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Wermelskirchen
Firma Posseik stellt Insolvenzantrag

Wermelskirchen: Firma Posseik stellt Insolvenzantrag
Im Dezember 2013 ging die Firma Posseik eine Kooperation mit einem Unternehmen in China ein. Auf dem Foto sind zu sehen (v.l.): Scott Andersen, Pan Jie, Zheng Shoude, Firmenchef Horst-Jürgen Posseik und Arnd Dorfmüller. FOTO: Hertgen (Archiv)
Wermelskirchen. Die Möbelfabrik mit Sitz an der Industriestraße kann die Mai-Gehälter der 80 Mitarbeiter nicht mehr zahlen. Laut Insolvenzverwalter sollen "möglichst viele Arbeitsplätze" erhalten bleiben. Ende 2013 sah die Entwicklung noch gut aus. Von Sebastian Radermacher

Es ist noch keine zwei Jahre her, da schloss die Firma Posseik einen Kooperationsvertrag mit einem großen Unternehmen in China ab. Es ging um die Produktion von Küchenmöbeln - nach den individuellen Wünschen des Kooperationspartners. Der erste Auftrag hatte ein beachtliches Volumen: 200 Container, voll beladen mit Küchenmöbeln, gingen im Dezember 2013 auf die Reise. "Durch diese Stückzahlen werden wir unseren Umsatz kräftig steigern, wir werden wieder eine zweite Schicht einrichten, um das alles zu produzieren", sagte Firmenchef Horst-Jürgen Posseik damals im BM-Gespräch. Die Kooperationspartner dachten zu dieser Zeit offen über einen Ausbau der Zusammenarbeit nach - sogar von einer chinesischen Möbelfirma in Deutschland als eine Möglichkeit war die Rede.

Die Realität sieht heute anders aus. Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Firma Posseik blieb aus, die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich - am 21. Mai zog der Firmenchef die Reißleine und stellte für die Posseik Möbelfabriken GmbH einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Köln. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Peter Neu, Rechtsanwalt aus Remscheid, bestellt. "Ich bin gerade dabei, mir einen Überblick zu verschaffen", sagte er gestern auf Anfrage der BM. Der Insolvenzantrag sei wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt worden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter bestätigte, dass die Firma Posseik ihren etwa 80 Mitarbeitern die Gehälter und Löhne für den Monat Mai nicht zahlen könne. Diese sollten am 10. Juni überwiesen werden. Zurzeit sei man damit beschäftigt, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten. "Wir führen Gespräche mit Kunden, Lieferanten und den Mitarbeitern", sagte Neu. Außerdem sei eine sogenannte Insolvenzgeld-Vorfinanziereung in die Wege geleitet worden, so dass die Löhne und Gehälter weiter gezahlt werden können. Ziel sei, eine dauerhafte Lösung zu erreichen.

Die Mitarbeiter haben derweil Sorge um ihre Arbeitsplätze. Der Insolvenzverwalter sagte, dass "möglichst viele Arbeitsplätze" erhalten bleiben sollen. Allerdings sei es jetzt noch zu früh, zu dem Thema etwas Konkretes zu sagen. Zurzeit laufe das vorläufige Verfahren, der Antrag werde vom Gericht überprüft, zudem wird der Insolvenzverwalter ein Gutachten erstellen. "Ich gehe davon aus, dass das Insolvenzverfahren Anfang August eröffnet wird", sagte Neu und fügte an: "Ich hoffe, dass wir im September wissen, wie die Lösung für das Unternehmen aussieht."

Die Firma Posseik gab gestern auf Anfrage der BM keine Stellungnahme zum Insolvenzantrag ab.

Quelle: RP
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