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Wermelskirchen
Frühjahrsputz auf den Friedhöfen

Wermelskirchen: Frühjahrsputz auf den Friedhöfen
Thomas Pleil verwaltet die Wermelskirchener Friedhöfe - zum Beispiel den Stadtfriedhof an der Berliner Straße. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Wermelskirchen. Verwalter Thomas Pleil und sein Team haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Von Walter Schubert

Für Thomas Pleil sind die Friedhöfe Parkanlagen. "Es gibt keinen Ort mit so vielen Blumen", sagt der Friedhofsverwalter bei einem Rundgang über den Stadtfriedhof an der Berliner Straße. Er empfiehlt diese Plätze zum Spazierengehen. "Hier kann man Ruhe und Entspannung finden, auch wenn man keine Grabstätte besucht." Damit die Anlagen schön und gepflegt bleiben, haben die sieben Mitarbeiter im Frühjahr besonders viel zu tun.

Zunächst müssen alle Wege gesäubert werden, dann werden die städtischen Grabsteine, Gebäude und Brunnen gereinigt. "Auf dem Stadtfriedhof haben wir vier Kilometer Rohrleitungen. Da kann man das Wasser nicht einfach auf- oder zudrehen", erklärt Pleil. Alle Leitungen müssen entlüftet werden, dann steht an allen Brunnen wieder das Wasser zur Verfügung.

"Durch den Sturm Niklas kurz vor Ostern haben wir den schönsten Baum verloren", sagt Pleil. Am Eingang an der Friedhofstraße stand eine 100 Jahre alte, etwa 20 Meter hohe Trauerweide. "Einen passenderen Baum kann es für einen Friedhof gar nicht geben", sagt Pleil. Er bedauert, dass dieser Baum gefällt werden musste. "Der Sturm hatte ihn auf gut zwei Meter im Stamm gespalten. Er drohte auf die Straße zu fallen." Etwa 300 Bäume stehen auf dem Stadtfriedhof, sie sind laut Pleil "in einem guten Zustand". Da kommen schon eine Menge Laub und viele abgebrochene Äste zusammen.

Fünf Friedhöfe sind zu pflegen, Pleil und seinen Kollegen geht die Arbeit eigentlich nie aus. Stadtfriedhof, Waldfriedhof und die Friedhöfe in Hünger, Neuenhaus und Dabringhausen haben zusammen eine Fläche von 27,6 Hektar (276 000 Quadratmeter). Zudem werden auf den Friedhöfen in Dhünn und Grunewald noch die Kriegsgräber gepflegt.

Pleil ist ein wichtiger Ansprechpartner für Fragen rund um Bestattungen und Grabstellen. Nicht alle Bestattungsformen sind auf jedem Friedhof erlaubt, auch bei den Gestaltungswünschen ist ein Gespräch hilfreich. "Bei der Grabpflege hat sich in den letzten Jahren viel geändert", hat Pleil festgestellt. "Früher gehörten ein regelmäßiger Besuch und das Säubern einer Grabstätte zum Leben dazu." Doch veränderte Lebens- und Arbeitsumstände haben auch das Verhältnis zu einem Friedhof geändert. Deshalb ist wohl auch ein Anstieg von Urnenbestattungen zu verzeichnen, die keine Grabpflege zur Folge haben. "Ich persönlich finde die anonyme Bestattung schlimm", meint der Friedhofsverwalter. "Für die Hinterbliebenen gibt es dann keinen richtigen Platz, um zu trauern. Das sollte genau überlegt werden."

Für alle, die aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen die Grabpflege nicht selbst erledigen können, empfiehlt Pleil die Fachbetriebe. "Das regelmäßige Säubern eines Doppelgrabes kostet jährlich 120 Euro."

Quelle: RP
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