvollen Verbindungen nach Köln, Wuppertal oder Düsseldorf für Jugendliche, kein städtisches Freibad, aber immer weitere Erhöhungen. "Wermelskirchen ist eben doch mehr Dorf als Stadt - und dafür langsam sehr teuer", schreibt Lange.

Stadtkämmerer Bernd Hibst kann den Unmut des Bürgers über die Gebührensatzung nicht verstehen. In der Satzung stehe ganz klar, dass eine halbjährige Abrechnung nicht möglich sei. Dass dies doch in den vergangenen Jahren erfolgte, sei ein Fehler, der im Rahmen einer Überprüfung von 17.000 Bescheiden festgestellt und jetzt korrigiert wurde.Der Kämmerer spricht von "einigen Fällen", die ebenfalls eine zweite Tonne halbjährlich in der Vergangenheit bezahlt hätten. Viele würden jetzt die Jahresgebühr akzeptieren. Die Stadtverwaltung habe Herrn Lange in dem Schreiben aber auch Alternativen angeboten, sagt Hibst. So gibt es eine kostenfreie Abgabemöglichkeitenabfälle an acht Termine auf dem Reterra-Gelände an der Albert-Einstein-Straße. Es können auch Bio-Abfallsäcke (Stückpreis: fünf Euro) erworben werden. Der Grünabfallsack (110 L) kostet 2,50 Euro. "Ich finde, das ist ein Superservice, den wir den Bürgern anbieten."

Quelle: RP
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