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Wermelskirchen
Freibad-Saison noch schlechter als 2016

Wermelskirchen: Freibad-Saison noch schlechter als 2016
Die letzten Schwimmer in der Saison 2017: Birgit Schwab und ihre Tochter Jana verlassen am Dienstagabend das große Becken im Freibad Dabringhausen. Sie machen zurzeit Urlaub im Bergischen. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Nur etwa 8000 Besucher kamen in diesem Sommer ins Bad. Der Förderverein muss wohl rund 30.000 Euro zusteuern, um die Betriebskosten zu decken. Im nächsten Jahr möchten die Ehrenamtler die Öffnungszeiten des Bades erweitern. Von Stephan Singer

Um sie herum leert sich das Becken zusehends, die Freibadbesucher bewegen sich schlendernd in Richtung Ausgang. Birgit Schwab und Tochter Jana ziehen indes scheinbar unbeeindruckt in gemütlichem Tempo weiter ihre Bahnen. Die 48-Jährige und ihre zwölfjährige Tochter sind die letzten Badegäste in diesem Jahr im Freibad Dabringhausen. Sie stammen aus Reinbek bei Hamburg, verbringen mit der Familie einige Urlaubstage im Bergischen. Sie wissen gar nicht, dass der Badebetrieb im Linnefetal um 19.15 Uhr endet und auch nicht, dass sie den letzten Tag der Schwimmsaison erwischt haben.

"Wir haben das Freibad ganz zufällig entdeckt und wollten das schöne Wetter ausnutzen", erzählt Birgit Schwab. Ihre Tochter Jana fügt mit einem Lachen hinzu: "Irgendwie sind wir im Urlaub immer die letzten Gäste - egal, in welchem Schwimmbad." In den kommenden Wochen übernehmen nun wieder die Wakeboard-Sportler von "Infinite" das Ruder im Freibad.

Nach einer vom regnerischen Wetter mit kühlen Temperaturen - nachts fielen die Werte im Waldbad häufig unter die Zehn-Grad-Marke - verhagelten Freibad-Saison hat sich immerhin die spontane Verlängerung um zwei Tage gelohnt. Denn das sonnige Wetter stellte sich in diesen Tagen dann endlich ein: Allein am Dienstag, dem Abschlusstag, kamen 758 Besucher. "Am Montag waren es wohl wegen der Matinee weniger, aber allein diese beiden Tage haben mehr als 1200 Badegäste gebracht", sagt Katja Salz-Bannier, die im Betreiber- und dazugehörigen Förderverein aktiv ist. Die Gesamtbilanz der Saison 2017 ist allerdings ernüchternd: "Insgesamt hatten wir in den vergangenen sechs Wochen knapp über 8000 Besucher. Das Wetter war nicht auf unserer Seite", sagt Salz-Bannier. Die Stammschwimmer würden zwar ungeachtet der Wetterlage wegen des beheizten Wassers immer kommen, jedoch blieben die Massen bei schlechter Witterung fern. Das bedeutet eine stattliche Summe, die der Förderverein aufbringen muss, um die Betriebskosten zu decken: Vorbehaltlich einer genauen Endabrechnung dürften es wie schon im vergangenen Jahr etwa 30.000 Euro werden.

"Da wir sparsam gehaushaltet haben, die erfolgreiche Spendenaktion aus dem Winter hinter uns liegt und wir schlechtes Wetter einkalkuliert haben, ist die Lage in diesem Jahr aber nicht bedrohlich für die Existenz", beschreibt Katja Salz-Bannier die Situation.

Deshalb sind die ehrenamtlich Aktiven im Kopf schon bei der Freibad-Saison 2018. "Wir haben in diesem Jahr viele Maßnahmen umgesetzt, die dauerhaft Einsparungen bei den Betriebskosten bringen", sagt Salz-Bannier. So sei eine Schlecht-Wetter-Saison besser zu verkraften. Besonders Ralf Magney habe ehrenamtlich viel geleistet. Der denkt derweil gemeinsam mit Mitstreiter Volker Niemz schon laut über die Anschaffung einer gebrauchten Biomasse-Heizung zur Erwärmung des Freibadwassers aus der Linnefe nach, denn das würde die Kosten für Gas und Miete der mobilen Heizung einsparen.

Ausgesprochener Wunsch der Verantwortlichen ist es, die Öffnungszeiten in Zukunft auszuweiten: "Wir hatten in diesem Jahr einen schönen Mai. Toll wäre es, wenn wir im kommenden Jahr im Mai zumindest an den Wochenenden öffnen könnten", sagt Katja Salz-Bannier. Sie betont aber: "Wir müssen das personell stemmen können. Es fehlt an der Bereitschaft zur Mitarbeit. Wir brauchen mehr freiwillige Helfer."

Das zeigt sich schon alleine daran, dass für Michael Unbehaun, den Vorsitzenden des Fördervereins, der seinen Rücktritt angekündigt hat, immer noch kein Nachfolger gefunden ist. Die außerordentliche Mitgliederversammlung, bei der ein Nachfolger gewählt werden soll, ist für den 20. September (19.30 Uhr, "Markt 57") angesetzt.

Quelle: RP
 
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