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Wermelskirchen
IHK-Unternehmen sehen goldenen Konjunktur-Herbst

Wermelskirchen. Trotz weltpolitischer Spannungen bleibt die Stimmung bei Unternehmen gut - Fachkräftemangel bleibt Thema. Von Merlin Bartel

Der Herbst ist mit seiner bunten Laubpracht ein Hingucker. Während die Blätter fallen, steigen die Zahlen im Bilanzbuch: Auch wirtschaftlich ist die Jahreszeit ein Erfolg.

In diesem Jahr hat die Konjunktur bei den Unternehmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) der Region Köln zum Herbstbeginn noch einmal angezogen. In Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis beurteilte mehr als jedes zweite Unternehmen (53,8 Prozent) die Lage im Herbst als "gut". Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte dieser Wert mit 44,4 Prozent deutlich darunter gelegen.

Der Optimismus in Leverkusen sowie im Rheinisch-Bergischen Kreis stieg bereits im Frühjahr (45,3 Prozent). Auch über den Sommer hielt dieser Trend, sodass nun hohe Erwartungen an die zukünftige Geschäftsentwicklung bestehen. Fast jede dritte befragte Firma (31,5 Prozent) plant, Personal aufzubauen. Im Frühling war es nur etwa jedes vierte Unternehmen (25,3 Prozent) gewesen.

Die finanziellen Mittel sowie die Bereitschaft sind in der lokalen Wirtschaft also vorhanden. Ob die Pläne umgesetzt werden können, hängt jedoch von der weiteren Konjunktur-Entwicklung ab. Diese wird stark beeinflusst von innen- und außenpolitischen Faktoren - aufgrund der aktuell angespannten weltpolitischen Lage fällt eine Prognose schwer.

Gute Stimmung herrscht auch in den Unternehmen der anderen Städte und Kreise der IHK Köln: In Köln sowie im Oberbergischen und Rhein-Erft-Kreis bewerteten die Konzerne die Lage als "gut". Auch der Blick auf die kommenden Monate fällt bei den Firmen positiv aus: Die gute Beschäftigungssituation und der hohe Konsum sorgen für Wachstum.

"Die Erwartungen der Unternehmen sind mit Blick auf die kommenden zwölf Monate etwas zurückhaltender als noch im Frühjahr", sagt Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln. "Die Betriebe blicken aber sehr zuversichtlich in die Zukunft." So werde sich der Wachstumstrend voraussichtlich verfestigen.

Die IHK Köln errechnet zur besseren Vergleichbarkeit für den gesamten Bezirk einen sogenannten Konjunkturklimaindikator. Dieser ist mit 125,7 Punkten höher als im Frühjahr (124,7). Aktuell rechnen 19 Prozent der Unternehmen damit, dass sich ihr Geschäft in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. 71 Prozent erwarten ein gleichbleibendes Niveau, lediglich zehn Prozent befürchten eine Verschlechterung.

Obwohl die lokale Wirtschaft einen goldenen Herbst erlebt, gibt es auch Kritik: Fachkräftemangel, sinkende Nachfrage im Inland und die aktuelle Wirtschaftspolitik stellen für die Betriebe ökonomische Risiken dar. Die lokale Wirtschaft freut sich zwar über stabile Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, doch es gibt die Befürchtung, die Nachfrage nicht mehr bedienen zu können. Die Firmen begründen das mehrheitlich mit fehlenden Kapazitäten und der Schwierigkeit, qualifiziertes Personal zu finden. "In manchen Bereichen ist der Arbeitsmarkt bereits sehr eng", sagt Eva Babatz. Unter anderem in der Hotellerie, im Einzelhandel, im Baugewerbe und in Industriebetrieben herrsche Fachkräftemangel.

Auch der innerdeutsche Markt schwächte zuletzt zunehmend ab. "Hier bleibt vor allem die Regierungsbildung abzuwarten", sagt Babatz, "und welche Ziele sich eine neue Koalition setzen wird."

Die genannten Gefahren für eine stabile Konjunkturentwicklung klingen wie politische Forderungen: Ende des Niedrigzins, Bürokratieabbau, Ausbau internationaler Beziehungen.

Quelle: RP
 
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