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Wermelskirchen
Hauptschüler mit guten Perspektiven

Wermelskirchen. Als eine starke Gemeinschaft bleibt der Abschlussjahrgang der Hauptschule in Erinnerung. Von Cristina Segovia-Buendía

37 Absolventen der Hauptschule feierten diese Woche ihren Abschluss. Die meisten wechseln nach den Ferien aufs Berufskolleg oder beginnen eine Ausbildung. Christian Schröder (16) und Flora Cecilia Alaksza (17) waren die Jahrgangsbesten. Letztere kam erst vor einem Jahr aus Ungarn und strebt nun das Abitur an.

Feierlich betraten sie zum letzten Mal jenes Gebäude. Begleitet von stolzen Eltern und glücklichen Klassenlehrern, versammelten sich die 37 Abschluss-Schüler im festlich geschmückten Forum der Schule an der Wirtsmühler Straße. Anders als in anderen Jahren, hatten sich die Organisatoren bewusst für die Schule und nicht das Bürgerzentrum als Festsaal entschieden, erklärte Schulleiter Gebhard Lehr, der mit den kursierenden Gerüchten aufräumen wollte: "Es ist nichts dran an dem Gerücht, dass die Stadt die auslaufenden Hauptschule finanziell nicht mehr unterstützen will. Das Bürgerzentrum hätten wir, wie auch schon die Jahre zuvor, kostenlos bekommen."

Aufgrund des kleinen Jahrgangs beschlossen die Schulleitung aber, den Abschluss im Forum der Schule zu feiern. Wehmut und Freude lagen nah beieinander, wie die Schulsprecher zum Ausdruck brachten. Viele Streiche, tolle Klassenfahrten, eine starke Gemeinschaft und tatkräftig fördernde Lehrer würden in Erinnerung bleiben. "Ohne sie würden wir heute bestimmt nicht hier sitzen", sagte Klassensprecherin Celine Figura.

Schulleiter Lehr lobte den Abschlussjahrgang. Fast alle würden die Schule mit einem Anschluss verlassen. Zehn Schüler gehen in eine duale Ausbildung, 23 wechseln aufs Berufskolleg, zwei werden die gymnasiale Oberstufe besuchen, zwei den einjährigen Bundesfreiwilligendienst absolvieren.

Die 17-jährige Flora Cecilia Alaksza war nur für kurze Zeit Teil der Hauptschulgemeinschaft. Im August kam sie aus Ungarn dazu, musste erst einmal Deutsch lernen. Keine leichte Aufgabe, wie sie bestätigte. Sie biss sich aber durch und schaffte mit einem Notendurchschnitt von 1,5 den besten Abschluss. Jetzt will sie den Sprung aufs städtische Gymnasium wagen. "Ich werde wohl dort die zehnte Klasse wiederholen müssen, aber das wird schon irgendwie gehen", sagte sie zuversichtlich. In Ungarn war sie Gymnasiastin. Sie würde später gerne studieren.

Auch Christian Schröder, mit einem Notendurchschnitt von 1,6 ebenfalls Jahrgangsbester, könnte das Abitur anstreben, will er aber nicht. "Ich werde nach den Ferien eine Ausbildung als Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik beginnen." Von klein auf habe er sich für Technik interessiert. "Nach einem Praktikum habe ich dann beschlossen, den Beruf zu erlernen." Schule habe ihm zwar immer Spaß gemacht und er nehme viele positive Erinnerungen mit. "Aber jetzt möchte ich arbeiten und Geld verdienen." Die Aufstiegsmöglichkeiten seien im Handwerk auch ohne Abitur oder Studium gut. Und auf diesen neuen Lebensabschnitt freue er sich nun.

Quelle: RP
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