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Wermelskirchen
Hundekot im Eifgen verärgert Pflegepaten

Wermelskirchen: Hundekot im Eifgen verärgert Pflegepaten
Claus Füllhase sorgte seit März 2014 rund um den "Reisegarten" im Eifgen ehrenamtlich für Sauberkeit. Auch gestern hätte er auf und neben dem Wanderparkplatz wieder zahlreiche Hundehaufen mit einer speziellen Greifzange aufsammeln können - hat er aber nicht, denn der 70-jährige Wermelskirchener hat seine Pflegepatenschaft beendet. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Immer wieder lassen Besitzer ihre Hunde im Naturschutzgebiet frei laufen und ihr Geschäft verrichten. Claus Füllhase hat ehrenamtlich für Sauberkeit gesorgt - jetzt gibt er die Pflegepatenschaft ab, weil er von vielen Haltern beschimpft wird. Von Sebastian Radermacher

Claus Füllhase liegt das Eifgental am Herzen. Das wird deutlich, wenn man sich das ehrenamtliche Engagement des 70-jährigen Wermelskircheners vor Augen hält: Im März 2014 hat er freiwillig die Pflegepatenschaft für den Bereich rund um den Wanderparkplatz ("Reisegarten") im Eifgen übernommen. Zweimal pro Woche sorgte er - ausgestattet mit Müllsäcken und einer speziellen Greifzange für Hundekot - für Sauberkeit und Ordnung. Etwa sechs Stunden pro Woche war er mit dem Aufsammeln von Müll und Hundekot oder mit dem Grünschnitt beschäftigt. Doch damit ist jetzt Schluss. "Ich gebe die Pflegepatenschaft ab", sagt Füllhase verärgert.

Zum Hintergrund: Immer mehr Besitzer lassen, so hat Füllhase in den vergangenen Monaten beobachtet, ihre Hunde rund um den Wanderparkplatz frei herumlaufen und ihr Geschäft verrichten, teilweise seien es 20 bis 30 Hunde täglich. Dies sei zwar ärgerlich, aber kein Grund, die ehrenamtliche Arbeit komplett aufzugeben. Was Füllhase jedoch viel mehr ärgert und auch enttäuscht: "Wenn ich die Hundebesitzer bitte, die Haufen zu beseitigen und sie darauf aufmerksam mache, dass die Tiere im Naturschutzgebiet nicht frei herumlaufen dürfen, werde ich immer öfter wüst beschimpft." Der 70-Jährige bringt dafür kein Verständnis auf. "Ich lasse mich nicht beschimpfen und bedrohen, das habe ich nicht nötig", sagt er. Außerdem seien drei schön hergerichtete Beete "zertrampelt" worden und nun übersät mit Hundehaufen. Füllhase: "Ich habe auf die Pflege keine Lust mehr."

Bei der Leinenpflicht ist die Sache klar geregelt: In einem Naturschutzgebiet gilt eine generelle Anleinpflicht für Hunde. Dieses Schutzgebiet beginnt hinter der Brücke über den Eifgenbach und erstreckt sich entlang des Wanderweges von Kovelsberg bis zur Frohntalerbrücke. Viele Hundehalter wissen nichts von dem Schutzgebiet und der damit verbundenen Vorschrift. Füllhase hatte immer eine Karte dabei und zeigte ihnen die rot markierte Fläche. Außerdem verteilte er Info-Blätter ("Mit dem Hund durch Naturschutzgebiete") des Kreises - meist mit wenig Erfolg: "Viele haben sie direkt wieder weggeschmissen", sagt Füllhase. Er hat beobachtet, dass viele auswärtige Autofahrer auf dem Parkplatz halten, die Türen öffnen und ihre Hunde erst einmal laufen lassen. Es seien aber auch Wermelskirchener dabei, die sich nicht an die Regeln halten.

Der 70-Jährige kontaktierte die Stadtverwaltung und bat um Unterstützung. "Hundekot im Eifgen ist ein Problem", gibt Harald Drescher (Tiefbauamt) zu. Er traf sich mit Füllhase und verschaffte sich vor Ort ein Bild. Dabei ging es nicht nur ums Thema Hundekot. Füllhase sprach auch an, dass Lastwagen verbotenerweise auf dem Wanderparkplatz stehen, dass Autos auf der Rasenfläche parken und dass Grünschnitt nicht abgeholt werde.

Drescher versichert, dass er Füllhase bald kontaktieren werde, um ein weiteres Gespräch zu vereinbaren. Auch über eine Kontrolle der Leinenpflicht werde er mit dem dafür zuständigen Ordnungsamt sprechen. Drescher hofft, dass der 70-Jährige seine Entscheidung noch einmal überdenkt. "Für uns ist das Thema noch nicht abgeschlossen."

Quelle: RP
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