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Wermelskirchen
Gute Ideen fürs Bergische gesucht

Wermelskirchen. Ab sofort können sich Vereine und Institutionen mit Projekten für Fördermittel des "Leader"-Projekts bewerben. Das Verfahren ist langwierig und komplex. Von Walter Schubert

Seit gestern können sich Vereine und Institutionen mit verschiedenen Projekten für Fördermittel des "Leader"-Projekts bewerben. Und das Interesse an diesem Programm ist groß - das wurde bei der Projektauftaktveranstaltung am Mittwochabend deutlich, zu der Dr. Hermann-Josef Tebroke, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, zahlreiche Besucher im Wermelskirchener Bürgerzentrum begrüßte. "Ich bin mir sicher, dass viele gute Ideen unsere Region stützen werden", sagte Tebroke. Die Bewerbungen der einzelnen Projekte müssen bis zum 30. September eingereicht werden.

"Leader" ist ein Finanzprogramm der EU zur Förderung und Stärkung des ländlichen Raums. Um Fördermittel in die Region zu holen, hat sich der Verein Leader Bergisches Wasserland gegründet. Mit einer eigenen Geschäftsstelle in Burscheid (siehe Info) und zwei hauptamtlichen Mitarbeitern werden Ideen und Vorschläge koordiniert. Das Aktionsgebiet Bergisches Wasserland umfasst jeweils vier Kommunen im Oberbergischen Kreis (Hückeswagen, Marienheide, Radevormwald, Wipperfürth) sowie im Rheinisch Bergischen Kreis (Burscheid, Kürten, Odenthal, Wermelskirchen).

Doch vor einer finanziellen Unterstützung gibt es viele Hürden zu überwinden. Erst einmal muss ein Vorschlag zu einem der vier Handlungsfelder passen: "Leben und Arbeiten", "Prävention, Migration und Inklusion", "Naherholung und Erlebnis-Tourismus" oder "Energiewende und innovative Wertschöpfung". Die möglichen Fördermittel sind gestaffelt - Vereine erhalten maximal 65 Prozent, Kommunen 50 Prozent, juristische oder natürliche Personen 40 Prozent. Die maximale Förderung ist auf 100.000 Euro begrenzt. "Regional kommt vor lokal" - so lautet der Anspruch bei den Ideen. Bewertet werden die eingereichten Projekte nach einem aufwendigen Punktesystem, auch der Ablauf ist kompliziert. Die erste Idee wird im Regionalmanagement beraten. Der Vorstand bewertet die Bewerbungsbögen und entwickelt daraus konkrete Vorschläge. Dann folgen ein Förderantrag und eine Kontrolle durch die Bezirksregierung. Nach einem Zuwendungsbescheid kann das Projekt umgesetzt werden.

"Es ist komplex und langwierig", gab Beraterin Céline Zahn zu. "Es ist der EU geschuldet. Das Verfahren soll so transparent und gerecht wie möglich sein", sagte sie. Schwierig kann auch die Finanzierung werden, da bewilligte Zuschüsse erst nach sechs bis zwölf Monaten erfolgen. So könnte es zu einer kompletten "Vorfinanzierung" durch Vereine und Kommunen kommen.

Für 2016 stehen Fördermittel in Höhe von 556.000 Euro zur Verfügung. Falls eine Idee in diesem Jahr nicht berücksichtigt wird, können Vereine und Institutionen im nächsten Jahr einen neuen Versuch starten. Ein weiterer Projektaufruf erfolgt vom 1. Februar bis 17. März 2017. Das "Leader"-Programm ist aktuell bis 2022 beschlossen, das bedeutet, jedes Jahr gibt es eine neue Bewerbungsrunde.

Quelle: RP
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