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Wermelskirchen
Große Raumnot an Haiderbach-Schule

Wermelskirchen: Große Raumnot an Haiderbach-Schule
Einen Raum im Flachbau teilen sich eine Klasse und eine OGS-Gruppe. Insgesamt 70 OGS-Kinder werden in Tente betreut. FOTO: udo Teifel
Wermelskirchen. Der Grundschul-Standort Tente bekommt nur eine neue Eingangsklasse. Die OGS nutzt inzwischen einen Klassenraum. Der Bedarf ist "überdeutlich", meint die SPD und unterstützt die Schulleitung bei der Forderung nach mehr Räumen. Von Udo Teifel

Der zweizügige Grundschul-Standort Tente wird ab dem nächsten Schuljahr nur noch einzügig. Denn in Tente darf nur eine Eingangsklasse gebildet werden. Das ist eine Vorgabe der Stadt, denn in Tente gibt es nicht genügend Klassenräume. Abgelehnt wurde kein Schüler, denn nach BM-Informationen sind Eltern in Braunsberg von der Stadtverwaltung darauf hingewiesen worden, doch ihre Kinder an der Schwanenschule anzumelden. Das sollen viele getan haben.

Die Grundschule in Tente hat letztlich nur sieben Klassenräume, der achte wird von der Offenen Ganztagsschule (OGS) genutzt. Denn in der OGS werden inzwischen 70 Kinder betreut. Im Flachbau teilt sich eine Klasse derzeit den Raum mit der OGS, so dass Unterricht stattfinden kann. Auch der Mehrzweckraum, der eigentlich auch für die Nutzung durch Bürger hergerichtet wurde, wird inzwischen komplett von der OGS, aber auch als Musikraum genutzt.

Die SPD-Fraktion hatte sich jetzt über die Raumprobleme der Schule informiert und mit Schulleitung und Elternvertretung gesprochen. "Der Raumbedarf ist überdeutlich", sagt Fraktionschef Jochen Bilstein. Seine Fraktion hatte sich bereits von der Raumnot der OGS Schwanen wie des Haiderbach-Standortes Hünger im April ein Bild gemacht. Die Begehung werde fortgesetzt in Dabringhausen und im Gymnasium, kündigte Bilstein an. "Wir möchten einen Gesamtüberblick bekommen über die kurz- und mittelfristig notwendigen baulichen Maßnahmen." Es sei nicht sinnvoll, alle paar Monate über neue Baustellen informiert zu werden - "wir brauchen ein Gesamtbild darüber, was zu tun ist".

Seine Fraktion habe vor Wochen die Verwaltung aufgefordert, eine Liste aller Schulbau- und -Renovierungsmaßnahmen aufzustellen und die Dringlichkeit nach personellen und finanziellen Möglichkeiten festzulegen. Bilstein erwartet die Liste im Herbst. Dann solle ein Maßnahmenkatalog festgelegt werden. Finanzierungsgrundlage sollen Landesmittel sein, die ab 2017 in drei Raten den Kommunen zur Verfügung gestellt würden.

Schulleiterin Marion Klein hatte alle Fraktionen eingeladen, sich einmal in ihrer Schule über die Raumnot zu informieren. Das Problem der Klassenbildung sei vom Land gesteuert - NRW lege nach den Schulanmeldungen fest, wie viele Klassen in den Städten gebildet werden dürften. Mit Wermelskirchen stimmten die Zahlen nicht überein - es waren zu viele Klassen geplant. Tente habe es nun getroffen, weil sowieso ein Klassenraum fehlte. "Ich hatte über 30 Anmeldungen. Wir hätten zwei kleine Klassen bilden können."

Es fehlen etliche Räume in Tente - es gebe keine für Inklusion, Gruppenarbeit, Elterngespräch. Letztere fänden im Lehrerzimmer statt. Im Minicomputerraum könnte man keine Gruppenarbeit machen, und die Sonderpädagogin habe keinen Raum, der kindgerecht hergerichtet werden könnte. "Ich habe inzwischen den Eindruck, dass sich die Politiker schon dafür interessieren, was an den Schulen passiert", sagt Marion Klein und gewinnt dem Besuch doch etwas Positives ab.

Die Stadt sieht laut Schuldezernent Jürgen Graef keinen "eklatanten Raumbedarf" in Tente. Es gebe genügend Klassen- und OGS-Räume. Dennoch werde in der Verwaltung überlegt, die Hausmeisterwohnung umzubauen und der Schule als Klassenraum zur Verfügung zu stellen. Außerdem habe man ja den Mehrzweckraum der Schule zur alleinigen Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen. "Auf dem Grundstück ist es eben sehr schwierig, zusätzliche Flächen herzurichten", sagte Graef.

Quelle: RP
 
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