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Wermelskirchen
Gas entzündet die FDP

Wermelskirchen. Beim Ortsparteitag der FDP stellten vier Mitglieder den Antrag, die Fraktion soll gegen die geplante Gasvertriebsgemeinschaft rhexx stimmen. Fraktionsvorsitzender Jürgen Manderla regte sich mächtig darüber auf. Von Gundhild Tillmanns

Zum Thema Gasversorgung gab es beim FDP-Parteitag am Dienstagabend eine explosive Diskussion. Der Ärger des FDP-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Manderla entzündete sich an einem Antrag von vier Parteimitgliedern. "Ex für rhexx!", forderten die Antragsteller Hans-Joachim Geiser, Lee Weik, Anja und Dr. Werner Güntermann. Der Hintergrund: Die Bergische Energie- und Wasser GmbH (BEW) will bundesweit aktiv werden, um im Konkurrenzkampf der vielen Energieversorger wettbewerbsfähig zu bleiben: Dazu will sich die BEW der Kooperation mit dem Namen rhexx anschließen. Zu einer solchen Vertriebsgemeinschaft mit anderen Gasversorgern müssen aber die an der BEW beteiligten Städte Wermelskirchen, Hückeswagen und Wipperfürth zustimmen. Hückeswagen und Wipperfürth haben bereits zugestimmt. In Wermelskirchen gibt es dazu eine Sondersitzung des Rates am 12. April.

"Bestens mit Gas versorgt"

Die vier Antragssteller der FDP wollten für diese Ratssitzung nun aber einen Beschluss des Ortsparteitages herbeiführen, damit die Fraktion im Rat gegen rhexx stimmt. Sie argumentieren u.a., Wermelskirchen sei bereits bestens mit Gas versorgt und bei einem bundesweit tätigen Unternehmen handele es sich wohl kaum noch um eine kommunale Daseinsvorsorge. Als dieser Antrag vorgebracht wurde, ging FDP-Fraktionsvorsitzender Jürgen Manderla aber auf die Barrikaden: "Wir haben das Thema bereits vier Mal in der Fraktion beraten und sind zu einem Abstimmungsergebnis von vier Ja- zu vier Neinstimmen und einer Enthaltung gelangt", so Manderla. Er sehe es nicht ein, dass die Partei jetzt noch mal nachkarten müsse, nur weil einigen das Ergebnis der Fraktion nicht passe, schimpfte er.

"Ich selbst bin zwar auch kein glühender Verfechter von rhexx", räumte Manderla ein. Es gehe ihm aber gegen den Strich, dass die Partei nun das Thema wieder komplett neu aufrollen wolle, "nur weil gerade mal Ortsparteitag ist", argumentierte der Fraktionsvorsitzende. Der am Diebstagabend wiedergewählte FDP-Ortsvorsitzende Dr. Werner Güntermann glättete aber die Wogen und erklärte "am Morgen danach": "Ich habe schon längere Zeit ein Unwohlsein gehabt, dass unsere Partei zu unpolitisch ist." Das sei nun am Dienstagabend anders gewesen, es sei politisch hart diskutiert worden, aber im persönlichen Verhältnis habe man anschließend wieder zueinander gefunden.

Abgestimmt wurde über den Antrag so: Acht FDP-Mitglieder sprachen sich gegen rhexx aus, zehn dafür, ein Mitglied enthielt sich. Für Manderla bleibt es aber bei dem zuvor in der Fraktion gefassten Beschluss für die Sondersitzung des Stadtrates.

Quelle: RP
 
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