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Wermelskirchen
Jokebox liefert Ruhe und Überschwang

Wermelskirchen. "Unplugged" - das kann für eine Rock- und Pop-Band nicht nur "entstöpselt" heißen. Nach vielen "eingestöpselten" Konzerten mit voller elektronischer Ausrüstung und allem Drum und Dran kann es auch die Ruhe nach dem Sturm bedeuten. Offensichtlich sah die bergische Coverband-Ikone "Jokebox" ihr Unplugged-Wochenende - zwei ausverkaufte Konzerte am Freitag und Samstag in der großen Halle der Katt - auch unter diesem ruhigen und beruhigenden Aspekt. Von Bernd Geisler

Keine Überraschung also, dass ihr erstes Stück "Calm after the Storm" (Ruhe nach dem Sturm) von "The Common Linnets" leichtgängig, gelöst und beinahe rücksichtsvoll in die Ohren glitt. Auch wenn Frontmann Ralf Becker in seiner Begrüßung die rings um die Bühne sitzenden Leute aufforderte, später auch mal "auszurasten", hatte sich die Atmosphäre in der Halle bereits wie unsichtbarer Nebel festgekrallt: besinnlich sowie ein wenig versonnen und versponnen. Immerhin begann am Sonntag auch die Adventszeit. Das Konzert passte zur Jahreszeit wie der Glühwein.

Es war am Samstag der 26. Jokebox-Auftritt der Reihe "unplugged" in der Katt. Einmal im Jahr ein Konzert dieser Couleur scheint bereits für Jokebox zu einer guten Tradition im Bergischen geworden zu sein. Und dazu gehören selbstverständlich die Streicher, die mit Kunst und Können für die erforderliche musikalische Fülle sorgen. Diesmal strichen die Saiten Annelie Hemrich, Kristina Hellwig (1. Geige), Dieter und Isabel Wieland (Bratsche), Almut Zieris, Helena Stock (2. Geige) und Angela Burghardt (Cello). Die Arrangements dazu erstellten Sylvia Wimmershoff und Alfred Karnowka. Hinter dem imposanten Jokebox-Sound standen die Musiker Jenny Rizzo, Verena Köplin, Ralf Becker (Gesang), Dirk Mies (Gitarre, Gesang, Klavier), Peter Schlett (Klavier, Gitarre), Peter Nica (Gitarre), Jörg Krög (Bass), Stephan Jung König (Drums) und Jonas Scheler (Percussion). Als Gast sang André Liebmann aus Kiel.

Den Gesichtern nach zu urteilen, waren die Besucher ganz Ohr. Die Sänger konnten ihren Olymp verlassen und auch mal rund um die Bühne spazieren. Das kam nicht nur sehr gut an, sondern sorgte auch für Stimmung. Gerade nach einer Lieder-Perlenkette wie "Father and Son" (Cat Stevens), "Desperado" (Eagles) und "Your Song" (Elton John) war das nötig, damit das Publikum nicht nur in Beschaulichkeit schwelgte. Trotz fetziger Stücke wie "50 Ways to Leave Your Lover" (Paul Simon) und "Thunderstruck" (AC/DC) stand die Halle so richtig Kopf im letzten Stück: "Cello" mit Sänger Ralph Becker als Udo Lindenberg. Die Ruhe nach dem Sturm ist auch die Ruhe vor dem Sturm.

Quelle: RP
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