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Wermelskirchen
Größte Marihuana-Plantage

Wermelskirchen. 1000 Marihuana-Pflanzen entdeckte die Polizei mitten im Wohngebiet Kolfhausen. Die Drogenfahnder sprechen von der bisher größten und professionellsten Marihuana-Plantage im Kreis. Der Betreiber wurde festgenommen. Von Gundhild Tillmanns

Da staunen sogar erfahrene Drogenfahnder: "So etwas haben wir noch nicht gesehen", blickt Kriminalhauptkommissar Werner Bauschert verwundert über die riesige Marihuana-Plantage in Tente. Ein betäubend-süßlicher Geruch breitet sich nicht nur in den Hallen mitten im Wohngebiet in Kolfhausen aus, wo ein 35-jähriger Wermelskirchen eine nach Beurteilung der Bergisch Gladbacher Drogenfahnder "absolut professionelle" Marihuana-Plantage betreibt.

Der verräterische Duft ist bis auf die Straße und die Nachgrundstücke zu riechen: "Wir haben uns schon länger gedacht, dass da etwas nicht in Ordnung g ist. Da tauchten immer so komische Leute auf", berichtet Nachbar Erhard Mayland der BM.

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei der Größe der Anlage nicht nur um einen Täter handeln kann. Der Mann muss schon alleine für das Absetzen der Drogen Mittäter gehabt haben", schätzt denn auch Drogenfahnder Werner Bauschert die Lage ein. Der Mieter der Hallen mit der Drogenplantage sei als Hauptverdächtiger festgenommen worden. Nun prüfe die Staatsanwaltschaft, ob gegen ihn ein Haftbefehl erlassen werde.

Nachbarn zu spät gemeldet

Der Beamte wundert sich allerdings, dass sich die Nachbarn nicht früher schon bei der Polizei gemeldet haben: "Das musste doch auffallen, alleine schon der Geruch", sagt er und fügt hinzu: "Aber heute funktioniert die Sozialkontrolle nicht mehr so wie früher – nicht mal auf dem Dorf", bedauert er.

Denn diese bisher in der Geschichte der Drogenfahndung im gesamten Kreisgebiet größte und professionellste Marihuana-Plantage sei nur durch Zufall entdeckt worden: "Im Rahmen der Fahndung nach dem Bankräuber haben Nachbarn gesehen, dass viel Polizei im Dorf ist. Und da erst haben sie die Kollegen angesprochen, sie könnten auch mal nach den Hallen sehen", berichtet Werner Bauschert. Dort hätten die örtlichen Kollegen den überraschenden Fund gemacht, den Mieter später abgefangen und ihn festgenommen.

Gestern Morgen rückte dann der Trupp des Bergisch Gladbacher Drogendezernats in Tente zu stundenlanger Beweissicherungsarbeit an. Sie nahmen Proben von den Marihuana-Pflanzen, um sie ins Labor des Landeskriminalamtes in Düsseldorf zu schicken. Dort wird der THC-Gehalt des Marihuanas bestimmt: "Vorbehaltlich des LKA-Ergebnisses kann man schon sagen, dass dieser Stoff eine gute Qualität und damit einen hohen Verkaufswert hat", betont der Fahnder.

Anschließend mussten alle 1000 Pflanzen und die umfangreiche technische Anlage der Plantage auf den Transporter gepackt werden: "Alles wird bis zum Prozess zur Beweissicherung aufbewahrt und anschließend dann in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt", weiß der Drogenfahnder.

Quelle: RP
 
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