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Kurioser Unfall an der K14
Forstunternehmer aus Dhünn birgt Lkw

Hückeswagen: 40-Tonner hängt in Böschung
Hückeswagen: 40-Tonner hängt in Böschung FOTO: Feuerwehr H�ckeswagen
Wermelskirchen. Noch immer steckt der Sattelzug einer Siegener Spedition in dem Waldstück nahe der K 14 zwischen Wickesberg und Purd fest. Seine Bergung ist kompliziert: Ein Forstunternehmen aus Dhünn soll ihn bis Donnerstag herausziehen. Von Stephan Büllesbach und Heike Karsten

Nur ein Bergepanzer der Bundeswehr ist nach Meinung von Waldbesitzer Ernst-Oskar Lambeck in der Lage, den havarierten Sattelzug mit seinen 25 Tonnen Stahlfracht aus der Tannenschonung zwischen den Ortschaften Wickesberg und Purd zu ziehen. Ein Kran wäre dazu nicht in der Lage. Die Versicherung der Siegener Spedition, deren 32-jähriger Fahrer den 17 Meter langen Lkw am Montagabend in die missliche Lage gesteuert hatte (BM berichtete gestern), ging sogar einen Schritt weiter: Dort dachte man über den Einsatz eines Hubschraubers nach, sagte Roland Kissau vom Ordnungsamt.

Am Montag kurz nach 19 Uhr waren die Feuerwehr-Einheit Straßweg und der Löschzug Stadt zu einem heiklen Einsatz in das Waldstück an der Kreisstraße 14, die Straßweg im Hückeswagener Westen mit der Wipperfürther Ortschaft Lamsfuß an der B 506 verbindet, gerufen worden. Der Lkw-Fahrer hatte womöglich die Autobahnmaut sparen wollen und sich auf sein Navi verlassen. So war er auf die schmale K 14, die ab Wickesberg für Lkw über zwölf Metern Länge gesperrt ist, in Richtung Wipperfürth abgebogen.

Wie Polizeisprecherin Monika Treutler mitteilte, hatte der 32-Jährige ihren Kollegen erklärt, dass er in dem Waldstück drehen wollte. Dabei fuhr er kurz hinter Wickesberg zu Beginn des großen Waldgebiets nach rechts in einen unbefestigten Waldweg, dort dann immer geradeaus - und landete nach etwa einem Kilometer in der Tannenschonung von Ernst-Oskar Lambeck. Dort fuhr sich der Laster, nachdem er einen Zaun durchbrochen hatte, fest. Das 40 Tonnen schwere Gefährt kippte hangabwärts 45 Grad zur Seite. Die Hinterräder ragen seither in die Luft.

Der Alkoholtest bei dem Fahrer verlief negativ, dafür aber scheint der 32-Jährige unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln hinter dem Steuer seines Lasters gesessen zu haben: "Der Drogenvortest war positiv", bestätigte Treutler. Daraufhin veranlassten die Polizisten eine Blutprobe; deren Ergebnis steht aber wohl erst in drei Wochen fest. Den Führerschein des Fahrers stellte die Polizei sicher.

"So etwas habe ich mein Lebtag noch nicht gesehen. Das ist schon eine Meisterleistung", sagte Hückeswagens Stadtbrandinspektor Karsten Binder. Eine Bergung des 40-Tonners war mit normalem Gerät aussichtslos. Laut Feuerwehr müsse dazu erst der Waldweg mit Motorsägen freigeschnitten und der gesamte Weg bis zum Lkw befestigt werden. Waldbesitzer Lambeck hingegen erklärte, dass das nicht notwendig sei. Lediglich die etwa zehn Zentimeter dicke Schlammschicht müsse eventuell mit Hilfe einer Raupe weggeschoben werden. Dann könnte schweres Gerät - etwa ein Bergungspanzer der Bundeswehr - den Lkw herausziehen.

In den sozialen Netzwerken fragten sich gestern viele, was den Fahrer wohl geritten haben mag, dass er von der Kreisstraße auf den Waldweg abgebogen ist. Denn der Wirtschaftsweg am Beginn des großen Waldgebiets der Purd ist als solcher zu erkennen. Links liegen 33 gestapelte Baumstämme, rechts ist ein großer Berg Schotter aufgehäuft. Nach wenigen Metern geht es bereits steil bergab in den Wald. Nach 100 Metern hatte der Lkw-Fahrer einen großen Wendeplatz erreicht. Doch auch hier fuhr er geradeaus weiter in den Wald. Damit seinem Beispiel niemand folgt, hatte der Bauhof dort schon Montagabend die Zufahrt mit Baken abgesperrt.

Quelle: RP
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