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Wermelskirchen
Flüchtlingskinder lernen in Schwanenschule

Wermelskirchen. Die Kommunikation mit den Kindern klappt gut. Für ihre Eltern werden noch Dolmetscher gesucht. Von M. Eickhorn

Seit dem Ende der Sommerferien betreut die Schwanenschule sechs Flüchtlingskinder. In zwei Unterrichtsstunden pro Tag lernen sie gezielt die deutsche Sprache, während der restlichen Zeit besuchen sie regulär die erste Klasse. Für andere Kinder ergeben sich keine Nachteile, weil der normale Schulalltag weiterläuft. Einer der Flüchtlingsjungen schnitt bei einem Bild-Wort-Test bereits mit besseren Ergebnissen ab als viele seiner deutschsprachigen Klassenkameraden.

"Das ist ganz erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die meisten Flüchtlinge zu Beginn kein Wort Deutsch gesprochen haben", berichtete Elke Kreß, die den Unterricht als sozialpädagogische Fachkraft koordiniert. Am gestrigen Donnerstag kamen drei Flüchtlingskinder zum Förderunterricht, die anderen feierten das Zuckerfest.

Ein neues Puppenhaus bereitete ihnen besonderen Spaß. Einer der Jungen bügelte mit einem Mini-Bügeleisen die Puppenbettwäsche, ein Mädchen baute Schubladen aus Schränken aus und setzte sie wieder zusammen. Was nach Spiel aussah, hatte gleichzeitig einen Lerneffekt. "So lernen sie, Sachen zu benennen, die sie im Alltag sehen", erklärte Heidi Lambeck, die die Flüchtlingskinder als ehrenamtliche Sprachpatin immer donnerstags und freitags betreut.

Auch mit Karteikarten werden Wörter geübt. "Wir haben zum Beispiel Karten, mit denen Kleidungsstücke erklärt werden können. Die abgebildeten Sachen sind auf Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und Deutsch beschrieben", erklärte Elke Kreß anhand von Karten mit den Aufdrucken "Hosenträger", "Mütze" und "Hausschuhe".

Auf das, was sie in den vergangenen Wochen auf die Beine gestellt haben, sind die Beteiligten der Schwanenschule stolz. "Es läuft richtig gut. Und die Kinder lernen sehr, sehr schnell."

Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit Cornelia Seng und der Evangelischen Kirche, berichtete Katrin Wagner, Leiterin der Schwanenschule. "Frau Seng hatte die Ideen, unsere Schule hatte den Bedarf."

Sechs ehrenamtliche Sprachpaten kommen nun regelmäßig an die Grundschule. Heidi Lambeck ist gelernte Erzieherin, andere sind einfach pensioniert und hochmotiviert. "Die Kinder haben inzwischen Vertrauen zu uns, obwohl sie aus einem völlig fremden Kulturkreis kommen. Und ihre Mitschüler machen toll mit, nehmen sie mit auf den Pausenhof oder in die Offene Ganztagsschule", sagte Elke Kreß. In einer kleinen Gruppe Deutsch zu lernen, helfe den Kindern. "Bei manchen weiß man noch nicht, ob sie von ihrer Flucht traumatisiert sind."

Die Schwanenschule bemüht sich darum, allen Eltern eigene Dolmetscher zur Verfügung zu stellen. Mit ihnen sei die Kommunikation noch sehr schwer. Insbesondere für arabische Dialekte werden Übersetzer gesucht. Wer Interesse hat oder Kontakte vermittelt, meldet sich bei der Schule unter Tel. 2571.

Quelle: RP
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