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Wermelskirchen
Intimes Konzert der Spitzenklasse

Wermelskirchen: Intimes Konzert der Spitzenklasse
Jule Malischke trat zusammen mit Stephan Bormann auf. FOTO: Christian Debüt
Wermelskirchen. Jule Malischke mit Stephan Bormann und Christina Lux fesselten die Zuhörer. Von Bernd Geisler

Acht akustische und zwei elektrische Gitarren ließen dem Gitarrenliebhaber bereits beim Betreten der kleinen Halle der Kattwinkelschen Fabrik in Wermelskirchen das Herz höher schlagen. Das angesagte Doppelkonzert der feinen Spitzenklasse - Jule Malischke mit Stephan Bormann und Christina Lux - versprach filigrane Gitarrenkunst, dazu Gesang, stimmgewaltig und zugleich besinnlich. Es kam viel, viel besser.

Christina Lux startete leise auf ihrer E-Gitarre, holte jazzige Harmonien hervor, benutzte die rechte Hand über den gesamten Gitarrenhals mehr als Schlag- denn Zupfinstrument und sang mit lyrischem Timbre: Es war ein sehr ruhiger, aber ungemein intensiver Anfang. Die Leute waren offensichtlich hin und weg - mucksmäuschenstille, konzentrierte Konzertatmosphäre rückte die Musikerin ungestört ins Rampenlicht. Eine sympathische Blonde mit Grübchen in den Wangen und wippendem Pony faszinierte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit beeindruckenden Metaphern wie "Wenn leise Bilder laut werden", die man nicht so schnell vergisst. Dazu fesselnde Melodien, nachdrückliche Rhythmik und ideenreiche Harmonien zwischen Pop, Folk und Jazz. Musik und Text harmonierten auf gleicher, hohen Wellenlänge. Einfach schön.

Nach der Pause wurde es dann ein wenig fülliger mit Jule Malischke und Stephan Bormann. Jule Malischke studierte mit Abschluss klassische Gitarre und begann 2013 ihren Masterstudiengang Jazz/Rock/Pop akustische Gitarre Weltmusik in Dresden. Ihre Professoren: Stephan Bormann und Thomas Fellow, in Wermelskirchen bekannt als "Hands On Strings". Im Duo Malischke/Bormann war die Arbeitsteilung klar: Sie sang und begleitete sich, er übernahm den Solopart. Eine virtuose Mischung aus Singer/Songwriting und Jazz, hervorstechendem Gesang, atmosphärischen Akkorden und filigranem, melodischem Solosaitenspiel machte sich auf den Weg in die Ohren der Besucher und vergaß auch die Herzen nicht. Adaptionen von Stevie Wonder (brillante Passagen bei "Sir Duke") und Ed Sheeran (extensive rhythmische Gitarre bei "Shape of You") komplettierten eine kreative, ausgefallene und extrem faszinierende Performance. Jule Malischkes Stimme schöpfte aus dem Vollen. Auch bei tiefen und kehligen Lauten schimmerten Zartes und extensive Gefühle durch. Kein Wunder, die meisten Stücke entstammten ihrer Feder; Stephan Bormann hatte sie arrangiert. Das stach in diesem Konzert besonders hervor: Alle drei agierten authentisch. Ihre Musik ließ alles vergessen.

Quelle: RP
 
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