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Wermelskirchen
Heizen mit Öl ist 30% günstiger als mit Gas

Wermelskirchen: Heizen mit Öl ist 30% günstiger als mit Gas
Ein simpler Vergleich im Internet zeigt: Im Durchschnitt sparen Verbraucher mit Ölheizungen (3000 Liter) bei einem vergleichbaren Gasverbrauch etwa ein Drittel an Kosten. Doch der Ölpreis steigt wieder. FOTO: istockphoto.com/Bernd_Leitner
Wermelskirchen. Wer in Wermelskirchen mit Öl heizt, spart gegenüber Gasverbrauchern derzeit kräftig Kosten. Ein Grund dafür ist der Ölpreisverfall. Zu einem Wechsel von Gas auf Öl hat das bisher niemanden bewogen. Zu Recht nicht, sagt die BEW. Von Jessica Balleer

Bereits vor Monaten ist der Preis für Heizöl massiv gefallen. Das spürt auch der Endverbraucher: In der zu Ende gehenden Heizperiode verringerten sich die Ölheizkosten in den Städten der Region merklich. Jens Langner hat die Gas- und Heizölpreise verglichen. "Bei uns in der Region spart man mit Heizöl derzeit gut 30 Prozent", sagt der Geschäftsführer der Bergischen Energie und Wasser GmbH (BEW). Diese Zahl gilt laut Langner für das gesamte BEW-Gebiet, sprich Wermelskirchen, Hückeswagen und Wipperfürth.

Ärgern dürfte das rund 5600 Kunden in Wermelskirchen, die an das Gasnetz angeschlossen sind. In Hückeswagen sind es 4200 Netzanschlüsse mit Gas. Diese Zahl ist mit einem Preisvergleich im Internet relativ einfach nachzuweisen. So liegt der durchschnittliche Verbrauch in einem Einfamilienhaus bei etwa 3000 Litern Heizöl. Vergleicht man den Wert mit einem Gasverbrauch von 30.000 Kilowattstunden, zahlt der Verbraucher mit der Ölheizung nach aktuellem Preislevel rund 30 Prozent weniger. Der Verbrauch spielt neben dem aktuellen Marktpreis die zweite, wichtige Rolle. Der wiederum hängt maßgeblich von der Dämmung und den klimatischen Bedingungen ab. Etwa 15,4 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen die Deutschen laut dem Energiedienstleister "Techem". Der durchschnittliche Gasverbrauch im Haushalt liegt bei ca. 15 m³ Gas pro Quadratmeter-Wohnfläche und Jahr - für Heizung und Warmwasser. Mit einem Gasverbrauch von etwa 113 kWh/m² liegt der Rheinisch-Bergische Kreis laut dem Energiedienstleister im Bundesdurchschnitt. Insgesamt ist der Verbrauch der Privat- und Gewerbekunden im Netzgebiet der BEW seit Jahren relativ konstant.

In 2015 benötigten sie zwar rund elf Prozent mehr Gas als im Winter 2014/15. Doch dieser direkte Vergleich ist irreführend, denn das Jahr 2014 war ungewöhnlich warm. Zur Rückkehr von Gas auf Heizöl hatsich bisher niemand entschlossen.

Stattdessen ließen in Wermelskirchen 110 Haushalte einen neuen Gas-Netzanschluss legen, 67 stellten von Öl auf Gas um. 22 neue Gasverbraucher zählt Hückeswagen laut BEW - darunter 15 Umsteller. Der umgekehrte Wechsel - von Gas auf Öl - sei sowieso äußerst unüblich: "Weg vom Gas gibt es eigentlich nicht", sagt Jens Langner.

Wer über modernes Heizen nachdenke, der sei bei einer Wärmepumpe oder eben bei der Gasheizung, aber längst nicht mehr beim Öl. Über Jahre hatten Experten den Kunden zur Gasheizung geraten. Zwar hat sich vor einem halben Jahr das Preisniveau zugunsten des Öls verkehrt. Doch seit wenigen Tagen erholt sich der Ölpreis wieder. Deshalb ist ein Anpassen des Gaspreises kaum zu erwarten. Jens Langner geht davon aus, dass der Preisvorteil nur eine Momentaufnahme ist. "Die Situation wird sich vermutlich bald wieder umkehren."

Quelle: RP
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