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Wermelskirchen
Feuerwehrleute funken bald digital

Wermelskirchen: Feuerwehrleute funken bald digital
FOTO: Moll Jürgen
Wermelskirchen. Die analogen Funkgeräte haben ausgedient, die Umstellung auf digitale Technik läuft an. Diese ist abhörsicher und hat eine bessere Reichweite. Wann die Feuerwehr komplett umstellt, ist unklar. Die Polizei nutz Digitalfunk schon seit 2014. Von Sebastian Radermacher

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Wermelskirchen werden ab Anfang 2017 noch einmal die Schulbank drücken müssen. Was sie dort lernen, ist enorm wichtig für ihre tägliche Arbeit. Denn die Feuerwehrleute erhalten detaillierte Informationen über die Nutzung des Digitalfunks. Die Feuerwehr rüstet nämlich bald auf den neuen Technik-Standard um - die mehr als 30 Jahre alten analogen Funkgeräte sollen dann endgültig auf dem Sondermüll landen.

"Unsere Feuerwehr hat zehn digitale Funkgeräte erhalten, mit denen die Einsatzkräfte bereits üben können. Die Infrastruktur ist im Aufbau", sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. Die Feuerwehrleute erhalten eine Schulung über 24 Stunden - acht Stunden Grundschulung, 16 Stunden Vertiefung. Der Umfang der Schulung hängt davon ab, welche Funktionen die Einsatzkräfte im Dienst übernehmen und welches Wissen sie demnach über die digitalen Geräte haben müssen.

Die Umstellung auf Digitalfunk ist ein bundesweites Projekt, das auf Landesebene umgesetzt wird. Ursprünglich sollte der Wechsel bereits vor Jahren erfolgt sein, doch der Start wurde immer wieder verschoben. Das digitale Funknetz hat laut Experten einige Vorteile im Vergleich zum analogen Funk. Zunächst einmal ist die Reichweite deutlich verbessert. Die Technik funktioniert kreisweit - egal, wo man sich befindet. Beim Analogfunk gibt es bislang zwei Frequenzbänder und drei Funkkanäle für die Kommunikation - im Digitalfunk werden es viel mehr sein. Außerdem ist die Sprachverständlichkeit beim Digitalfunk besser, das typische Rauschen der analogen Funkgeräte ist Geschichte. Mit der wichtigste Vorteil des Digitalfunks ist für Experten der Sicherheitsaspekt: Der digitale Funk ist nämlich abhörsicher. Die Sprache wird bereits im Funkgerät codiert und erst im Empfangsgerät wieder entschlüsselt. Letzteres sieht Arne Feldmann aber gar nicht mal unbedingt als Vorteil. "Durch die Möglichkeit des Abhörens hat man immer auch eine gewisse Sicherheit geschaffen", meint er.

Etwa 80 neue Handfunkgeräte wird die Feuerwehr Wermelskirchen benötigen. Außerdem müssen rund 30 Einsatzfahrzeuge auf den neuen Technikstandard umgerüstet werden. Ein digitales Funkgerät kostet etwa 1000 Euro. Jedes Gerät hat laut Feldmann 120.000 verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. "Theoretisch kann man mit dem Gerät auch GPS-Daten und Fotos übermitteln", sagt der Ordnungsamtsleiter. "Für einen ersten Schritt zur Einführung des Digitalfunks sind für die Feuerwehr 50.000 Euro im Haushalt 2016 eingeplant, der Restbetrag wird für 2017 mit etwa 100.000 Euro kalkuliert", sagt Kämmerer Bernd Hibst. Wann die endgültige Umrüstung erfolgen wird, kann Feldmann noch nicht sagen. "Es ist noch unklar, wann der Echtbetrieb beginnt. Es sind auf Kreisebene noch einige Fragen zu klären", erläutert der Ordnungsamtsleiter.

Konkret geht es um die Frage, wer die Federführung bei der Einführung des Digitalfunks bei den Feuerwehren im Kreisgebiet übernehmen wird. Eine Vereinbarung sieht vor, dass diese Aufgabe der Rheinisch-Bergische Kreis übernehmen soll - das muss der Kreistag aber noch beschließen.

Eigentlich wären - zumindest bei den Feuerwehren - die Kommunen selbst für das Thema Digitalfunk zuständig. Weil das Thema aber so wichtig und umfassend ist, soll der Kreis die Aufgabe übernehmen. Die Kreisverwaltung will zwei Mitarbeiter im Amt für Feuerschutz und Rettungswesen einstellen, die die Koordinierung übernehmen.

Es geht dabei vor allem um die Infrastruktur, um die Software und die Wartung der neuen digitalen Geräte. Letzteres nennt Dezernent Jürgen Graef als Beispielfrage, die es noch zu klären gilt. "Wenn der Kreis die Wartung der Geräte übernimmt, müssten wir unsere Fahrzeuge jedes Mal nach Bergisch Gladbach fahren, wenn etwas anliegt. Über dieses Thema müssen wir noch sprechen", sagt der Beigeordnete.

Quelle: RP
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