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Wermelskirchen
Freibad wird wieder zum Waldstrandbad

Wermelskirchen: Freibad wird wieder zum Waldstrandbad
Blick von oben auf das idyllisch gelegene Bad. FOTO: Trägerverein (2)/Moll
Wermelskirchen. Der Trägerverein will 2016 richtig durchstarten. Neue Farben, Strandkörbe und eine Rutsche sollen weitere Besucher anlocken. Und es gibt eine Weltpremiere: Außerhalb der Saison bleibt das Bad in Zukunft als "Wakeboard-Park" geöffnet. Von Sebastian Radermacher

Die ersten zwei Jahre ging es für den Trägerverein des Freibads Dabringhausen größtenteils darum, das Bad für sechs Wochen öffnen zu können und einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Jetzt möchten die Ehrenamtler den nächsten großen Schritt unternehmen, um das Freibad fit für die Zukunft zu machen und die Öffnungszeiten von zurzeit sechs Wochen langfristig gesehen auf drei Monate ausdehnen zu können. Dazu haben sie ihr Geschäftsmodell komplett überarbeitet. Gestern präsentierten sie es der Öffentlichkeit.

Im Fokus der ersten Überlegungen stand die Positionierung: Ist es nur ein Freibad? Was macht die Marke dieser Freizeitstätte so besonders? Warum sollen die Menschen nach Dabringhausen kommen? Viele Besucher heben vor allem die idyllische Lage - mitten im Wald gelegen - hervor, berichtet Vorsitzender Roland Bischoffs. Beim Stöbern im Archiv stolperten die Ehrenamtler wiederholt über die ursprüngliche Namensgebung des Bades, die in den Hinterköpfen vieler Besucher noch präsent sei: Waldstrandbad. "Es beschreibt nicht nur sehr gut die Lage, sondern bietet auch ein Differenzierungspotenzial zu anderen Bädern", findet Bischoffs. Durch den Namen entstehe Neugierde, Lust auf einen Besuch und - aus unternehmerischer Sicht - Umsatz, sagt Dominik Roenneke vom Förderverein des Freibads.

Der Wandel vom Freibad wieder hin zu einem Waldstrandbad soll ein wichtiger Eckpfeiler in der Entwicklung im nächsten Jahr sein. Der Trägerverein plant einige Veränderungen: Er möchte mit einem neuen Konzept das Bad im "neuen, alten Glanz" präsentieren. "Wir sehen dies als Beginn für eine bis 2017 ausgelegte Neugestaltung", sagt Bischoffs. So soll das Thema "Strand" durch verschiedene Maßnahmen stärker in den Fokus rücken. In einem ersten Schritt werden die Gebäude im neuen, maritimen "Streifen-Strand-Streifen-Look" gestrichen: Die Farben Blau (Wasser), Rot (Wärme) und Gelb (Sandstrand) sollen den Charakter des Bades widerspiegeln. Zudem plant der Verein, mit Hilfe von Sponsoren Strandkörbe aufzustellen.

Doch nicht nur Marke und Erscheinungsbild haben Priorität, um weitere Gäste nach Dabringhausen zu locken, betont Bischoffs. "Die Kosten müssen weiter reduziert und die Attraktivität erhöht werden." Um das Bad vor allem für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, möchte der Verein eine neue Wasserrutsche kaufen - drei Meter breit und zwölf Meter lang. Bischoffs: "Rutschen sind immer noch der Renner. So eine Breitwasserrutsche ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Region - die nächste gibt es in Düsseldorf." Die Finanzierung der rund 50 000 Euro teuren Rutsche steht bereits zu 70 Prozent. Neben der Bürgerstiftung werden sich laut Bischoffs der Förderverein, Wermelskirchener Unternehmer sowie "WiW" an dem Projekt beteiligen. Bis Mitte Oktober, so hofft Bischoffs, soll die restliche Summe aufgetrieben worden sein.

Die Betriebskosten konnte der Verein von knapp 100 000 Euro auf mittlerweile etwa die Hälfte reduzieren. "Wir sehen aber noch weitere Einsparpotenziale", betont Bischoffs. Der Verein plant, mit einer Solarthermie-Anlage jährlich weitere 30 000 Euro einzusparen. Das Konzept stehe zu 50 Prozent, die Planung könne aber frühestens 2017 abgeschlossen werden. "Mit der Solarthermie könnten wir trotz niedriger Außentemperatur die Wassertemperatur kostenneutral auf 26 Grad Celsius halten", betont Roenneke.

Stolz blickt Roland Bischoffs auf die vergangene Freibadsaison zurück: Knapp 20 000 Besucher strömten in den Ferien nach Dabringhausen - fast doppelt so viele wie 2014. "Wir haben unseren Besucherrekord aus dem Jahr 2013 deutlich übertroffen", sagt Bischoffs. Und das gelang trotz eines Stolperstarts. Denn wenige Tage vor der Saisoneröffnung stellten die Ehrenamtler fest, dass mehrere Wasserrohre gebrochen waren und saniert werden mussten. Die Reparatur kostete 10 000 Euro. Geld, das in dieser Höhe nicht eingeplant war. Etwa 50 000 Euro hat der Verein in den sechs Wochen eingenommen. Bischoffs hofft, die durch die Sanierung entstandenen Verluste zu kompensieren und letztlich auf eine "schwarze Null" zu kommen.

Quelle: RP
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