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Wermelskirchen
Festival der Chöre sorgt für gute Laune

Wermelskirchen: Festival der Chöre sorgt für gute Laune
Der MGV Niederwermelskirchen (mit Dirigent Peter Rinne) und der Männerchor 1844 eröffneten gestern im Bürgerzentrum das Festival der Chöre. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Heitere Lieder begeistern die Besucher im Bürgerzentrum. Den Wechsel vom Ellinghausener Hoffest in die Stadt sehen die Sänger mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Von Bernd Geisler

14 Chorauftritte und ein volles Bürgerzentrum: Das "Festival der Chöre" am Sonntag hatte seinen Namen verdient. "Nach vielen Jahren in Ellinghausen findet es diesmal aufgrund von Auflagen des Landes hier im Bürgerzentrum statt", sagte Marcus Kirstein, Vorsitzender des veranstaltenden MGV Niederwermelskirchen, in seiner Begrüßung. Diese Tatsache sahen einige Mitglieder der auftretenden Chöre mit einem "lachenden und einem weinenden Auge": Auf der einen Seite sei "der Charakter eines Dorffestes mit Grill und Hüpfburg abhandengekommen" (Matthias Jörgens, Quartettverein "Blüh Auf" Grünenbäumchen), auf der anderen Seite sei das Festival "unabhängig vom Wetter und von der Anzahl der Parkplätze" (Michael Sengespeick, MGV 1909).

Wie nicht anders bei den sangesfreudigen Aktiven und interessierten Zuhörern zu erwarten, war überall eine freudige, gelöste Stimmung zu spüren. Das Hintergrundbild der Bühne zeigte auf der gesamten Breite einen heiteren, mit weißen Wolkentupfern durchsetzten blauen Himmel. Was passte dazu besser als "Der Himmel lacht, die weißen Wolken fließen" (aus Capriccio Italien von Peter Tschaikowski)? Der MGV 1909 und der MC 1844 brachten dieses Lied zusammen auf die Bühne. Überhaupt: Ein geeigneterer Beginn dieses Chorfestivals war schwerlich vorstellbar. Es lag alles drin: vom "Bergischen Sängerspruch" zu Anfang über die gute Laune des "Capriccio" bis zum humorigen "Der Hahn von Onkel Giacometo" mit einem beispiellosen Hahnenschrei ("Kickerikiiiiii") des Dirigenten Peter Rinne. Brausender Applaus folgte.

Auf die kräftigen Männerstimmen folgte der helle Sopran der Frauen des Kirchenchores Hilgen-Neuenhaus. Sie beschworen den Sommer mit "Nun kommt das große Glühen" (Dirigent Peter Rinne) und sorgten so für zusätzlichen musikalischen Sonnenschein im Bürgerzentrum

Das deutsche Liedgut umfasst natürlich auch Nachdenkliches. Eine solche Atmosphäre brachten der MGV Dhünn zusammen mit dem Quartettverein "Blüh Auf" Grünenbäumchen unter der Leitung von Jürgen Kohlgrüber mit "Der Wanderer" von Franz Schubert trefflich auf die Bühne. Dieser Auftritt war es wert, auch mal in sich zu gehen. Ob es dafür allerdings notwendig ist, sich anstatt einer Frau einen Hund zuzulegen? Das brachte das Lied "Männer in den reifen Jahren" (Die Räuber) mit "... lasst die Hände von der Frau, es gibt so viel arme Hunde, kauft euch lieber nen 'Wau-Wau'" jedenfalls zum Ausdruck.

Am Rande zeigte sich Ralf Becker, Vorstand des MC 1844, in gelöster Stimmung. Auf die Frage, ob der MC 1844 in Zukunft wie heute zusammen mit dem MGV 1909 öfter auftreten werde, sagte er: "Ich blicke optimistisch in die Zukunft." Der MGV habe für dieses Chorfest angefragt und der MC "hat gerne mit dem MGV zusammen gesungen". Der MC 1844 freue sich auf sein Sommerfest am 1. Juli. Gleichwohl plagten ihn, wie vielen anderen Chören auch, Nachwuchssorgen.

Oben auf der Bühne ging's derweil weiter mit dem "Gebiss meines Großvaters ("Klapper-Klipp") und den Sorgen aller: "He deit et wih un do deit et wih" (Bläck Fööss). "Wenn es anfängt weh zu tun, dann singt im Chor", forderte Wolfgang Weber vom MGV Dhünn alle Besucher auf. Dass ein solches Programm ins Schwarze trifft, wundert nicht. "Diese heiteren Lieder tun richtig gut", sagte eine froh gestimmte Besucherin.

Quelle: RP
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