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Wermelskirchen
"Grüne Asche" - Stadtverwaltung kontaktiert den "Rasenpapst"

Wermelskirchen: "Grüne Asche" - Stadtverwaltung kontaktiert den "Rasenpapst"
FOTO: Moll Jürgen
Wermelskirchen. Überrascht und mit vielen neuen Eindrücken kehrte Tiefbauamtsleiter Harald Drescher jetzt von dem Ortstermin beim Sportverein Bechen zurück. Dort hatte er den Sportplatz unter die Lupe genommen - dieser Ascheplatz war nämlich auf eine besondere Weise in ein Rasenspielfeld umgewandelt worden (BM berichtete). "Es ist ein sehr schöner Platz, die Vereinsverantwortlichen und die Spieler sind begeistert", sagt Drescher und fügt an: "Ich könnte mir solche Plätze grundsätzlich auch für Wermelskirchen vorstellen." Von Sebastian Radermacher

Zum Hintergrund: "Grüne Asche" heißt dieses Vorhaben, bei dem ein Ascheplatz kostengünstig in einen Naturrasenplatz umgewandelt werden kann. Entwickelt hat dieses Konzept Agrar-Ingenieur Dr. Clemens Mehnert. Er ist ein absoluter Rasenfachmann, seit mehr als 40 Jahren im Geschäft. Mehnert ist für mehrere Fußball-Bundesligisten Ansprechpartner bei Rasenfragen. In Süddeutschland bezeichnen ihn viele nur als "Rasenpapst".

Die Idee, auch in Wermelskirchen auf dieses Verfahren zu setzen, um die vor allem bei Kindern unattraktiven Ascheplätze in attraktivere Rasenspielflächen umzuwandeln, hatte der SV 09/35 an die Verwaltung herangetragen, wie Peter Roderweiß betont. Vereinfacht gesagt bleibt bei der Umwandlung eines Tennenplatzes in ein Rasenspielfeld die Asche liegen. Sie wird gelockert und mit reichlich Sand sowie weiteren "Zutaten" des "Rasenpapstes" vermischt. Dann wird gedüngt und der Rasen gesät. Diese Methode ist mit etwa 120.000 Euro deutlich günstiger als zum Beispiel der Bau eines neuen Kunstrasenplatzes.

Die Stadtverwaltung wird nun Kontakt zum "Rasenpapst" aufnehmen, kündigt Drescher an. Dieser soll dann die Rahmenbedingungen auf den Plätzen in Wermelskirchen prüfen und seine Meinung abgeben, ob eine Umwandlung grundsätzlich möglich sei. "Wir hoffen, dass Herr Mehnert bald noch mal in der Region ist und einen Abstecher nach Wermelskirchen macht", sagt der Tiefbauamtsleiter.

Was bei der Besichtigung des Platzes in Bechen deutlich wurde: Der Unterschied zwischen einem Ascheplatz und einem umgewandelten Rasenplatz ("Grüne Asche") ist extrem. Es sei sehr angenehm, auf diesem Untergrund zu trainieren und zu spielen, es sei wie auf einem normalen Naturrasenplatz - obwohl es eben eigentlich noch ein Ascheplatz mit einer Rasenschicht obendrauf ist.

Die Nutzungsdauer sei vergleichbar mit einem normalen Ascheplatz, es können also genau so viele Mannschaften genau so oft auf diesem Platz trainieren und spielen. Drescher: "Es gibt keine Einschränkungen. Der SV Bechen ist begeistert." Aber: Ein solcher Platz benötigt auch sehr viel Pflege. "Der Aufwand ist höher als bei einem normalen Naturrasenplatz", erläutert Drescher. Das größte Problem sei der enorm hohe Wasserverbrauch, denn der Platz müsse regelmäßig und oft gewässert werden.

Und den Mannschaften müsse klar sein, dass sie mitverantwortlich seien, wie lange ein solcher Platz hält. "In Bechen werden zum Beispiel in jeder Trainingseinheit mehrmals die Tore verschoben, damit der Platz gleichmäßig abgenutzt wird - das zahlt sich dann auch aus", sagt Drescher.

Quelle: RP
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