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Wermelskirchen
Fußballverband will Vereinen bei der Integration helfen

Wermelskirchen: Fußballverband will Vereinen bei der Integration helfen
Jugendliche Flüchtlinge in Wermelskirchen wollen Fußball spielen, dürfen aber nicht. Der FVN hat nun reagiert. FOTO: imago sportfotodienst
Wermelskirchen. Der SV 09/35 Wermelskirchen kritisierte den Fußballverband Niederrhein (FVN) dafür, die Anmeldung von jugendlichen Flüchtlingen zu erschweren. Jetzt reagierte der FVN und hat das Gespräch gesucht.

Jugendliche Flüchtlinge wollen Fußball spielen, dürfen aber nicht. "Der Verband verlangt Unmögliches. Er verhindert Integration", kritisierte Kai Socha, Fußballgeschäftsführer des SV 09, vor einigen Wochen. Vor kurzem suchte der FVN in Person des Referenten für Integration nun das Gespräch mit dem Verein. "Herr Socha und ich haben uns konstruktiv unterhalten", berichtet Philipp Theobald auf Anfrage unserer Redaktion. Das kann auch Socha bestätigen: "Wir haben sehr positiv über die grundsätzliche Problematik gesprochen." Theobald hat in diesem Gespräch noch einmal betont, dass die Erteilung einer Spielerlaubnis immer sehr individuell geprüft werden müsse und daher auch dauern kann. "Prinzipiell sind wir natürlich daran interessiert, dass jugendliche Flüchtlinge auch spielen dürfen", erklärt Theobald.

Genau dieses zu verhindern warf der SV 09/35 dem Verband vor. Bei manchen Spielern versuchte Socha seit Mitte des Jahres 2016 vergeblich eine Spielerlaubnis zu bekommen. Immer wieder melde sich der Verband zurück und verlange neue Unterlagen. Hierzu erklärt Theobald nun: "Im Normalfall dauert die Erteilung der Spielerlaubnis bei vollständig vorliegenden Unterlagen 30 Tage. Manchmal kann es aber leider zu Verzögerungen kommen."

„Man braucht einfach etwas Zeit und alle nötigen Informationen“, sagt Walter Böse. FOTO: Moll Jürgen

Das Prozedere sei nämlich umfangreich. Die Vereine wenden sich an den Verband, der die Unterlagen an den Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt weitergibt. "Der DFB muss dann beim jeweiligen Nationalverband einen internationalen Freigabeschein beantragen, damit der Spieler hier eine neue Spielerlaubnis bekommen kann", erklärt Theobald. Je nach Alter der Nachwuchs-Kicker muss entweder ein beglaubigter Geburtsnachweis oder ein Personaldokument vorgelegt werden. Hinzu kommen je nach Fall Informationen über den Aufenthaltsstatus oder eine Vormund-Bestätigung für unbegleitete Minderjährige. "Das sind natürlich viele Stellschrauben, aber auf diese Daten sind wir angewiesen", sagt Theobald. Um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, bietet Theobald den Vereinen seine Hilfe an: "Bei offenen Fragen kann gerne jeder Kontakt mit mir aufnehmen." Dieses Angebot will Socha annehmen. Er freut sich, endlich einen guten Ansprechpartner zu haben: "Das erleichtert die Arbeit ungemein und macht unsere Bemühungen viel weniger frustrierend."

Weniger Verständnis kommt aus dem Kreisjugendausschuss in Remscheid. Dort ist Tura Pohlhausens Jugendgeschäftsführer Walter Böse als Staffelleiter des FVN für die B- und C-Junioren tätig. "Ich und viele andere Vereine haben nur positive Erfahrungen gemacht", sagt Böse. Er zweifelt daran, dass sich der SV 09 richtig informiert hat. "Man hätte auch selbst in Duisburg anrufen und um Hilfe bei Unklarheiten bitten können", sagt Böse. Er unterstützt die Forderung nach Unterlagen seitens FVN und DFB und weist Äußerungen wie "Das ist doch Behörden-Wahnsinn" (Socha) klar zurück. "Das muss man in Ruhe klären. Es gibt genug Fälle, in denen das nicht getan wurde und anschließend Vollbärtige in der C-Jugend unterwegs waren", erklärt Böse. Aus seiner Sicht funktioniere die Erteilung einer Spielerlaubnis und die damit verbundene Integration sehr gut: "Man braucht einfach etwas Zeit und alle nötigen Informationen. Dann geht das ohne Probleme."

Quelle: RP
 
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