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Sylvia Wimmershoff Und Thilo Mücher
"Geschafft, aber glücklich!"

Sylvia Wimmershoff Und Thilo Mücher: "Geschafft, aber glücklich!"
Die Schulleiterin Sylvia Wimmershoff und ihr Stellvertreter Thilo Mücher bei der offiziellen Feier der Fusion im Februar. Beide sind mit den Entwicklungen sehr zufrieden. FOTO: Laura Ihme
Wermelskirchen. Das Bergische Berufskolleg Wipperfürth-Wermelskirchen gibt es jetzt seit einem halben Jahr. Im BM-Interview blickt das Leitungsteam auf die Zeit zurück und erklärt Vorteile und Notwendigkeit der Fusion für Schüler und die Region. 2698 Schüler waren im Schuljahr gemeldet.

Frau Wimmershoff, Herr Mücher - wie fällt Ihr Fazit nach dem ersten Schulhalbjahr als "Bergisches Berufskolleg" aus?

Sylvia Wimmershoff Geschafft, aber glücklich! Wir sind gespannt auf das nächste Schuljahr...

Thilo Mücher ... beziehungsweise die nächsten Schuljahre, weil wir planen natürlich nicht immer nur für ein Jahr.

Ist der Stress mehr geworden?

Wimmershoff Ich hatte ja schon vor der Fusion zweieinhalb Jahre die beiden Standorte geleitet. Von daher war es keine Umstellung, aber jetzt gibt es eben neue Arbeitsfelder, an denen wir vorher nicht arbeiten konnten.

Zum Beispiel?

Wimmershoff Wir haben am Entlastungsstundenkonzept, dem Teilzeitkonzept, dem Vertretungskonzept und der neuen Hausordnung gearbeitet. Als Nächstes stehen das neue Schulprogramm und das neue Medienkonzept auf der Agenda. Das sind alles Teilaspekte der neuen Schule.

Hat sich der Alltag für die Lehrkräfte geändert?

Mücher Mit den Kollegen, die schon an der Schule waren, haben wir im Vorfeld vereinbart, dass ihr jeweiliger Standort auch ihr Stammstandort bleiben wird. Neue Kollegen werden für beide Standorte eingestellt. Aber niemals müssen sie an einem Tag an beiden Standorten unterrichten.

Haben die Lehrkräfte Einfluss auf den Stammstandort?

Wimmershoff Ja. Die alten Kollegen konnten wählen, bei den neuen versuchen wir das auch. Da klappt es nicht immer. Aber bei den vier neuen Kollegen, die zum kommenden Schuljahr anfangen, hat das bis auf einen geklappt. Und für diesen einen Kollegen ist es für die Zukunft angedacht.

Wie ist die Stimmung im Kollegium?

Wimmershoff Sie ist gut. Aber das erhöhte Maß an Arbeitsbelastung ist natürlich nicht mit dem Tag der Fusion auf ein normales Level gesunken. Die Arbeitsbelastung durch die Fusion wird immer noch als hoch empfunden, denn wir haben ja nicht einmal ein ganzes Schuljahr hinter uns. Wir hoffen, dass wir jetzt den Gipfel erreicht haben.

Wie haben die Schüler die Fusion mitbekommen?

Wimmershoff Es gibt zwei Aspekte, an denen die Schüler das mitbekommen haben. Zum einen gab es einen Projekttag zur Hausordnung. Da haben Lehrer und Schüler beider Standorte mitgearbeitet. Der zweite Aspekt ist die Anmeldung. Wenn beispielsweise ein Bildungsgang an einem Standort besetzt ist, bekommt der Schüler einen ablehnenden Bescheid. Darin ist aber vermerkt: Wir bieten die Möglichkeit, am zweiten Standort das Berufskolleg zu besuchen. Das haben auch einige angenommen. Auch die Schulband, die aus Schülern und Lehrern beider Standorte besteht, wird auf beiden Abschlussfeiern spielen.

Wie viele Schüler gibt es am "Bergischen Berufskolleg"?

Wimmershoff In diesem Schuljahr hatten wir 2698 Schüler gemeldet, davon 1026 in Wermelskirchen und 1672 in Wipperfürth. Die Prognosezahlen für das nächste Schuljahr zeigen auch mehr als 2600 Schüler in einer ähnlichen Aufteilung.

Herr Mücher, Sie hatten bei der offiziellen Feier im Februar das Bild des "Puzzles" für die Fusion verwendet. Sind denn mittlerweile alle Teile an ihren Platz gerutscht?

Mücher Sie sind noch nicht alle absolut passgenau drin, aber das Bild kann man schon erkennen. Es fehlen noch einige Teile, ein paar Sachen müssen wir noch anpacken, einige werden sich weiterentwickeln. Beispiel Medienkonzept: Die digitale Welt ist ja nicht stehengeblieben.

Warum war die Fusion nun der richtige Schritt zur richtigen Zeit?

Wimmershoff Wir waren zwei Berufskollegs, die für sogenannte Bündelberufskollegs - also Schulen mit mehreren Fachbereichen - sehr klein waren. Dadurch ist auch die Größe je Fachbereich recht klein. Wenn man bedenkt, dass es Berufskollegs gibt, die rein kaufmännisch aufgestellt sind und 3500 Schüler haben und wir in Wipperfürth haben über fünf Fachbereiche 1600 Schüler, dann wird diese Dimension deutlich. Dazu kommt, dass viele Gestaltungsmöglichkeiten zusammen größer sind. Wir haben gemeinsam die Bildungsgänge "Berufliches Gymnasium" und "Fachschule für Sozialpädagogik - Staatlich anerkannte Erzieher"gestartet.

Müssen Sie selbst viel pendeln?

Wimmershoff Ich arbeite an jedem Standort an jedem Tag. Ich fahre entweder morgens nach Wipperfürth und mittags nach Wermelskirchen - oder andersherum. Ich habe aber auch weniger Unterricht als Herr Mücher.

Mücher Ich habe tatsächlich etwas mehr Unterrichtsstunden, daher bin ich zu gewissen Zeiten am entsprechenden Standort. Aber es hat sich auch herauskristallisiert, dass ich praktisch jeden Tag an beiden Standorten anwesend bin.

Wie erholen Sie sich jetzt vom Stress der Fusion?

Mücher Ich werde drei Wochen am Stück Urlaub nehmen, um komplett von der Schule abzuschalten. Wir werden nach Schweden fahren, das Telefon ausschalten und raus sein.

Wimmershoff Im kommenden Schuljahr wird wieder Lehrersport angeboten. Das werden wir beide wieder wahrnehmen. Ich habe nach der Fusion neue Herausforderungen gesucht, so habe ich an der Rheinischen Fachhochschule am Standort Wermelskirchen Vorlesungen übernommen - auch, um die Verzahnung mit dem Bergischen Berufskolleg noch besser zu gewährleisten. Außerdem habe ich ein zweites Enkelkind bekommen. Dazu kommt meine Musik beim Sinfonieorchester Wermelskirchen. Das entspannt mich.

Das Interview führte Wolfgang Weitzdörfer

Quelle: RP
 
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