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Wermelskirchen
Jubilare erinnern sich an Konfirmation

Wermelskirchen: Jubilare erinnern sich an Konfirmation
Konfirmanden aus sechs verschiedenen Jahrgängen kamen zum festlichen Gottesdienst und zum gemeinsamen Mittagessen in Hünger zusammen. FOTO: Moll Jürgen
Wermelskirchen. In Hünger und Dhünn fanden am Wochenende feierliche Jubelkonfirmationen statt. Von Theresa Demski

Vor 85 Jahren zog Ilse Stader gemäßigten Schrittes in die Kirche in Hünger ein. Sie hatte genau wie ihre Freundinnen ein schlichtes, schwarzes Kleid angezogen und freute sich aufgeregt auf ihre Konfirmation. "Im Konfirmandenunterricht hatten wir zuvor sehr viel auswendig lernen müssen", erinnert sie sich heute. Auch 85 Jahre später hat sie viele dieser Verse nicht vergessen. Heute ist Ilse Stader 99 Jahre alt und nahm am vergangenen Sonntag als einzige ihres Jahrgangs an der Jubelkonfirmation in Hünger teil. Lebhaft erinnerte sie sich an jenen Frühlingstag im Jahr 1933, als sie konfirmiert wurde und zitierte fröhlich ihren Konfirmationsspruch.

Viele Erinnerungen wurden am Sonntag beim großen Wiedersehen in der Kirche und anschließend im Gemeindehaus wach. Konfirmanden aus sechs verschiedenen Jahrgängen kamen zum festlichen Gottesdienst und zum gemeinsamen Mittagessen. "Wir haben damals vor dem Konfirmandenunterricht immer geraucht", erzählte Dieter Schwarz, "und einer stand Schmiere, damit uns der Pfarrer nicht erwischte." Pfarrer Werner Schlißke ertappte die aufmüpfigen Jungs nie. "Manchmal durfte man eben auch nicht so genau hingucken", erzählte er am Sonntag lachend. Am Sonntag hatten die Goldkonfirmanden die seltene Möglichkeit, mit ihrem alten Pfarrer in Erinnerungen zu schwelgen. Gemeinsam mit Pfarrerin Almuth Conrad hielt Pfarrer Schlißke den Festgottesdienst, der auch vom Posaunenchor begleitet wurde.

In Dhünn trafen sich mehr als 40 Jubilare. Einige sind vor 50 Jahren zur Konfirmation gegangen... FOTO: Jürgen Moll (3)

Gemeinsame Erinnerungen standen am Sonntagvormittag auch in Dhünn im Mittelpunkt: Mehr als 40 Besucher aus fünf Jahrgängen feierten mit Pfarrer Reinald Rüsing ihre Jubelkonfirmation. Nach dem festlichen Gottesdienst, den der Männerchor mitgestaltete, trafen sich die Jubilare im Gemeindehaus in Hülsen zum Mittagessen - und zum Erinnern. "Wir hatten damals keine große Feier", erzählte Hans Güldner von seiner Konfirmation im Frühling 1943. Der Zweite Weltkrieg wütete, die Angst vor Luftangriffen habe die Zeit geprägt. Ihr Pfarrer war eingezogen worden, deswegen übernahm Pfarrer Dornieden aus Wermelskirchen den Dienst in Dhünn. Vier Kilometer von Untehebbinghausen bis zur Kirche in Dhünn legte Hans Güldner damals einmal in der Woche hinter sich, um zum Konfirmandenunterricht zu kommen.

andere vor 60, 70 oder sogar 75 Jahren. FOTO: Moll Jürgen

Mal mit dem Fahrrad, mal zu Fuß. Fünf Jahre später feierte dann sein Bruder Paul-Ernst Güldner seine Konfirmation. "Bei uns war Pfarrer Bach bereits aus dem Krieg zurückgekehrt", erzählte er. Der Konfirmandenunterricht habe ihn dann geprägt - später wurde er Prädikant und erinnerte sich immer mal wieder an den Unterricht mit Pfarrer Bach und den Briefen des Apostel Paulus. Gemeinsam feierten die Brüder am Sonntag ihre Jubelkonfirmation - der eine als Gnaden-Jubilar, der andere als Kupfer-Jubilar. Als sie sich am Nachmittag auf den Weg nach Hause machten, hatten sie eine Ehrenurkunde und viele neue Erinnerungen im Gepäck.

Quelle: RP
 
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