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Heisser Draht
Gefahrstoffmobil nimmt kein Altöl an

Heisser Draht: Gefahrstoffmobil nimmt kein Altöl an
Immer mal wieder wild entsorgt: Altöl-Kanister, wie hier in Finkenholl. FOTO: Bratke (Archiv)
Wermelskirchen. Jahrelang wurde ein Auge zugedrückt. Doch die Zeiten sind nun vorbei. Von Udo Teifel

Wermelskirchen In den vergangenen Jahren gab es nie Probleme: Als einen Service - oder als freundliches Entgegenkommen - für die Kundschaft nahmen die Mitarbeiter des Gefahrstoffmobils, das monatlich am Betriebshof Station machte, auch kleine Gebinde von Altöl entgegen. Kostenfrei. Das ist jetzt vorbei. Das bekam BM-Leser Sven Schulte zu spüren.

Er war am vergangenen Samstag am Betriebshof und musste zehn Euro Gebühr bezahlen. "Diese Gebühr gilt für maximal fünf Liter Altöl." Viele Bürger seien erbost gewesen über diese hohe Gebühr, schilderte er die Atmosphäre am "Heißen Draht". Er befürchtet, dass nun wieder illegal entsorgt werde. Schulte selbst fand den Altölkanister auf seinem Grundstück - "jetzt zahle ich für Fremde diese Gebühr. Ich hoffe doch auf eine verträgliche Lösung", meinte er in Richtung Stadtverwaltung.

Die ist dafür aber nicht verantwortlich, teilte Stadtkämmerer Bernd Hibst auf Anfrage mit. "Schon seit Jahren ist die Rücknahme gesetzlich geregelt. Händler, die Öl verkaufen, müssen es zurücknehmen. Das ist eine einfache und sinnvolle Lösung." Das funktioniere in ganz Deutschland. "Würden wir die Kosten übernehmen, müsste die Entsorgung auf alle Bürger umgelegt werden." Im Fall von Schulte meinte er, dass Grundstücke letztlich so gesichert werden müssten, dass nichts wild entsorgt werden könnte. "Wir weisen auf unserer Homepage auch auf die Firma Rabanus in Hückeswagen hin. Die nimmt preiswert Altöl entgegen." Zuständig für die Abfall- und Wertstoffsammlung ist die Revea aus Leverkusen (früher Rethmann, dann Remondis). Dort wurde der Redaktion bestätigt, dass in den vergangenen Jahren kostenfrei Altöl entgegengenommen worden sei. Aber die Deponie Leppe, betrieben vom BAV, nehme kein Altöl entgegen. So habe "Remondis Industrieservice", die als eigene Firma von Revea das Gefahrstoffmobil betreibe, in den vergangenen Jahren das Altöl auf eigene Kosten entsorgt. Nun aber nehme diese Firma auch kein Altöl mehr entgegen - oder nur gegen eine Gebühr von zehn Euro je Gebinde - egal ob ein halber oder fünf Liter im Kanister sind. Warum die Bürger nicht über diese Entscheidung rechtzeitig informiert wurden, wusste bei Revea niemand zu sagen. Bei Remondis Industrieservice war kein Ansprechpartner erreichbar.

Quelle: RP
 
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