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Wermelskirchen
Flüchtlinge lernen die Stadt kennen

Wermelskirchen. Für viele Flüchtlinge aus dem arabischen Raum ist das Bergische Land eine ganz neue Erfahrung. Landschaft, Häuser, Städte und vor allem das Wetter sind völlig anders als in ihrer Heimat. "Die Menschen sollen einfach mehr über Wermelskirchen erfahren", sagte Pfarrerin Cornelia Seng von der Flüchtlingsinitiative "Willkommen in Wermelskirchen". "Wir wollen erzählen, warum es hier so aussieht und wie es entstanden ist." Von Walter Schubert

In Kooperation mit Klaus Flanhardt vom Arbeitskreis Loches wurden Flüchtlinge zu einem Stadtspaziergang eingeladen. Lehrerin und Stadtführerin Heike Frankone hielt ihren Vortrag in französischer Sprache. "Das ist für mich eine Premiere", sagte sie. Und eine Premiere dürfte auch die arabische Übersetzung von Dr. Husam Darwish gewesen sein. Treffpunkt war vor der Stadtkirche, aufgrund des "bergischen Wetters" mit reichlich Regen verlegten die Organisatoren den Vortrag dann aber in die Kirche.

Frei nach dem bergischen Spruch "Wer was auf sich hält, kommt mit einem Schirm zur Welt" startete Stadtführerin Frankone ihren Vortrag mit dem bergischen Wetter. Durch Berge und viele Talsperren regnet es eben sehr viel. Sie berichtete über die Entstehung der Stadt, über den Zusammenschluss mit Dabringhausen, Dhünn und weiteren Ortschaften. Frühere Handelswege sind noch in den Namen Remscheider- oder Kölner Straße zu erkennen. Sie erklärte die typischen bergischen Häuser in Fachwerkbauweise und die Verschieferung. Auch die ehemaligen Industriebereiche wie Bandwirkereien oder die Schuhindustrie wurden beschrieben. Über Carl Leverkus, die Stadt Leverkusen und die Bayer-Werke führte der Weg zum Produkt Aspirin. Und das ist sogar im arabischen Raum bekannt.

Auch das Wermelskirchener Stadtwappen mit Schwan, Stadtkirche und Eiche wurde erklärt. Offenbar ein interessanter und kurzweiliger Vortrag, denn die Flüchtlinge hörten aufmerksam zu und stellten immer wieder Fragen. Normale Namen, etwa die Kattwinkelsche Fabrik, erwiesen sich in der arabischen Version als Zungenbrecher und sorgten für viel Erheiterung.

Nach der Theorie startete die praktische Erkundung durch die Stadt. Zunächst rund um die Stadtkirche mit dem kleinen Markt als historisches Zentrum. Dann weiter zur Eich mit dem typischen Baustil der Bürgerhäuser und dem Hotel zur Eich. Der Hinweis auf die Partnerschaft zu Frankreich durfte am Loches-Platz nicht fehlen, auch das Denkmal mit der Figur des Schusters war ein Anlaufpunkt.

Nach einem Besuch der Katt stand noch ein gemeinsames Kaffeetrinken im Haus der Begegnung an. Es war für alle Beteiligten ein angenehmer Abschluss, denn das bergische Wetter konnte am Samstagnachmittag wieder voll überzeugen.

Quelle: RP
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