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Wermelskirchen
Hospizverein weiht neue Räume direkt neben dem Krankenhaus ein

Wermelskirchen. Dank Spenden stemmt der Hospizverein 80.000 Euro für die Sanierung. Die Krankenhaus GmbH gibt Mietvertrag über zehn Jahre mit günstiger Miete. Von Stephan Singer

Es musste schon eine aufwendige Kernsanierung her, damit der Hospizverein Wermelskirchen seine neuen Räume an der Königstraße unmittelbar links neben dem Krankenhaus beziehen konnte. Am Wochenende weihte der zurzeit gut 100 Mitglieder starke Verein die ehemalige 93 Quadratmeter große Wohnung mit einem Tag der offenen Tür ein.

Dank großzügiger Spenden war der Hospizverein in der Lage, die 80.000 Euro für die Sanierung zu stemmen - dafür habe der Vermieter, die Krankenhaus GmbH, dem Verein einen langfristigen Mietvertrag über zehn Jahre mit einer "sehr günstigen" Monatsmiete eingeräumt, sagte die Vorsitzende Annegret Engels. "Das Krankenhaus und die Mitarbeiter haben uns sehr geholfen. Wir Aktive sind ja Frauen. Und bei solch einem Einzug mit Renovierung bedarf es dann doch manchmal einer helfenden, männlichen Hand", lobte sie. Ein halbes Jahr hat die Sanierung der ehemaligen Wohnung eines Mitarbeiters des technischen Dienstes gedauert: Neue Fenster und Böden sind installiert, eine Wand wurde herausgerissen. Dazu mussten erhöhte Sicherungsvorschriften erfüllt werden, da die Erdgeschoss-Fläche als Büro und nicht mehr als Wohnraum gilt.

Der Hospizverein verfügt im neuen Domizil über eine Küche, eine kleinen Besprechungsraum, eine Abstellkammer, ein Büro und über einen großen Konferenzraum. "Hier können wir arbeiten und auch gemeinsam Freude haben", sagte Annegret Engels bei der Begrüßung der 100 Gäste. Eine Leinwand nebst Beamer ermöglichen Fortbildungen, denen sich die 23 ehrenamtlich aktiven Sterbebegleiter regelmäßig unterziehen. Dazu bietet das Büro den Raum für die monatlichen Gruppen-Abende, das Trauer-Café und das Frühstück, die Mitarbeiter-Supervision, Besprechungen mit Gästen sowie nicht zuletzt die Schreibtische der beiden hauptamtlich tätigen Koordinatorinnen Annette Gennat (seit 2012) und Anke Stolz (seit 2015). Gennat und Stolz sind zu den Sprechzeiten dienstags zwischen 10 und 12 Uhr persönlich anzutreffen, auf Anrufbeantworter-Nachrichten reagieren sie zeitnah.

Mit Gegrilltem, Waffeln und Getränken war beim Tag der offenen Tür für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, das Trio "Finesse" unterhielt mit Chansons, Jazz und Klezmer.

Der Hospizverein wurde 1998 gegründet, feiert in zwei Jahren also sein 20-jähriges Bestehen. Seither machen die Aktiven einen erfreulichen Wandel in der Gesellschaft aus: "Trotz Unsicherheiten bei den Menschen findet unsere Arbeit zunehmend Anerkennung und wird immer weniger tabuisiert", sagte Annegret Engels.

Quelle: RP
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