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Weihnachtsshopping in Wermelskirchen
Gemischte Erwartungen des Einzelhandels in der Stadt

Wermelskirchen. Der Handelsverband NRW-Rheinland blickt optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft. Höhere Einkommen und eine Rekorderwerbstätigkeit beflügelten den Konsum, ist seine Meinung. Unsere Redaktion wollte wissen, ob diese Einschätzung auch die örtlichen Einzelhändler teilen. Von Bernd Geisler

Aus einer nicht repräsentativen Umfrage ergibt sich kein einheitliches Bild: Je nach Branche und örtlicher Lage des Geschäftes sehen die Geschäftsinhaber ihre persönliche Lage. Katrin Reifenberg von La Galleria Bianchi in der Telegrafenstraße verzeichnet bisher ein "extrem rückläufiges Geschäft" im Vergleich zum vergangenen Jahr. "Die Kunden kommen nicht nach Wermelskirchen, sie fahren lieber nach Köln oder Leverkusen", sagt sie. Wermelskirchen müsse attraktiver werden. Neben den knappen Parkplätzen sei zum Beispiel die Telegrafenpassage angesichts der leeren Räume tot: "Warum kauft das jemand und macht nichts draus?"

Für sie spielt das Kaufverhalten eine große Rolle. Die Leute kaufen im Internet und nehmen dann den lokalen Service in Anspruch. Das gehe auf Dauer nicht gut. Ein Ladeninhaber, der ungenannt bleiben möchte, hat die gleiche Meinung: "Wenn jeder dritte Laden ein Frisör, ein Nagelstudio, eine Bäckerei oder eine Kette ist, ist die Atmosphäre futsch." Und der zufällig anwesender Kunde Mike Blasberg pflichtet bei: "In Wermelskirchen finde ich nicht das, was ich suche." Ganz anders sieht das Sweetex-Inhaber Jörg Michels: "Bei uns funktioniert das Weihnachtsgeschäft. Wir machen sehr viel in den Social-Media-Kanälen. Wir machen Weihnachtsshopping 3.0: Wer mich morgens anruft, hat seine Geschenke nachmittags zu Hause."

Auch Stefan Rojewski, Inhaber von "female Male", glaubt an gute Weihnachtsgeschäfte: "Wir kriegen einen kalten Winter, das ist gut fürs Geschäft. Und die Sonderangebote, die wir und andere Geschäfte haben, ziehen." Anja Jäger, Inhaberin von "Die Büste", ist ebenfalls glücklich: "Wir haben jetzt mehr Weihnachtsgeschenke verkauft als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Unser Vorteil ist die fachkundige Beratung." Sandra Pereira von der Kräuterküche sieht sich gleichermaßen gut aufgestellt. Für Margit vom Stein von Wollariea ist 2017 besser als 2016. Inge Eisenmenger vom Teeparadies kennt ihre Stammkundschaft: "Meine Kunden kommen immer, weil ich auf Qualität achte." Tee müsse man riechen, fühlen schmecken. Das funktioniere nicht im Internet.

Auch Rita Manger von Uhren Groß schaut dem Weihnachtsgeschäft beruhigt entgegen: "Ich sehe es wegen der Vorbestellungen sehr positiv, wenngleich das Hauptgeschäft erst in den beiden letzten Wochen läuft." Alle Befragten finden zehn kleinere attraktive Hauptpreise der Zählscheinaktion besser als einen großen Hauptpreis. Weil so die Spannung steigt.

Quelle: RP
 
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