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Wermelskirchen
Feuerwehr spart der Stadt 50.000 Euro

Wermelskirchen: Feuerwehr spart der Stadt 50.000 Euro
Ehrenamtlicher Einsatz im Feuerwehrgerätehaus in Dabringhausen: Peter Wetzke (v.l.), Ralph Sichelschmidt und Fabian Leichtle packten mit an. FOTO: Peter Meuter
Wermelskirchen. Der Feuerwehr-Löschzug in Dabringhausen wartet sehnlichst auf neues Gerätehaus. Das veraltete Gebäude platzt aus allen Nähten. Die Feuerwehrleute bauten es jetzt in Eigenregie um, damit ein neues Dienstfahrzeug hineinpasst. Von Stephan Singer

Hätte der Löschzug IV der Freiwilligen Feuerwehr endlich sein dringend benötigtes, neues Gerätehaus in Dabringhausen, wäre diese engagierte Aktion gar nicht nötig gewesen: Mit vereinten Kräften und in ihrer Freizeit legten die ehrenamtlichen Brandbekämpfer innerhalb von drei Tagen den Hallenboden von zwei Stellplätzen sowie die dazugehörigen Einfahrten im Gerätehaus an der Altenberger Straße um gut 30 Zentimeter tiefer. Nötig wurde das, weil der Löschzug im September ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) erhalten wird und dieses Gefährt ohne die Tieferlegung des Bodens nicht in das Gebäude passen würde.

Mit ihrem Einsatz ersparten die Feuerwehrleute dem städtischen Haushalt einen Gegenwert von etwa 50.000 Euro - so viel hätte diese Baumaßnahme nämlich gekostet, wenn sie privatwirtschaftlich abgewickelt worden wäre. "Da die Tage des alten Gerätehauses gezählt sind, hätte die Stadt die Summe wohl nicht mehr investiert. Wir wollten aber unbedingt sicherstellen, dass wir das Fahrzeug im September nach Dabringhausen bekommen", sagt Sebastian Engelke.

Der Löschzugführer ist zurecht stolz auf seine Mannschaft: "Für die Freiwilligen Feuerwehrleute ist so ein neues Auto natürlich ein Motivationsschub, wir identifizieren uns mit unseren Einsatzfahrzeugen." Ein neues Gefährt bekomme ein Löschzug schließlich nur alle Jubeljahre. Das neue TLF ersetzt übrigens das mehr als 30 Jahre alte Vorgängerfahrzeug, das zuletzt in die Schlagzeilen geraten war, weil es wegen defekter Bremsen in eine Bushaltestelle gekracht war.

"Wir haben einen Plan gemacht und in Schichten gearbeitet, weil schon alleine aus beruflichen Gründen ja nicht jeder von uns zu jeder Zeit kann", erzählen die Dabringhausener Feuerwehrmänner Fabian Leichtle (18), Ralph Sichelschmidt (56) und Peter Wetzke (59). 150 Quadratmeter Beton und Asphalt mussten für die Aktion mit schwerem Gerät aufgestemmt und abgefahren werden. Für den neuen Boden wurden dann 30 Tonnen Schotter und 80 Tonnen Asphalt aufgebracht. "Die Stadt hat uns dafür das Material und die Maschinen zur Verfügung gestellt. Wir haben unsere Arbeitszeit und unser Wissen eingebracht", berichtete Engelke.

Bei der Asphaltierung haben die Mitarbeiter des Betriebshofs die Feuerwehrleute unterstützt. Der Löschzugführer, der auch hauptamtlicher Feuerwehrmann an der Hauptwache Vorm Eickerberg ist, weiß: "Die modernen Feuerwehrfahrzeuge sind alle höher gebaut als noch zu den Zeiten, als das Gerätehaus an der Altenberger Straße errichtet wurde." Das ist mehr als 50 Jahre alt, bereits vor 20 Jahren wurde ein Teil des Bodens im Gerätehaus schon einmal abgesenkt, damit ein "Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug" (HLF), das nach wie vor im Einsatz ist, dort untergestellt werden konnte.

Die 43 aktiven Feuerwehrleute in Dabringhausen sind sich einig: "Wenn wir das neue Fahrzeug jetzt nicht kriegen würden, wäre das der nächste Schlag in unser Gesicht gewesen." Der Löschzug wartet nämlich händeringend auf ein neues Gerätehaus. "Wir haben eine gut aufgestellte Truppe, wie man an dieser ,Hau-Ruck-Aktion' sehen kann. Aber der Frust wächst", sagt Engelke. Das Gerätehaus an der Altenberger Straße ist nicht nur veraltet, es ist mittlerweile schlicht zu klein. Um Platz in der Wagenhalle zu schaffen, haben die Wehrleute mittlerweile ihre Spinde in den Aufenthaltsraum gestellt - zwischen den Schränken kann man sich gerade noch einigermaßen bewegen. "Es haben noch nicht einmal alle Feuerwehrleute einen eigenen Spind. Im vergangenen Jahr kamen sechs Mitstreiter hinzu, die sich Spinde mit anderen teilen. Uns fehlt dafür der Platz", sagt Engelke.

Der ehrenamtliche Einsatz der Feuerwehrleute wird von den Menschen im Dorf sehr geschätzt. So lobt etwa Dirk Wartmann: "Wenn man bedenkt, wie lange die Löschgruppe bereits auf ein neues Gerätehaus wartet, ist dieser Einsatz besonders hervorzuheben. Als Einwohner von Dabringhausen bin auch ich im Notfall Nutznießer der Freiwilligen Feuerwehr. Deshalb ein herzliches Dankeschön für diese ehrenamtliche Tätigkeit."

Quelle: RP
 
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