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Müllentsorgung in Wermelskirchen
Gelber Sack oder Gelbe Tonne?

Gelbe Tonne oder gelber Sack für Wermelskirchen
Stapel gelber Säcke an der Hauswand sind für viele Bürger alles andere als eine Zier, vor allem, wenn sie dort Tage vor der Abholung liegen. FOTO: Udo Teifel
Wermelskirchen. Das neue Verpackungsgesetz sieht vor, dass die Kommunen bald selbst entscheiden dürfen, wie der Verpackungsmüll entsorgt wird. Die WNKUWG hat einen Antrag mit dem Titel "Wechsel zur Gelben Tonne" gestellt. Von Tim Kronner

Es ist eine Grundsatzdiskussion, bei der es nur Schwarz oder Weiß gibt - oder eben Gelb oder Gelb. Die Frage lautet: Wie sollen die Wermelskirchener ihren Verpackungsmüll ab 2020 entsorgen? Bislang werden dafür gelbe Säcke benutzt. Diese sind aus ästethischen Gründen und wegen teilweise mangelnder Reißfestigkeit umstritten. Deshalb gibt es einige Stimmen, die die Einführung der Gelben Tonne fordern. Bald gibt es eine neue gesetzliche Grundlage, die das möglich machen könnte.

Das Verpackungsgesetz sieht vor, dass die Kommunen ab dem 1. Januar 2019 selbst darüber entscheiden dürfen, auf welche Weise sie ihren Verpackungsmüll entsorgen. Dann löst das neue Gesetz die bisher gültige Verpackungsverordnung ab. Diese Änderung hat die Fraktion WNK UWG zum Anlass genommen, einen Antrag zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Bau am Montag, 6. März, zu stellen. Thema: "Wechsel zur Gelben Tonne".

Darin schreibt der Fraktionsvorsitzende Henning Rehse, dass es sinnvoll sei, dieses Thema frühzeitig zu bearbeiten und eine Entscheidung in absehbarer Zeit zu fällen. "Weiter wird die Verwaltung beauftragt, eine Umfrage auf der städtischen Homepage und über die Medien und sozialen Netzwerke zu starten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, für welche Sammelmöglichkeit (Gelbe Tonne oder Gelber Sack) sich die Mehrheit der Bürger ausspricht", schreibt Rehse. Auch solle geprüft werden, ob Gelber Sack und Gelbe Tonne parallel als Sammelsystem eingesetzt werden können, um dem Bürger die individuelle Wahlmöglichkeit zu geben.

Vom letzten Vorschlag hält man in der Stadtverwaltung wenig. Gegenüber unserer Redaktion heißt es: Ein paralleles System sei in der Praxis schwer umsetzbar. Man bräuchte unterschiedlich ausgerüstete Fahrzeuge, zudem würden die Verwaltungs- und Personalkosten steigen. Für die Beschränkung auf eine der Optionen gebe es jeweils Vor- und Nachteile. Die Tonnen seien stabiler und würden damit weniger schnell für verschmutzte Straßen und Gehwege sorgen. Dafür sei die soziale Kontrolle bei Tonnen schwerer, es gebe mehr Fehlwürfe.

Dadurch könnten höhere Müllgebühren auf die Wermelskirchener zukommen. Ob den Menschen das Lagern von Säcken oder das Platzschaffen für eine zusätzliche Tonne lieber ist, will man bei der Stadt nicht beurteilen.

"Eine Befragung der Bürger haben wir bislang noch nicht in Betracht gezogen", sagt ein Mitarbeiter der Verwaltung, der namentlich nicht genannt werden will, im Gespräch mit unserer Redaktion. Dagegen spreche, dass die Entscheidung sehr komplex und die möglichen Folgen für die Müllgebühren nur schwer abzuschätzen seien. Wenn eine Bürger-Umfrage gewünscht wird, wolle man sich dem aber nicht verschließen. Der Spielball liege nun aber bei der Politik.

Man gehe davon aus, dass die Stadtverwaltung nach der Ausschusssitzung von den Politikern den Auftrag bekommt, einen Beschlussvorschlag zu erstellen. Darauf bereite man sich derzeit vor, heißt es weiter aus dem Rathaus. Anschließend müsse politisch beraten werden, welche Art von Gelb der richtige Weg in die Zukunft der Müllentsorgung in Wermelskirchen sein soll.

Quelle: RP
 
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