| 00.00 Uhr

Ansichtssache
Historische Bausubstanz macht den Charme aus

Meinung | Wermelskirchen. Die Kleinstadt mit Herz will den baulichen Charakter der Innenstadt retten und eine Gestaltungssatzung erlassen. Gleichzeitig hält neue Technik weiter Einzug: Es gibt eine neue E-Ladesäule in der City. Von Solveig Pudelski

Wermelskirchen hat schöne Ecken, regelrechte Postkarten-Motive, schmucke bergische Häuser wie an der Eich, die von der Blütezeit einer aufstrebenden Stadt zeugen. Das sind schützenswerte Schätze. Dass der Stadt der Denkmalschutz nicht reicht, dass sie vielmehr eine Gestaltungssatzung erarbeitet, ist nur zu begrüßen. In anderen Städten konnte mit einer Gestaltungs- oder Denkmalbereichssatzung das typische Ortsbild - oder zumindest die Reste davon - gerettet werden.

Historische Bausubstanz macht nicht nur den Charme vieler älterer Städte aus, sie stiftet Identität und fördert auch das Heimatgefühl. Dieser Begriff wird ja längst nicht mehr mit einem düsteren Kapitel deutscher Geschichte verknüpft. Heimat bedeutet auch: die Wurzeln zu schätzen oder schätzen zu lernen. Und dazu gehört auch die Baukultur, die im Bereich des Marktes besonders schützenswert ist. Auf die Haus- und Grundstücksbesitzer kommen aber Einschränkungen zu. Um so wichtiger ist es, die Eigentümer bei diesem Vorhaben mitzunehmen, sie zu informieren und bei Bedarf auch zu beraten.

Wermelskirchen wird e-mobiler. Mit Installation einer neuen Ladesäule für Elektrofahrzeuge auf dem Schwanenplatz setzt die BEW ein klares Zeichen, dass sie an die Zukunft der Elektrofahrzeuge glaubt und daher ihren Beitrag zum Ausbau der erforderlichen Infrastruktur leisten will.

Zwar wird Wermelskirchen kein Dieselfahrverbot verhängen, weil der NO2-Gehalt nicht so hoch ist wie in anderen Städten mit hoher Verkehrsdichte und tiefen Straßenschluchten. Aber auch hier sind die CO2-Werte immer noch zu hoch, sind sogar durch höheres Verkehrsaufkommen gestiegen, wie Kreisdezernent Gerhard Wölwer in der Sitzung des Umweltausschusses aufzeigte. Droht dann eines Tages auch das Fahrverbot für Benziner? Alles erscheint möglich - die EU pocht auf eine drastische CO2-Reduzierung. Das Elektrofahrzeug ist gerade für den Stadtverkehr eine gute Alternative - und die Nachfrage nach E-Fahrzeugen steigt, wie ein BEW-Mitarbeiter erklärte. Der Weg zur saubereren Luft ist aber noch weit. Gute Verknüpfungsmöglichkeiten verschiedener Verkehrsmittel wie Auto, Fahrrad, Bus und vielleicht auch eines Tages wieder Bahn in welcher Form auch immer sind der richtige Weg in eine sauberere Zukunft.

Einer guten Nachricht folgte sofort eine schlechte: Die Talbrücke Höllenbach ist saniert und die Baustelle auf der A1 in diesem Bereich wird zurückgebaut. Doch der nächste Engpass folgt sogleich: Zwischen Wermelskirchen und Burscheid wird eine neue Baustelle eingerichtet. Zwar bleiben weitgehend drei, wenn auch verengte Spuren offen, es drohen aber auch Bauphasen, in denen nur noch je zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Neben dem Staupunkt Leverkusener Kreuz müssen insbesondere Pendler eine längere Fahrzeit einplanen. Eine stauanfällige Autobahnverbindung ist ein echter Standortnachteil. Alle hoffen auf ein baldiges Ende der A1-Baustellen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Ansichtssache: Historische Bausubstanz macht den Charme aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.