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Wermelskirchen
Jugendherberge Burg wird geschlossen

Wermelskirchen: Jugendherberge Burg wird geschlossen
FOTO: Martin Kempner (Archiv), istockphot0 / Montage: Radtke
Wermelskirchen. Das Jugendherbergswerk Rheinland will zum Jahresende oder aber Frühjahr 2018 den Betrieb der Jugendherberge in Oberburg einstellen. Die Immobilie soll veräußert werden, der Plan einer "Bergischen Jugendherberge" bleibt bestehen. Von Uwe Vetter

Der Beschluss des Vorstandes des Deutschen Jugendherbergswerks Rheinland ist eindeutig: Zum 31. Dezember dieses Jahres wird die Jugendherberge in Oberburg geschlossen. "Vielleicht wird der Betrieb noch bis Frühjahr oder Mitte 2018 weitergehen", erklärte der Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Rheinland, Friedhelm Kamps, auf Anfrage unserer Redaktion. Das hänge noch von den Gesprächen mit den betroffenen Mitarbeitern ab, ergänzte Kamps.

Lange Zeit war zuvor überlegt worden, ob die Herberge mit ihren 118 Betten in der Nähe von Schloss Burg in ein 60-Betten-Haus umgebaut und modernisiert wird. Doch dafür hätten in das gut 80 Jahre alte Haus in Oberburg geschätzt mindestens drei bis 3,5 Millionen Euro investiert werden müssen. "Den derzeitigen Standort durch eine reduzierte Bettenzahl mit 55 bis 60 Betten vorzuhalten und zu modernisieren, wäre sicher sehr nett, aber betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll", sagte der Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Rheinland. Diese Lösung sei deshalb verworfen worden.

Der Vorstand des Jugendherbergswerks hat nach Angaben von Kamps in der Sitzung am 30. Mai bereits den Schließungsbeschluss erneuert. Zwischenzeitlich hatte die Jugendherberge in Oberburg als Flüchtlingsunterkunft gedient. Im Februar 2016 wurde der Herbergsbetrieb dann wieder aufgenommen. Aber schon vor Jahresfrist war die Zukunft ungewiss. In Arbeitsgesprächen mit der Stadt wurden schließlich Möglichkeiten erörtert, um Burg als Jugendherbergsstandort zu erhalten. Machbarkeitsstudien wurden in Auftrag gegeben - das Ergebnis ist nun die Schließung. "Mit dem Verkauf der Immobilie beziehungsweise des Grundstücks muss geklärt werden, was dort künftig gemacht werden kann", sagte Friedhelm Kamps. Mittlerweile sei der Standort in Oberburg "umzingelt von Wohnbebauung".

Mit der Schließung der Herberge hat Solingen dann überhaupt keine Jugendherberge mehr. Denn der Standort in Gräfrath wurde bereits an die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft verkauft. "Es gibt aber weiter konkrete Überlegungen für eine neue Bergische Jugendherberge", sagte der Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Rheinland.

Der Standort in Wuppertal-Oberbarmen - "dort gehört uns die Immobilie, die Herberge ist aber in die Jahre gekommen" - sei eine Option, "eventuell kommt aber auch das Neandertal in Betracht", sagte Kamps. Solingen habe ebenso wie Wuppertal Standort-Möglichkeiten angeboten, auch die kämen "in den Fokus der Überlegungen".

Entschieden sei noch nichts. Zunächst will das Jugendherbergswerk in Schleiden-Gemünd im Nationalpark Eifel einen Neubau fertigstellen. "Dann ist Kevelaer dran, hier wird die Jugendherberge auf Vordermann gebracht", sagte Kamps. Voraussichtlich im Jahr 2020 werde es dann konkret für eine neue Bergische Jugendherberge.

Quelle: RP
 
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