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Wermelskirchen
Kampf für besseren Schutz der Kinder

Wermelskirchen: Kampf für besseren Schutz der Kinder
Das städtische Jugendamt wirbt offensiv darum, die Beratung der Psychologischen Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen, wenn man beobachtet oder vermutet, dass ein Kind schlecht behandelt wird. FOTO: Seybert
Wermelskirchen. Die Sensibilität der Wermelskirchener ist gestiegen. Mehr Menschen vertrauen sich Fachleuten an, wenn sie beobachten, dass ein Kind schlecht behandelt wird. Bei der Psychologischen Beratungsstelle gab es im Vorjahr 44 Beratungsfälle. Von Sebastian Radermacher

Das Thema Kinderschutz ist bei den Wermelskirchenern in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus gerückt. "Die Sensibilität bei den Menschen ist gewachsen", sagt Barbara Frank, Leiterin des Amtes für Jugend, Bildung und Soziales. "Es gab deutlich mehr Meldungen sowie Anfragen der Menschen nach unseren Beratungsangeboten", ergänzt Andreas Voß, der sich mit Barbara Frank die Leitung des Amtes teilt. Beide machen deutlich, dass das Thema Kinderschutz für die Mitarbeiter der Psychologischen Beratungsstelle einer der zentralen Schwerpunkte der Arbeit bleibt. Und sie betonen, dass alle Wermelskirchener, die beruflich mit Kindern in Kontakt stehen, ein Recht auf Beratung haben, wenn sie unsicher sind, ob das Kindeswohl gefährdet ist. Dies könne die Erzieherin im Kindergarten sein, der Fußballtrainer, die Chorleiterin, die Lehrerin oder auch der Busfahrer, der die Kinder morgens zur Schule und mittags wieder nach Hause bringt, erklärt Frank.

Anfragen bei der Beratungsstelle könnten wie folgt aussehen: Die Erzieherin ist unsicher, ob das vierjährige Mädchen zu Hause richtig versorgt wird. Sie hat das Gefühl, dass dies nicht der Fall ist, und weiß nun nicht, wie sie sich verhalten soll. Oder der Busfahrer bemerkt, dass der elfjährige Junge nie dem Wetter entsprechend gekleidet ist und immer so schlecht und müde aussieht. Außerdem hat der Junge neulich seltsam über seinen Vater geredet. Was soll der Fahrer in diesem Fall machen? Bei solchen Anliegen helfen die Mitarbeiter der Beratungsstelle weiter, betont Barbara Frank.

Im vergangenen Jahr registrierte die Beratungsstelle 44 Beratungsfälle. "Es gibt definitiv einen Bedarf", betont Voß. Es sei spürbar, dass die Sensibilität auch bei Nachbarn gewachsen ist, die zum Beispiel gesehen haben, dass ein Kind schlecht behandelt wird und nun unsicher sind, was sie machen sollen. "Natürlich kostet es auch Überwindung, sich mit seiner Verunsicherung Fachleuten anzuvertrauen", sagt Frank. Sie appelliert aber, lieber einmal zu viel anzurufen, als einmal zu wenig. Was wichtig ist: Die Beratung bleibt zunächst immer anonym, die besorgten Personen brauchen keine Sorge zu haben, dass irgendwo Namen erwähnt werden und an die Öffentlichkeit gelangen. "Es geht darum, eine objektive Sicht auf die Situation zu bekommen", betont Barbara Frank.

Das Jugendamt wirbt offensiv darum, die Beratung der Psychologischen Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen und sich zu melden, wenn man den Verdacht einer Gefährdung hat. "Für die Zukunft ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Möglichkeiten der Beratung noch öffentlicher zu machen und die Personen, die im beruflichen Umfeld Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, über ihren Anspruch auf Beratung und den Ablauf zu informieren", sagt Birgit Ludwig-Schieffers, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle.

Quelle: RP
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