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Handball
Galonska: "Das ist eine Vernunftssache"

Wermelskirchen. Die Reaktionen auf die geplante Zusammenarbeit von TuS Wermelskirchen und den Bergischen Panthern sind meist positiv. Von Andreas Dach

Aufschrei von Vereinsmitgliedern? Kritik von anderen Clubs? Skepsis bei Handball-Interessierten? Gibt es nicht. Die künftige Zusammenarbeit von Bergischen Panthern und TuS Wermelskirchen wurde in der Szene überwiegend positiv zur Kenntnis genommen. Ab der Spielzeit 2018/19 wird der TuS zu den Trägervereinen der Panther gehören und gemeinsame Sache mit der TG Hilgen und der Burscheider TG machen.

Eine spannende Konstellation - findet auch Hans-Jürgen Middendorf, der maßgeblich in die Planungen eingebunden war: "Ich habe von den Leuten nur gehört, dass das Sinn macht." Der TuS bildet mit seiner Verbandsliga-Mannschaft in Zukunft die Zweitvertretung der Panther und soll möglichst schnell in die Oberliga aufsteigen. Als Unterbau für die erste Mannschaft, die dauerhaft in der Dritten Liga eine gute Rolle spielen möchte. "Das ist kein Anhängsel, sondern ein ganz wichtiger Part", wie Middendorf sagt. Er wollte sich am Dienstag beim TuS dem Team vorstellen, die Pläne konkreter verdeutlichen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Schon einige Tage zuvor waren Spieler und Trainer von Panthern und TuS über die Veränderungen informiert worden, die am Wochenende schließlich auch in die Öffentlichkeit gelangten.

Aktuell sieht es so aus, als sollten beide Seiten dabei ein "gutes Geschäft" machen. Die Wermelskirchener hätten es sehr schwer gehabt, perspektivisch nach oben zu schauen. Alle Versuche, in Eigenregie den Sprung nach oben zu schaffen, sind gescheitert. Auch in dieser Spielzeit sollte es nichts damit geben, auch wenn die Saison noch lang ist. Auf der anderen Seite haben die Panther einen Verbandsligisten mit im Boot und zudem mit der Schwanen-Halle eine weitere Trainings- und Spielstätte. Dass diese mit den herausgerissenen Deckenplatten, dem Dämmerlicht und der oft genug ausfallenden Heizung zurzeit eher einen rustikalen Charme versprüht, stört Middendorf nicht: "Es werden am Schwanen definitiv auch Drittliga-Spiele stattfinden. Dazu ist der Cateringbereich größer, und es gibt mehr Parkmöglichkeiten."

Nächster Schritt wird es sein, einem Trainer für die Zweite das Vertrauen auszusprechen, auf den anspruchsvolle Aufgaben zukommen. Gilt es doch, einen Kader aus TuS-Spielern, dem jetzigen Landesliga-Kader der Panther und der A-Jugend (spielt in der zweithöchsten Spielklasse) zusammenzustellen, dem in 2018/2019 ein Durchmarsch durch die Verbandsliga zuzutrauen ist. Zudem sollte die Zusammenarbeit mit Marcel Mutz, Cheftrainer der Ersten, vertrauensvoll vonstattengehen.

Frank Berblinger dürfte erster Ansprechpartner sein. "Ich habe da Bock drauf", sagt der aktuelle TuS-Coach: "Das ist eine spannende Geschichte. Wenn man alleine an das Einzugsgebiet und das Zuschauerpotenzial denkt, ist das klasse." Möglicherweise wird er im zweiten Teil der Saisonhälfte auch Spieler erleben, die sich noch mehr reinhängen, weil sie sich für die künftigen Panther II empfehlen wollen.

Eckhard Schmied, Abteilungsleiter und Urgestein des TuS, gibt zu, dass ihm der Schritt nicht leicht fällt. Aber er sagt auch: "Das ist eine Vernunftssache." Das sieht auch der TuS-Vorsitzende Norbert Galonska so: "Wir müssen an die Perspektiven denken. Auf den Plakaten sind dann eben auch wir mit unserem Logo vertreten."

Einer, der schon beide Seiten kennt, weil er für den TuS aufläuft und vormals für die Panther seine Tore geworfen hat, ist Yannick Faust. Der Zwei-Meter-Mann findet: "Eine gute Sache für beide Seiten."

Neben Norbert Galonska (TuS) hatten auch die Gesamtverein-Vorsitzenden Horst Buttkus (TGH) und Knut Cromm (BTG) die neue Zusammenarbeit entlang der Bundesstraße 51 im Seniorenbereich abgenickt. Der Panther-Vorstand, bislang aus Frank Jörgens (TGH) und Michael Kotthaus (BTG) bestehend, wird um Reiner Sichelschmidt vom TuS Wermelskirchen ergänzt.

Klar, dass auch am Dienstagabend bei der Oberliga-Begegnung der HG Remscheid mit dem TV Aldekerk II auf den Rängen eifrig über diese einschneidende Maßnahme diskutiert wurde. HGR-Boss Ralf Hesse bezeichnet die neue Konstellation kurz und knapp als "interessant". Der langjährige Schiedsrichterwart Knut Kolk erachtet das künftige Miteinander gerade für den TuS als "sehr sinnvoll".

Und wie nimmt man das Konstrukt bei Wermelskirchener Vereinen wahr? Anne Ueberholz, Vorsitzende des Wermelskirchener TV, findet: "Sportlich ist es das Beste, was der TuS machen kann. Und die Panther haben dadurch einen Unterbau zur Verfügung." Frank Steinhaus, Verantwortlicher des HC Wermelskirchen, ist in seinen Gefühlen gespalten. "Als Wermelskirchener finde ich das nicht gut", sagt er. "Aus sportlicher Sicht kann ich Hans-Jürgen Middendorf und den TuS verstehen. Organisatorisch ist das auch besser. Schade ist aber, dass der TuS nicht noch einmal zu Gesprächen an uns herangetreten ist."

Quelle: RP
 
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