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Polizei und Ordnungsamt in Wermelskirchen
Gemeinsame Nachtschicht

Polizei und Ordnungsamt in Wermelskirchen: Gemeinsame Nachtschicht
Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann (v.l.) sowie Christoph Wilsdorf und Anna Grund von der Polizei überprüfen in der Nacht zu Sonntag ein Auto auf der Remscheider Straße. Der Fahrer hatte mit seiner rasanten Fahrweise und mit dem aufheulendem Motor die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich gezogen. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Polizei und Ordnungsamt verstärken ihre Kontrollen. Erster gemeinsamer Einsatz war in der Nacht zu Sonntag. Wir haben die Einsatzkräfte begleitet. Von Stephan Singer

Für Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann begann die Nachtschicht zum Tanz in den Mai ungewöhnlich: Gemeinsam mit der Besatzung eines Streifenwagens, den Polizisten Anna Grund und Christoph Wilsdorf, wurde Feldmann zu einem Einbruch in ein Mehrfamilienhaus an der Friedrichstraße gerufen. Dort hatte ein Bewohner die Täter auf frischer Tat ertappt - die Einbrecher ergriffen die Flucht. Die daraufhin eingeleitete Fahndung, bei der auch ein Diensthund der Polizei zum Einsatz kam, verlief ergebnislos.

Im Rahmen der sogenannten Ordnungspartnerschaft, einer Kooperation von Polizei und Ordnungsamt, die ab sofort intensiviert werden soll, begleitete Feldmann die Polizeibeamten. Ziel ist, die Kräfte zu bündeln, vor allem in der Wermelskirchener Innenstadt mehr Präsenz zu zeigen und so mehr für Recht und Ordnung zu sorgen (BM berichtete). Die Tanz-in-den-Mai-Nacht verlief erfreulicherweise "sehr ruhig", wie die Polizei gestern bilanzierte. Mussten die Beamten in Wermelskirchen im vergangenen Jahr noch zu 17 Einsätzen ausrücken, waren es in der Nacht zu Sonntag gerade einmal fünf. Dazu trugen nicht zuletzt der nach Mitternacht einsetzende Regen und die kühlen Temperaturen bei - ein Aufenthalt unter freiem Himmel bot sich für die Feiernden eher nicht an.

Dieser Eindruck bestätigte sich auch beim nächtlichen Rundgang durch die Innenstadt. Nach Mitternacht waren die Straßen nicht stark bevölkert. "Wir schauen uns um und sagen 'Hallo' - das wirkt, wenn wir zeigen, dass wir da sind", sagte Feldmann. Das Augenmerk solcher Streifzüge liegt für den Ordnungsamtsleiter auf Problemen wie Ruhestörung durch zu laute Musik, aber auch auf der Einhaltung des Nichtraucherschutzes in Gaststätten und besonders der Einhaltung des Jugendschutzes. "Das sind originäre Aufgaben des Ordnungsamtes. In der Regel übernimmt die Polizei diese Arbeit, weil das Ordnungsamt nun einmal nicht 24 Stunden am Tag im Einsatz sein kann - dafür haben wir nicht das Personal", erläuterte Feldmann. In Großstädten wie Köln sei dies anders, da arbeite das Ordnungsamt im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr.

In der Nacht zu Sonntag wurden Feldmann sowie Anna Grund und Christoph Wilsdorf zum Beispiel nach Dhünn gerufen, weil dort zu laut gefeiert wurde und sich Nachbarn gestört fühlten. "Es war nicht dramatisch - wir haben den Gastgeber darauf aufmerksam gemacht, dass die Musik leiser sein muss. Er zeigte sich auch sofort einsichtig", sagte Feldmann. Gravierender war da schon die rasante Fahrt eines Kleinwagens um 1.15 Uhr auf der Remscheider Straße, dessen aufheulender Motor die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich zog. Der Fahrer verhielt sich "auffällig nervös" - eine Alkoholkontrolle und ein Drogenschnelltest waren allerdings negativ. Er durfte weiterfahren.

Auch bei der Tanz-in-den-Mai-Party im Bürgerzentrum schaute das Trio vorbei. Dort konnte es sich aber schnell davon überzeugen, dass die vom Veranstalter beauftragte Sicherheitsfirma die Lage im Griff hatte. Jugendliche unter 18 Jahren mussten um Mitternacht die Party verlassen.

Tanz in den Mai sei ein typischer Anlass für solch einen Rundgang, betonte Feldmann. Matinee und Halloween seien die nächsten Anlässe für solche Kontrollen. "Die Ordnungspartnerschaft ist zwischenzeitlich etwas eingeschlafen, jetzt wollen Andreas Weilermann von der Polizei und ich sie wieder intensivieren", sagte Feldmann. "Ich will mit gutem Beispiel vorangehen, deshalb bin ich heute Nacht dabei. Ich kann ja nichts anleiern, ohne selber mitzumachen."

Quelle: RP
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