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Wermelskirchen
Gespenstische Atmosphäre in der leeren Passage

Wermelskirchen: Gespenstische Atmosphäre in der leeren Passage
In der Telegrafen-Passage ist nichts mehr los. FOTO: Teifel
Wermelskirchen. Viel ist von der Telegrafen-Passage nicht übrig geblieben. Ein Leerstand reiht sich an den nächsten. Je nach Aufteilung und Größe passen gut zwölf bis 14 Geschäfte in die Passage. Dazu kommt noch ein Ladenlokal zur Oberen Remscheider Straße, dass noch nie vermietet war. Aktuell sind fünf Geschäfte vermietet. Seit September 2017 gibt es einen neuen Eigentümer. Wie geht es weiter, was ist geplant? Von Walter Schubert

"Keine Ahnung", sagt Mieter Martin Hake. "Es gibt keinen Plan, keine Information, und der neue Eigentümer hat sich auch noch nicht vorgestellt". Die Hausverwaltung liegt immer noch bei der Haus & Grund GmbH in Düsseldorf. Lange Zeit war die Firma Kodi als neuer Ankermieter für die ehemaligen Räume von Quick-Schuh und dem Drogeriemarkt dm im Gespräch. "So weit ich gehört habe, hat sich das erledigt. Kodi kommt nicht", sagt Hake.

Hake und sicher auch die anderen Mieter wüssten gerne, wie es weiter geht. "Für mein Geschäft und mein Angebot ist das Ladenlokal absolut in Ordnung. Lage und Größe sind gut", sagt er. Trotzdem spürt er den Rückgang der Kundenfrequenz, nachdem die Bäckerei Bauer umgezogen ist. Selbst als Durchgang ist die Passage mittlerweile uninteressant, da es kein Geschäft im Inneren gibt. Ernsting's family, Apollo-Optik und auch Lotto-Toto Papas werden gar nicht als Passagen-Geschäfte wahrgenommen, da die Schaufenster und meist auch der Eingang zur Straße ausgerichtet sind. Auch beim Marketingverein "WiW" gibt es noch keinen Kontakt zum neuen Eigentümer. "Wir wissen zwar vom Verkauf der Passage, aber der neue Eigentümer hat sich bei uns noch nicht gemeldet", sagt Dankmar Stolz, Vorsitzender bei WiW. Stolz hält es für schwierig, die Leerstände mit Einzelhandelsgeschäften zu füllen. "Die sind ja schon alle umgezogen", sagt er. "Es ist ja noch ganz frisch. Erst einmal bin ich froh, dass es ein heimischer Investor gekauft hat. Zur Zeit sehe ich das entspannt." Auch für die Stadtverwaltung ist die Telegrafen-Passage als zentrales Zentrum natürlich interessant. "Wir haben die ersten Gespräche geführt", sagt Florian Leßke, Amtsleiter für Stadtentwicklung. "Zur Zeit wird beim Investor an einem Konzept gearbeitet. Wir haben unsere Hilfe angeboten und würden uns freuen, wenn die Passage wieder mit Leben gefüllt würde".

Die Vermietung scheint wohl schwierig. Deshalb ist der Vorschlag von Händler Hake vielleicht einmal zu prüfen: "Könnte man die Passage nicht als Lebensmittelgeschäft nutzen? Zumindest solange, bis der Loches-Platz fertig ist", schlägt er vor. Über so eine zentrale Nahversorgung würden sich sich sicher viele Bürger freuen, meinte der Einzelhändler.

Quelle: RP
 
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