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Wermelskirchen
Freie Bahn für alle Nutzer

Wermelskirchen. Ob Spaziergänger, Walker, Jogger, Radfahrer, Hundebesitzer oder Inliner – der fast ebene Streckenabschnitt zwischen Lennep und Wermelskirchen wird rege genutzt. Dauerbesucher wissen inzwischen, wann wenig los ist. Von Andrea Könemund

Die Sonne scheint. Gemütlich spazieren Christel (67) und Udo Krauße (71) über den ersten Abschnitt auf der Balkantrasse, der zwischen dem Lenneper Bahnhof und Wermelskirchen verläuft. Ihr Auto steht auf dem Edeka Parkplatz im Belten. "Wir wandern jeden Tag auf der Trasse in unterschiedliche Richtungen", sagt Udo Krauße.

Mittlerweile kennt das Rentnerpaar aus Tente die genauen Uhrzeiten, an denen man ungestört die Natur genießen kann. "Morgens ab 8.30 Uhr ist kaum jemand unterwegs", sagt Christel Krauße. Sie genießt den Wechsel von Sonne und Schatten auf der Balkantrasse und ist froh, dass es auf dieser acht Kilometer langen Strecke nur minimale Steigungen gibt. "Ich kann nicht mehr gut bergauf laufen, und deshalb sind diese asphaltierten, geraden Wege für mich ideal".

Die wenigen Radfahrer, die sie auf ihren Spaziergängen antreffen, stören sie nicht. "Bisher ist uns noch nichts Unangenehmes passiert, man muss sich eben arrangieren und jeder sollte Rücksicht nehmen".

Nur einige Rennradfahrer, die mit ihren superleichten Rädern lautlos vorbeirasen, haben sie schon mal erschreckt. Die gehörten eigentlich nicht auf die Trasse, meint das Ehepaar. Dieser Ansicht sind auch Inge (57) und Karl-Heinz Gebauer (61). Die beiden wohnen in Bergisch Born, sie walken und radeln mehrmals in der Woche bis Burscheid und Marienheide.

Susanne Lülf nutzt die gerade Strecke ab 17 Uhr gemeinsam mit ihrem Hund Robin, dann ist am wenigsten los. "Bei besonders schönem Wetter und am Wochenende kann ich hier mit meinem Hund nicht herlaufen", sagt sie, "dann sind einfach zu viele Menschen unterwegs".

Auf dem Fahrrad genießt Familie Boxberg ihre Ferientage. Rainer Boxberg (49) radelt mit seinen Söhnen Simon (9) und Cedric (13) zwei- bis dreimal die Woche über die Trasse. Die drei kommen aus Hückeswagen und erkunden die Strecke bis zum Bahnhof Lennep. Einen kurzen Stopp legen sie an dem gemütlichen Rastplatz an der Einbiegung nach Hückeswagen und Marienheide ein. "Eigentlich ist hier alles super, es gibt natürlich immer ein paar Fußgänger, die zu Viert nebeneinander herlaufen, das ist dann schon mal ärgerlich, wenn man immer abbremsen muss", sagt Rainer Boxberg. Seine Anregung: Rote-Kreuz-Boxen an den Rastpunkten für Notfälle.

Ansonsten lasse die Trasse keine Wünsche offen. "Ich bin auch total begeistert von den restaurierten Streckenkilometersteinen, die hier am Rand stehen, sie verkörpern ein Stück Eisenbahngeschichte", sagt der 49-Jährige und lobt den Einsatz von Armin Lindemann, der die Steine in Eigenleistung wieder aufgearbeitet hat.

Einen praktischen Nutzen ziehen Andreas Kämper (44) und Thorsten Zang (38) aus der geraden, asphaltierten Streckenführung. Sie bereiten sich auf ihren nächsten Marathon vor. Aus Wuppertal-Ronsdorf kommend, parken sie ihr Auto am Lenneper Bahnhof. "Hier kann man bei Wind und Wetter optimal trainieren", sagt Andreas Kämper. "Auch für die Inline-Fahrer ist der Asphaltbelag hervorragend geeignet, so etwas hat Wuppertal nicht zu bieten."

Ein kleines Manko gebe es jedoch: Auf dem gesamten Streckenabschnitt zwischen Lennep und Wermelskirchen sind keine Mülleimer vorhanden. Das wird von allen Nutzern bedauert: "Bisher ist kaum Müll auf der Trasse zu finden, so sollte es auch bleiben."

Auf der gesamten Strecke befinden sich mehrere Holzbänke und Rastplätze, im Verlauf der Trasse sind an vielen Stellen Zu- und Abgänge vorhanden. Dieser Streckenabschnitt eignet sich durch die geringen Höhenunterschiede auch für ungeübte Fahrradfahrer.

Quelle: RP
 
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