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Wermelskirchen
Gemeinsamer Jubel nach Jahrzehnten

Wermelskirchen: Gemeinsamer Jubel nach Jahrzehnten
Neun Jahrgänge feierten am Sonntag in Dabringhausen ihre Jubelkonfirmation. FOTO: Jürgen MOll
Wermelskirchen. Kirchengemeinde Dabringhausen richtet Jubelkonfirmation mit Festgottesdienst aus. Von Theresa Demski

Als Elfriede Jäger damals ihre Konfirmation feierte, lag tiefer Schnee in Ostpreußen. In Stiefeln und auf dem Schlitten machte sie sich 1941 mit ihren Freundinnen auf den Weg zur Kirche. "Im Pfarrhaus haben wir uns dann alle umgezogen", erzählt sie lachend. Weiße Kleider, weiße Schuhe. Die Regeln waren streng. Aber die Spuren des Krieges waren noch nicht so deutlich sichtbar.

Inzwischen ist Elfriede Jäger 90 Jahre alt. Ihre Konfirmation liegt 75 Jahre zurück. Aber sie erinnert sich an diesen Tag, als wäre es gestern gewesen. Die Familie habe Verwandte eingeladen und jeder habe ein Geschenk mitgebracht. "Wir hatten eine große Freude", erzählt Elfriede Jäger.

Schon Tage zuvor hatten die 50 Konfirmanden gemeinsam die Kirche geschmückt, der Ton war streng. "Das galt auch für den Konfirmandenunterricht", erzählt die 90-Jährige. Die Jugendlichen hätten sonntags im Gottesdienst immer die Predigt des Pfarrers aufschreiben müssen, erinnert sie sich. Also wurde sie von ihrem Vater begleitet, um auch nichts falsch zu machen. Und trotzdem: Was von damals bleibt, sind schöne Erinnerungen - und jener Vers, den ihr der Pfarrer damals zusagte. Gemeinsam mit Ehemann Oscar zitiert sie die Zeilen 75 Jahre nach dem Festtag textsicher während der Jubelkonfirmation am vergangenen Sonntag in Dabringhausen.

40 Männer und Frauen erinnern sich während eines Festgottesdienstes und beim Kaffeetrinken am Nachmittag an ihre Konfirmandenzeit. Die Älteste von ihnen ist Elfriede Jäger, die Jüngsten der Jubilare feierten 1967 ihre Konfirmation. "Wie würden Sie Ihr Leben in elf Szenen erzählen?", fragt Pfarrer Rüdiger Mielke während des Gottesdienstes am Vormittag und orientiert sich dabei an einem Stück des Schauspiels Kölns. Zu einem Blick auf bewegte Jahre lädt der Pfarrer ein und ermutigt am Ende des gemeinsamen Gottesdienstes: "Gottes Güte gilt jeden Tag neu."

Alle zwei Jahre lädt die Gemeinde in Dabringhausen zur Jubelkonfirmation ein, und so feiern am Nachmittag dann auch gleich neun Jahrgänge ihr Jubiläum - zwei Konfirmanden aus dem Jahr 1941, Jubilare aus den Jahren 1946 und 1947, 1951 und 1952, 1956 und 1957 und 1966 und 1967. Kirchenmusiker Bernhard Rautzenberg steuert Melodien zum Mitsingen bei und mit einem munteren Fragebogen laden Elke und Rüdiger Mielke ihre Gäste schließlich zum gemeinsamen Erinnern ein. "Welchem Vorsatz sind sie treu geblieben? Welchen großen Wunsch haben Sie sich erfüllt? Was haben Sie gesucht oder gefunden?"

Nach dem Kaffeetrinken kommen die Jubilare über diese Fragen ins Gespräch. Als schließlich die Urkunden zur Jubelkonfirmation überreicht werden, sind bereits viele Erinnerungen aufgefrischt.

Quelle: RP
 
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