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Wermelskirchen
Inklusionshelfer-Projekt an Schulen droht das Aus

Wermelskirchen. Die Testphase kann wohl nur bis Ende Mai fortgesetzt werden, dann sind die Fördermittel des Landes aufgebraucht. Von Sebastian Radermacher

Seit Beginn des laufenden Schuljahres unterstützen mehrere Inklusionshelfer an den Grundschulen und auch der Sekundarschule Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf. Sie verfolgen das Ziel, sie in die Schulgemeinschaft einzugliedern und ihre lebenspraktischen, intellektuellen und sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Die Stadt hat in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Lebenshilfe ein Konzept zur Inklusionshilfe an den Schulen erarbeitet.

Auf Grundlage dieses Konzeptes hat die Lebenshilfe eigenverantwortlich in Abstimmung mit den Schulleitungen und dem Jugendamt die Trägerschaft für eine Testphase im Schuljahr 2015/16 übernommen. Zur Finanzierung des Projektes stehen ausschließlich Fördermittel des Landes in Höhe von 57.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Und genau das ist der Knackpunkt für die Zukunft der Inklusionshilfe an den Schulen. Denn wie die Stadtverwaltung in einem Sachstandsbericht für den nächsten Schulausschuss am Donnerstag (17 Uhr, Bürgerzentrum) mitteilt, kann das Projekt - Stand jetzt - nur etwa bis Ende Mai fortgeführt werden, denn dann sind die Landesmittel für das Jahr 2016 aufgebraucht. "Danach stehen für die Weiterführung im Jahr 2016 keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung, das Projekt muss mit dem Ende der Testphase eingestellt werden", macht die Verwaltung deutlich.

Das ist eine schlechte Nachricht für die Kinder und ihre Lehrer. Letztere sind mit der bisherigen Unterstützung durch die Inklusionshelfer jedenfalls sehr zufrieden. Diese Rückmeldungen hat die Stadtverwaltung Ende des vergangenen Jahres, zur Halbzeit der Testphase, erhalten. Demnach bewerten die Schulleitungen die Inklusionshilfe als wichtige Unterstützung für Lehrer und Schüler. Die Aufgaben der Inklusionshelfer sind individuell - je nach Förderbedarf der Schüler und in Absprache mit der Schulleitung. Die Helfer geben den Schülern Orientierung (etwa auf dem Schulgelände oder dem Schulweg), sie sind eine emotionale Stütze in Krisensituationen, geben Anleitung zu sozialem Regelverhalten, sind vertraute Bezugspersonen, helfen bei der Bewältigung von Stress und fördern die Kontaktaufnahme zu Mitschülern. "Eine Weiterführung der Maßnahme wird von allen Beteiligten dringend befürwortet", teilt die Stadt mit.

Sofern die Inklusionshilfe dauerhaft fortgesetzt werden soll, kalkuliert die Stadt mit jährlichen Gesamtkosten von knapp 137.000 Euro. Rechnet man den Landeszuschuss ein, müsste Wermelskirchen etwa 80.000 Euro beisteuern. Die Verwaltung prüft aktuell weitere Finanzierungsmöglichkeiten, etwa über EU-Fördermittel oder Stiftungsmittel. Denn das Land habe bereits signalisiert, dass es nicht mehr als die zugesagten 57.000 Euro geben werde. Und die Verwaltung stellt klar: "Städtische Haushaltsmittel können nicht bereitgestellt werden." Heißt im Klartext: Gibt es keine weiteren Fördermittel, läuft das Projekt aus.

Quelle: RP
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