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Wermelskirchen
Im Streit um den Loches-Platz-Verkauf wird der Ton schärfer

Wermelskirchen: Im Streit um den Loches-Platz-Verkauf wird der Ton schärfer
Gläserne Fronten - so sieht der Architektenentwurf zur Bebauung des Loches-Platzes aus. FOTO: Investor
Wermelskirchen. WNKUWG sieht Fragen unbeantwortet und schrieb an Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD. Sie hingegen sehen keine Probleme. Von Solveig Pudelsaki

Die WNKUWG lässt in Sachen Loches-Platz-Verkauf nicht locker - und der Ton in der Politik wird schärfer: In einem offenen Brief wandte sich Fraktionsvorsitzender Henning Rehse gestern an seine "Kollegen", die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD. Nach Auffassung der WNKUWG sind einige Fragen auch im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung unbeantwortet geblieben.

Prompt kam gestern die Antwort der Fraktionsvorsitzenden Christian Klicki (CDU) und Jochen Bilstein (SPD): Sie werfen dem WNKUWG-Fraktionsvorsitzenden Henning Rehse vor, er boykottiere das Loches-Platz-Vorhaben von Beginn an, er wolle es zum Scheitern bringen. Beide sprechen von Populismus und Fehlinformationen, mit denen Ängste der Bürger geschürt werden sollen.

Wie berichtet, war die WNKUWG in der Ratssitzung mit ihrem Antrag gescheitert, einige Punkte zum Loches-Platz-Verkauf im öffentlichen Teil der Sitzung zu behandeln. Nach wie vor brennen dem WNKUWG-Fraktionsvorsitzenden vier Themen unter den Nägeln: die künftige Parkplatz-Situation, die Zukunft von Kirmes und Wochenmarkt und die Nahversorgung in der Bauphase. Im ursprünglichen Entwurf habe der Investor 247 Parkplätze vorgestellt - 217 in der Grundversion und 30 als Option, so Rehse. In der nunmehr überarbeiteten Fassung seien es nur noch 190 Plätze.

Die Fraktion rechnet vor: "Derzeit befinden sich auf dem Loches-Platz 250 Parkplätze. Der Bedarf für den Lebensmittelvollsortimenter liegt bei 100 Plätzen. "Die Stadt schafft an der Feuerwache 82 Dauerparkplätze, womit ein Bedarf auf dem neuen Loches-Platz von 268 Plätzen besteht. Wie soll die Lücke von 78 Plätzen geschlossen werden?, fragt Rehse.

Außerdem fragt die WNKUWG, wie CDU und SPD mit der Perspektive umgehen, dass die Kirmes nicht mehr durchführbar sein könnte. Dabei beruft sie sich auf eine Stellungnahme des Fachamtes: "Langfristig ist damit zu rechnen, dass die Kirmes nicht mehr durchführbar sein wird." Außerdem interessiert die WNKUWG, wie die organisatorische und zeitliche Abwicklung von Kirmes und Wochenmarkt im Detail abgebildet werde und wie beides rechtlich abgesichert sei. Zu klären wäre zudem, wie während der Bauphase die Lebensmittelnahversorgung in der Innenstadt vor allem für Ältere sichergestellt werde.

Christian Klicki und Jochen Bilstein sehen alle Punkte erfüllt, die der Politik wichtig sind: Erhalt der Kirmes und des Wochenmarktes sowie ausreichend Parkplätze. Sie wünschen, dass das Bauprojekt hürdenfrei realisiert wird, denn der Loches Platz sei der zentrale Platz im Stadtgebiet und nicht erst nach dem Innenstadtumbau ein städtebaulicher Schandfleck. Durch eine Bebauung werde nicht nur die Lebensmittelversorgung sichergestellt, Wermelskirchen bekomme auch einen erstmalig optisch ansprechenden Platz im Stadtzentrum. "Wir sind davon überzeugt, dass die Einkaufs- und Lebensqualität dadurch steigen wird und auch die Kirmes gegen alle Erwartungen eine Aufwertung bekommen wird", schreiben CDU und SPD. Dies zeige alleine die Tatsache, dass auf dem neuen Loches-Platz sowohl ein Discounter, als auch ein namhafter Lebensmittelvollsortimenter langfristige Mieter sein werden. Die Einkaufssituation werde sich folglich erheblich verbessern. Das Argument fehlender Stellplätze wollen CDU und SPD widerlegen. Auf der Fläche des gesamten Loches-Platzes (inklusive der Fläche gegenüber dem Amtsgericht) befinden sich zurzeit rund 240 Stellplätze. Der neu entwickelte Loches-Platz werde eine Stellplatzfläche von 198 Parkplätzen bieten. Zur Kompensation für die Dauerparker werden an der Fläche der Dresslerschen Halle 82 Stellplätze geschaffen. "Bereits jetzt sucht die Tafel mit Unterstützung der Stadtverwaltung ein neues Domizil. Nach einem Umzug der Tafel werden dort 20 weitere Dauerparkplätze entstehen können." In der Innenstadt entstünden somit rund 300 Stellplätze. Zudem biete sich der Schwanenplatz für Dauerparker an.

Auch die uneingeschränkte Durchführung von Kirmes und Wochenmarkt werde grundbuchrechtlich beim Notar in Form einer Dienstbarkeit abgesichert und sei somit dauerhaft nicht gefährdet. Dies habe die Fachverwaltung in der Ratssitzung unterstrichen. "Deshalb ist es unredlich, eine veraltete Stellungnahme des Fachamtes zu berücksichtigen." Straßen NRW werde ein Grundstück an der B51 an den Investor verkaufen, so dass die Durchführung der Kirmes langfristig garantiert sei. Der Investor habe zugesagt, dass Norma bis zum Baustart bleiben kann. Für die Übergangszeit fungiere die Verwaltung als Vermittler und sei mit Immobilieneigentümern in Kontakt, damit der Markt während der Bauzeit ein Angebot in der Innenstadt vorhalten kann.

Quelle: RP
 
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