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Wermelskirchen
Horst Walter Schenk tritt aus der FDP-Stadtratsfraktion aus

Wermelskirchen: Horst Walter Schenk tritt aus der FDP-Stadtratsfraktion aus
Horst Walter Schenk (53) behält aber sein Ratsmandat. FOTO: FDP
Wermelskirchen. Grund sind "unüberbrückbare Differenzen" mit dem Fraktionsvorsitzenden Jürgen Manderla. Sein Ratsmandat wird Schenk aber behalten.

Horst Walter Schenk ist nicht mehr Mitglied der FDP-Fraktion im Stadtrat. "Nach Jahren der intensiven Mitarbeit in der Fraktion habe ich nach Ereignissen der letzten Monate entschieden, dass die Fortführung der Zusammenarbeit nicht sinnvoll und zielführend ist", teilte Schenk gestern mit. Sein Entschluss habe mit dem Verhalten und den Handlungsweisen des Fraktionsvorsitzenden Jürgen Manderla, nicht aber mit der Politikrichtung seiner Partei zu tun. "Meine weitere Mitarbeit im Stadtrat und in den Ausschüssen bleibt von dieser Entscheidung unberührt."

Auf Nachfrage unserer Redaktion erzählte der 53-Jährige von einem bereits länger währenden Prozess. Er erinnerte an seinen Rückzug als Ortsverbandsvorsitzender im Jahr 2016. Es gebe unüberbrückbare Gegensätze im Denken, aber insbesondere im Handeln und Verhalten zwischen ihm und Manderla. 2016 habe er deeskalierend versucht, sich selbst zurückzunehmen. Ziel sei das gute Erscheinungsbild von Partei und Fraktion in der Öffentlichkeit gewesen. Schenk: "Mir geht es nicht darum, andere auszugrenzen oder ihre Position zu schwächen, mir geht es um die Diskussion in der Sache und das Finden guter Lösungen." In der Fraktion und im Rat müsse in der Sache hart miteinander gerungen werden. "Aber der Respekt und der gute Umgangston zwischen den Disputanten müssen zu jedem Zeitpunkt erkennbar erhalten bleiben", betonte Schenk. Seine derzeitige Gefühlslage sei eine Mischung aus Schmerz, Trauer und Enttäuschung. "Ich habe mit Herzblut und Überzeugung für die FDP-Fraktion gearbeitet."

Schenk betonte, dass er Mitglied der FDP bleiben werde. Zur Art seiner Tätigkeit im Rat habe er "noch keinen fertigen Plan B". Er werde sich weiter für die Belange der Stadt und ihrer Bürger einsetzen. "Ich werde in der Sommerpause prüfen und in Gesprächen sondieren, ob ich mein Mandat in den kommenden drei Jahren als fraktionsloses Ratsmitglied oder im Rahmen einer anderen Fraktion wahrnehme", sagte Schenk.

Seiner Partei, vor allem Parteifreund Christian Lindner, hat er den Entschluss mitgeteilt. "Ich habe Christian Lindner gesagt, dass ich damit keinen Bruch mit meiner Partei anstrebe. Die Freien Demokraten sind meine politische Heimat. Mit Überzeugung und Leidenschaft bin ich gerne liberal."

Fraktionschef Jürgen Manderla bestätigte auf Nachfrage, dass es seit längerer Zeit Differenzen zwischen ihm und Schenk gegeben habe. "Es gab aber auch Differenzen zwischen ihm und der Fraktion", sagte Manderla. Schenk habe den richtigen Zeitpunkt gewählt. Manderla: "Jetzt ist es für alle einfacher. Mehr will ich dazu nicht sagen."

(ser)
 
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