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Wermelskirchen
Helferinnen übernehmen Hausbesuche

Wermelskirchen: Helferinnen übernehmen Hausbesuche
Dr. Hans-Christian Meyer ist stolz auf seine Mitarbeiterinnen Katy Schröder (l.) und Andrea Kinnen, die Hausbesuche übernehmen dürfen und ihn dadurch entlasten. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Wermelskirchen. Katy Schröder und Andrea Kinnen, medizinische Fachangestellte in der Praxis von Dr. Meyer, können durch eine spezielle Fortbildung selbst Hausbesuche übernehmen. Dadurch kann Dr. Meyer die Patienten in der Praxis viel besser betreuen. Von Tim Kronner

Montagmorgen, 7 Uhr in der Praxis von Dr. Hans-Christian Meyer an der Berliner Straße: Die ersten Patienten kommen herein, das Wartezimmer wird schnell voller. Unter den Erkrankten sind auch einige, die besser nicht in einem vollen Wartezimmer sitzen sollten. Besonders für ältere Patienten ist der Weg in die Praxis oft schwer zu bewältigen. Doch der Arzt und seine Assistentinnen sind voll ausgelastet.

Um mehr Zeit für die wichtigen Hausbesuche zu haben, machen die beiden medizinischen Fachangestellten Katy Schröder und Andrea Kinnen nun die Fortbildung zur "Entlastenden Versorgungsassistentin" (EVA). "Dadurch bleibt mir mehr Zeit für die Patienten hier in der Praxis - und zusätzlich können wir die anderen Patienten bei Hausbesuchen viel intensiver betreuen", sagt Dr. Meyer erfreut.

Begonnen haben die beiden Frauen mit der Fortbildung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein Anfang Februar. Ende dieses Jahres werden sie dann das ersehnte Zertifikat in den Händen halten. "Die Arbeit macht jetzt schon Spaß, wir lernen viel Neues", berichtet Andrea Kinnen. Nach dem theoretischen Teil wie den rechtlichen Grundlagen sei man nämlich schnell zu Themen gekommen, die beim Umgang mit den Patienten wichtig seien.

Besonders hilfreich sei bisher der geriatrische Teil, die Altersmedizin, gewesen. "Wir haben eben auch viele ältere Patienten, da ist diese Art der Fortbildung sehr gut", erklärt Schröder. "Vor allem für bettlägerige Patienten, die wir bei den Hausbesuchen betreuen, ist wichtig, dass die Damen wissen, was sie tun. Die Patienten können sicher sein, dass sie gut betreut werden", betont Dr. Meyer.

Weiter beschäftigen sich Schröder und Kinnen beispielsweise mit Wundpflege, Arzneimittelversorgung, Notfallsituationen und Vorsorgemaßnahmen. An einem Teil ihrer Ausbildung haben die beiden jetzt schon besonderen Gefallen gefunden: an der Palliativmedizin. "Man könnte denken, das wäre makaber - ist es aber nicht. Der Umgang mit nicht mehr heilbaren Menschen ist etwas ganz Besonderes - und es ist wichtig, dass wir sie bestmöglich begleiten und versorgen können", sagt Kinnen. Diese Begleitung und auch die eigenständigen Hausbesuche bringen eine große Verantwortung mit sich. Diese schreckt die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen der Praxis jedoch nicht ab. "Wir sind uns dessen bewusst und stolz, diese Verantwortung übernehmen zu dürfen", betont Schröder. Schon seit Beginn der Fortbildung dürfen die Versorgungsassistentinnen mit Erlaubnis der KV Nordrhein Hausbesuche alleine übernehmen. Die ersten Eindrücke begeistern. "Das ist viel herzlicher als in einer Praxis. Die Leute lieben es, ,betüdelt' zu werden und laden einen gerne auf eine Tasse Kaffee ein", erzählt Schröder. Das kann auch ihre Kollegin bestätigen. "Einmal hatte eine Frau sogar den Frühstückstisch für mich mitgedeckt. Es ist einfach schön, auch mal zwei oder drei Sätze mit den Leuten wechseln zu können", berichtet Kinnen.

Ihr Chef Dr. Meyer wird natürlich auch weiter zu den Menschen nach Hause kommen. Trotzdem freut er sich über die neue tatkräftige Unterstützung von Katy Schröder und Andrea Kinnen. "Ich bin stolz auf meine beiden Mitarbeiterinnen. Ihre Entscheidung zu dieser Fortbildung hätte für mich, die Praxis und unsere Patienten nicht besser sein können", sagt Meyer erfreut.

Quelle: RP
 
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