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Wermelskirchen
Kaplan Sluminsky nach Bad Münstereifel verabschiedet

Wermelskirchen. Während der vergangenen drei Jahre hat der gebürtige Remscheider seine Ausbildung in Wermelskirchen beendet. Von Eva Budde-Jandt

"In einer Zeit, in der Priesterberufungen selten geworden sind, war es ein außergewöhnliches Geschenk, diese Wegstrecke mitzugehen", umschreibt Pfarrer Michael Knab von der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael und Apollinaris die Ausbildungszeit von Kaplan Daniel Sluminsky. Während der vergangenen drei Jahre hat der gebürtige Remscheider, zunächst als Seminarist, danach als Diakon und seit Juni 2015 als geweihter Neupriester seine Ausbildung in Wermelskirchen vervollständigt. In St. Apollinaris in Grunewald wurde Sluminsky am Sonntagvormittag mit einer feierlichen Messe verabschiedet, in Zukunft wird er als Kaplan in Bad Münstereifel tätig sein.

"Ein unkomplizierter Mensch, der auf alle zugeht!" "Er hat die Gabe, die Botschaft Christi jedem näher zu bringen!" - Der junge Mann hat einen positiven Eindruck in der Wermelskirchener Gemeinde gemacht. Wie er während dieser Lehrzeit seine eigene Position ausgelotet hat, brachte Sluminsky in seiner Predigt zum Ausdruck: Ebenso wie die Messdiener oder Diakone sei auch der Priester nur ein Diener Christi und seiner Gemeinde. Die Leitung der Kinder- und Messdienergruppe stellte für Sluminsky einen besonderen Schwerpunkt während seiner Zeit in Wermelskirchen dar. Als letzte Amtshandlung konnte er daher auch noch die künftigen Messdiener aufnehmen.

Da die Arbeit mit jungen Menschen ihm besonders am Herzen liegt, erwarb Sluminsky während seiner Zeit in Wermelskirchen ganz nebenbei auch noch eine Befähigung zum Lehramt; diese Ausbildung machte er am Gymnasium Odenthal. Um so mehr gespannt ist er auf die Betreuung dreier Schulen, einer Grundschule, eines Gymnasiums und einer Realschule, die in seinem neuen Seelsorgebereich auf ihn zukommt. "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Sluminsky und dankte besonders seinem Mentor, Pfarrer Michael Knab, für die Begleitung.

Mitnehmen kann der junge Mann etliche Geschenke der Gemeinde, darunter ein wertvolles Buch aus den gesammelten Schriften von Joseph Ratzinger, dem emeritierten Papst Benedikt XVI., das ihm Dr. Ingo Braches vom Pfarrgemeinderat überreichte, und natürlich eine Menge lehrreicher Erinnerungen.

So die vielen Stunden, in denen er seelsorgerische Dienste im Hause von Senioren leistete. Oder etwa die Bemühungen um einen jungen Flüchtling aus Eritrea, den er im vergangenen Jahr betreut hat. Dabei musste Sluminsky sich besonders dafür einsetzen, dass der junge Mann in seiner eigenen Wohnung bleiben konnte. "Integration bedeutet mehr, als nur die deutsche Sprache zu erlernen", erklärt der junge Geistliche. Das habe ihn diese Erfahrung eindrucksvoll gelehrt.

Nicht selten ergäben sich auch seelsorgerische Aufgaben ganz unvermutet. "Wenn mich die Leute als Priester an meiner Kleidung erkennen, werde ich oft einfach so angesprochen - beispielsweise im Restaurant", erzählt Sluminsky. Ihm ist bewusst, dass es heutzutage nur wenige junge Menschen gibt, die einer Berufung zum Priester folgen. "Dabei ist es viel schöner, mehr im Team zu arbeiten und sich auszutauschen - der Priester als Einzelkämpfer, das ist eine Erfindung unserer Zeit."

In Wermelskirchen hat er es genossen, dass alle aus dem Pastoralteam so nah beieinander wohnten. "In Zukunft werde ich wohl ins Auto steigen müssen, um meinen Pfarrer zu sehen", sagt er.

Quelle: RP
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