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Aktion zur Säuberung der Stadt
Freiwillige Helfer sammeln 30 Kubikmeter Müll

Aktion zur Säuberung der Stadt: Freiwillige Helfer sammeln 30 Kubikmeter Müll
Katharina Kapahnke und Silke Kuske machten zum ersten Mal mit. Hier haben sie Styroporreste und einen Scheibenwischer in der Greifzange FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Im zweiten Anlauf machten bei der Aktion "Putzmunter - Saubere Stadt" wieder viele Freiwillige mit. Von Walter Schubert

Die wenigsten leeren ihren Aschenbecher zu Hause im Wohnzimmer auf dem Teppich aus. Der Pizza-Karton mit den Resten landet nicht unter dem Sofa, und die leere Bierdose wird nicht in den Blumen versteckt. Doch genau das passiert draußen an Wegen und Straßen mitten in der Stadt. Fühlen sich die Menschen unbeobachtet, fallen offenbar alle Hemmungen.

"Schau' mal, wie viel ich schon habe", sagte Max Otto (8) und zeigte den bereits halbvollen Müllsack, den er im Bereich um McDonalds gesammelt hatte. Seine Eltern, Rebecca und Nico Biesenbach waren auch erfolgreich. "Das geht bis weit hinein ins Industriegebiet", sagt Nico Biesenbach. Der Fast Food-Abfall ist überall zu finden, verteilt sich in der ganzen Stadt bis zum Wanderparkplatz im Eifgen. Schon im vergangenen Jahr kommentierte ein Helfer: "Wenn Fastfood und Dummheit zusammen kommen, haben wir solche Ergebnisse".

Überall waren ehrenamtliche Müllsammler im Einsatz, gut zu erkennen an den leuchtenden Westen. In Dabringhausen waren es 35 Helfer, sie fanden viel Autozubehör und sogar ein komplettes Badezimmer mit Duschwanne und Waschbecken. 30 Putzmunter-Helfer waren in Dhünn unterwegs. Auch dort wurden Autoteile gefunden.

Frank Jäger hatte einige Fahrzeuge aus seinem betrieblichen Fuhrpark bereitgestellt. Viele Jäger aus dem Hegering machten mit, für die meisten ist das Sammeln nicht mit Sucherei verbunden. "Wir kennen ja mittlerweile die Dreckecken", sagte Axel Eversberg, "das wiederholt sich jedes Jahr". Eine größere Menge Dachpappe fand sich am Parkplatz Halzenberg.

In Wermelskirchen und Hünger machten 100 Bürger mit. "Bereits im März haben vier Grundschulen mit 500 Schülern ihre Bereiche sauber gemacht", sagte Bernd Weiß, Vorsitzender des VVV in Wermelskirchen. "Schön ist, dass viele Kinder und Flüchtlinge mitmachen. Der VVV würde sich eine größere Beteiligung der örtlichen Vereine wünschen".

Überall dort, wo viele Menschen unterwegs sind, wo sie an Ampeln oder im Stau mit ihren Autos stehen, ist das Müllaufkommen besonders hoch. Doch auch entlang der Dellmannstraße, wo niemand zu Fuß unterwegs ist und auch niemand anhalten muss, sind die Randstreifen mit Müll übersät. Offenbar gilt hier: "Fenster auf und raus damit". Im Vergleich zu 2017 ist die Menge rückläufig.

"Im letzten Jahr waren es 40 Kubikmeter, aktuell sind es 30 Kubikmeter", sagte Weiß. Die Organisatoren würden sich höhere Strafen wünschen. In Verbindung mit strengen Kontrollen sind gute Ergebnisse möglich - wie die Stadt Singapur beweist. Eine Kippe oder ein Kaugummi zu entsorgen kostet dort circa 620 Euro. In NRW lediglich 10 bis 20 Euro.

Wie gering der Umweltschutz bewertet wird, geht aus der Überschrift im Bußgeldkatalog hervor. Die Entsorgung von Pappbecher, Zigarettenschachteln oder flüssigen Resten bis 0,5 Liter sind hierzulande "unbedeutende Produkte".

Quelle: RP
 
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